1957: Grand Prix Eurovision in Frankfurt am Main

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1957: Grand Prix Eurovision in Frankfurt am Main

Bei den ersten Grand Prix' drehte sich alles um die Zeit. Kein Song dürfe länger als dreieinhalb Minuten dauern - so lautete auch die Vorgabe der Veranstalter in Deutschland. Nicht alle Künstler hielten sich daran. Der Italiener Nunzio Gallo und sein Gitarrist Piero Gauzio brauchten für ihren Vortrag über fünf Minuten.

Historie

Die Finalteilnehmer 1957

Auch die Siegerin Corry Brokken aus den Niederlanden überzog mit "Net als toen" knapp eine Minute. Disqualifiziert wurde trotz kleinerer Proteste kein Künstler. Dass es auch kürzer geht, zeigte die britische Interpretin Patricia Bredin, deren Song "All" nicht mal zwei Minuten dauerte.

Wissenswertes

In diesem Jahr wurde die Tradition eingeführt, dass der Gewinner den nächsten Wettbewerb ausrichtet.

Weitere Regeländerung: Fortan waren auch Duos beim ESC zugelassen.

Für weiteren Gesprächsstoff sorgten die Dänen, die wie die Briten und die Österreicher zum ersten Mal beim Grand Prix auftraten. Ihre Vertreter Birthe Wilke und Gustav Winkler gaben sich auf der Bühne einen langen und innigen Kuss - zur damaligen Zeit sehr ungewöhnlich bei einer Fernsehshow. Österreich landete bei seiner Premiere mit Bob Martins "Wohin, kleines Pony?" auf dem letzten Rang. Lys Assia aus der Schweiz, die Siegerin des vorangegangenen Grand Prix, wurde diesmal Vorletzte.

Schon nach einem Jahr wurde die Stimmabgabe modifiziert: Jedes der zehn Länder stellte zehn Wertungsrichter, die je eine Stimme abgeben durften. Dabei waren die Jurys nicht im Saal anwesend, sondern telefonierten ihre Ergebnisse durch.