2004: Eurovision Song Contest in Istanbul

Die explosivste Performance des Abends wurde belohnt: Die Ukrainerin Ruslana Lyzhichko und ihre Band eroberten mit dem Song "Wild Dances" den ersten Platz. In Lendenschurz-Outfit, ganz in Leder gekleidet, kombinierte sie moderne Popmusik mit traditionellen Tanzelementen, dazu knallten Peitschen, während Flammen auf den überdimensionalen Bühnenbildschirmen loderten. Nach einem spannenden Kopf-an-Kopf-Rennen mit Zeljko Joksimovic aus Serbien & Montenegro und dem Griechen Sakis Rouvas holte sie den 50. Song-Contest in die ukrainische Hauptstadt Kiew.

Historie

Das Finale in Istanbul 2004

Während es die Gewinnerin auf der Bühne krachen ließ - bereits bei den Proben war ihre Performance so impulsiv, dass Teile des verglasten Bühnenfußbodens brachen - ging es ein anderer ganz ruhig an. Max Mutzke landete für Deutschland mit seiner Ballade "Can’t Wail Until Tonight" auf dem achten Platz. Sein Mentor und Songschreiber Stefan Raab (2000 noch Fünfter mit "Waddehaddeduddeda" beim Eurovision Song Contest in Stockholm), ließ es sich nicht nehmen, seinen Schützling zu begleiten. Tagsüber auf den Straßen von Istanbul, am Finalabend auf der Bühne als Band-Gitarrist. In verwaschener Jeans, schwarzem Shirt und fester Stimme zeigte Max Mutzke einen überzeugenden Auftritt. Als er im zweiten Refrain kurz auf Türkisch sang, begeisterte er das Publikum endgültig. Mit seiner Platzierung zeigte sich der 1981 in Kreplingen geborene Soul-Sänger am Ende zufrieden.

Andere Teilnehmer fuhren enttäuscht nach Hause. Ralph Siegel musste sich mit seinen Künstlern Julie & Ludwig, die für Malta auf der Final-Bühne standen, mit einem 12. Platz zufrieden geben. Österreich, Belgien, Irland und Norwegen belegten die hinteren Plätze. Dabei wurde die belgische Xandee als Mitfavoritin gehandelt.

Das erste Halbfinale der ESC-Geschichte

Sakis Rouvas und Lisa Andreas feiern ihren Einzug ins Finale © dpa

Sakis Rouvas und Lisa Andreas waren im Finale vertreten.

Zum ersten Mal in der Geschichte des Grand Prix gab es zwei Shows: Während 2003 noch 26 Teilnehmer dabei waren, hatten 2004 insgesamt 36 Nationen gemeldet. Deshalb wurde der Wettbewerb in Finale und Halbfinale aufgeteilt. Für das Finale waren das Siegerland des Vorjahreswettbewerbs sowie die neun Bestplatzierten bereits gesetzt. Außerdem die vier großen Beitragszahler, Deutschland, Großbritannien, Frankreich und Spanien. Abstimmungsberechtigt waren jedoch alle 36 Teilnehmerländer des diesjährigen Eurovision Song Contests in Istanbul.

Am Mittwoch vor dem eigentlichen Finale traten 22 Länder an, um einen der zehn Finalplätze zu ergattern. Unter ihnen: Ruslana aus der Ukraine. Bereits dort konnte sie den zweiten Platz hinter Serbien-Montenegro für sich behaupten und drei Tage später als Mitfavoritin ins Finale einziehen. Diesmal hatte der Serbe Zeljko Joksimovic das Nachsehen: Am Ende des Abends landete Ruslana Lyzhichko mit knappen 17 Punkten Vorsprung wieder ganz vorne.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Eurovision Song Contest | 15.05.2004 | 21:00 Uhr