Stand: 12.05.17 01:35 Uhr

Feddersens Kommentar: Glückwunsch Österreich!

Nathan Trent auf der Bühne beim 2. Halbfinale © NDR Fotograf: Rolf Klatt

Der Österreicher Nathan Trent ersingt sich im zweiten Halbfinale in Kiew einen ESC-Finalplatz.

Gewisse Tendenzen dieses Eurovision Song Contest, das wurde auch im zweiten Semifinale erkennbar, gehen jetzt schon auf die Nerven, nicht erst in vielen Jahren bei der Rückschau: Woher rührt dieser Drang so vieler Länder, ihre ESC-Acts in Weiß zu kleiden? Und wie ist diese Neigung zu tuffigen, bodenlangen Abendkleidern zu erklären? Ist das nicht Feigheit vor modischer Originalität?

Mut wurde belohnt

Viele der Mutigen kamen weiter, etwa die Elektrolounger Jowst featuring Aleksander Walmann aus Norwegen, auch der Ungar Joci Pápai hat eine megastylishe Show hingelegt, was man auch von den Niederländerinnen sagen muss, die in die Fußstapfen von Wilson Phillips traten und sehr sicher in sie hineinstöckeln konnten. Bravo auch einem Mann, der in gewisser Weise der Countertenor des ESC war, Jacques Houdek, mit der schrillsten und, nun ja, auch rundesten Darbietung dieser Konkurrenz. Bulgariens 17-jähriger Teenager sieht zwar auch nach diesem Auftritt sehr männlich aus, aber das Androgyne mag viele Televoter zum Anrufen bewegt haben: Kristian Kostov wusste sich gut zu verkaufen.

Nathan Trent auf der Bühne beim 2. Halbfinale © NDR Fotograf: Rolf Klatt

Das zweite ESC-Halbfinale in voller Länge

Eurovision Song Contest -

Weitere 18 Kandidaten sind im zweiten Halbfinale angetreten. Zehn von ihnen haben es ins Finale am 13. Mai geschafft. Hier könnt ihr euch die Show in voller Länge anschauen.

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Gekreische und Muckibude zahlen sich aus

Dänemarks Anja Nissen kreischte um ihr Eurovisions-Weiterleben - und wurde erhört: Glückwunsch auch ihr. Dies gilt für den sympathischen Nathan Trent ebenso: Der Österreicher ist mit seinem Deko-Mond zurecht im Finale dabei. Rumäniens Jodelnummer musste es schaffen, das war zwar hart an der Grenze zur ästhetischen Albernheit, aber eben nur knapp. Weißrusslands Duo Naviband kam gewiss wegen des sympathischen Aussehens weiter, was für den Israeli mit seiner Tel-Aviv-Mucke namens "I Feel Alive" (schlichter ging es wohl nicht!) auch galt, aber bei ihm kam noch ein starker Muckibudenaspekt hinzu - Imri Ziv jubelte entzückt, als sein Land als Finalist genannt wurde.

Acht Acts treten Heimreise an

Alles gut, viele Happy Ends - aber keines für Estland, Serbien, Schweiz, San Marino (Ralph Siegel), Litauen, Malta (schade!), Mazedonien und Irland. Sie waren allesamt nicht stark genug. Gute Reise in ihre Heimaten! Es war ein schöner Abend.

Unsere Songchecker-User und -Gäste lagen überwiegend richtig, die Schweiz und Mazedonien sahen sie fälschlich im Finale, dafür übersahen sie Kroatien und die Niederlande. Dennoch: Glückwunsch auch ihnen!

Dieses Thema im Programm:

ONE | 11.05.2017 | 21:00 Uhr