Die Regeln des ESC

 

Die Regeln für den Eurovision Song Contest werden von der European Broadcasting Union (EBU) festgelegt. War es in den Anfangsjahren noch eine recht überschaubare Liste, ist es mittlerweile schon fast ein Regelkatalog. Hier sind die wichtigsten Regeln:

  • Einen garantierten Startplatz im Finale haben die größten EBU-Geldgeber und der Titelverteidiger. Zu diesem Kreis zählen immer Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Spanien und Italien als "Big Five"-Länder sowie das Land, das im Vorjahr den Titel gewonnen hat und damit Gastgeberland ist.

  • Die weiteren Finalplätze werden an die jeweils zehn besten Teilnehmer der Halbfinale vergeben; das Feld des Finales umfasst also 26 Acts.

  • Die in den Halbfinalen antretenden Länder sind in der jeweiligen Runde auch stimmberechtigt. Die Abstimmung erfolgt per Juryvoting und Televoting. Beide Teile machen 50 Prozent des Ergebnisses aus. Seit 2017 behält sich die EBU vor, auch andere prozentuale Gewichtungen anzuwenden. Im Finale stimmen alle Teilnehmerländer ab, auch wenn ihre eigenen Künstler im Halbfinale ausgeschieden sind. Weder in den Halbfinals noch im Finale kann für das eigene Land gestimmt werden.

  • Welcher Qualifikant welche Startposition im Finale einnimmt, wird nach dramaturgischen Gesichtspunkten von den Produzenten der jeweiligen Show festgelegt. Ausgelost wird nur, ob der Künstler in der ersten oder zweiten Hälfte der Sendung an den Start geht.

  • Die Finalwertungen jedes Landes setzen sich jeweils zur Hälfte aus der nationalen Publikumswertung und der Wertung einer Fachjury zusammen.

  • Die Jury besteht in jedem Teilnehmerland aus fünf Experten, ihre Zusammensetzung sollte hinsichtlich Alter, Geschlecht und beruflichem Hintergrund ausgewogen sein. Die Jurymitglieder müssen die Staatsangehörigkeit des Landes besitzen, für das sie im Einsatz sind. Sie dürfen in den letzten beiden Jahren noch nicht Mitglied der Fachjury gewesen sein und müssen einen der folgenden Berufe ausüben: Hörfunkmoderator, Musiker, Komponist, Textdichter oder Produzent. Zugleich dürfen sie in keiner geschäftlichen Beziehung zum Kandidaten des eigenen oder eines anderen Landes stehen. Sie dürfen auch keine Mitarbeiter der öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalt des jeweiligen Landes sein. Die Namen der Jurymitglieder dürfen vor dem 1. Mai nicht bekannt gegeben werden.

  • Die Jury trifft ihre Entscheidung bereits während der zweiten Generalprobe ("Juryfinale"), die sie im eigenen Land am Bildschirm verfolgt. Jedes Jurymitglied muss die Beiträge, über die es abstimmen darf, in eine Reihenfolge bringen. Hieraus wird eine Gesamtreihenfolge der Jury (Platz 1 bis 26) ermittelt. Aus dieser wird dann gemeinsam mit der Gesamtreihenfolge des Televotings die nationale Punktewertung ermittelt.

  • Die Leitungen für das Televoting sind nach dem letzten Beitrag für Anrufer, SMS und App geöffnet.

  • Aus den Televoting-Ergebnissen und den Jurywertungen jedes einzelnen Landes setzt sich das Gesamtergebnis für jeden Teilnehmer zusammen. Die besten zehn Titel werden mit eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben, acht, zehn und zwölf Punkten bewertet. Dabei werden die Jury- und Zuschauerwertungen seit 2016 voneinander getrennt. Jedes Land kann einem Teilnehmer also bis zu 24 Punkte geben - zwölf durch die Jury, zwölf durch die Zuschauer.

  • Wenn zwei Songs auf die gleiche Punktzahl kommen, bekommt das Land die höhere Punktzahl, das vom Publikum höher bewertet wurde. Das Zuschauervotum hat in diesem Fall also Vorrang. Sollte auch die Zahl der Zuschauerstimmen für die beiden Songs genau gleich sein, liegt der Song vorne, der die höhere Jurywertung erhalten hat. Sollte auch die Jurywertung für beide Songs gleich sein, stimmt die Jury in einer Mehrheitsentscheidung ab, welcher Song vorne liegt.

  • Das Mindestalter der Interpreten ist 16 Jahre (am Tag des Halbfinales).

  • Jeder Interpret darf nur für ein Land antreten.

  • Der Titel darf nicht vor dem 1. September des Vorjahres kommerziell veröffentlicht worden sein.

  • Der Titel muss live mit Halbplayback vorgetragen werden.

  • Die Sprache des Vortrags kann jedes Teilnehmerland frei wählen.

  • Es dürfen während des Vortrags höchstens sechs Personen auf der Bühne stehen. Tiere sind nicht erlaubt.

  • Die Länge des Beitrags darf maximal drei Minuten betragen.

  • Texte, Ansprachen und Gesten politischer Natur sind während des Contests untersagt. Dies gilt ebenso für Texte oder eine Bühnenshow, die den Wettbewerb allgemein in Misskredit bringen könnten oder Werbung für Unternehmen, Produkte und Dienstleistungen machen.

Stand: 15.11.16 14:39 Uhr

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