2011: Eurovision Song Contest in Düsseldorf

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2011: Eurovision Song Contest in Düsseldorf

von Helene Heise

Das schönste Duo des Abends kam ausAserbaidschan: Die bezaubernde Nikki und ihr niedlicher Sangespartner Ell inszenierten sich perfekt für die Kameras. Mit Windmaschinen und Goldregen zeigten sie ganz große Gefühle. Das belohnten Zuschauer und Jurys nach einem wahren Abstimmungs-Krimi mit 221 Punkten und dem ersten Platz. Auf der Sieger-Pressekonferenz zeigten die beiden sich überglücklich: "Unser Traum ist wahr geworden, vielen Dank an alle, die für uns gestimmt haben!"

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Das große Finale 2011

Erst zum vierten Mal nahm das Land am Kaspischen Meer am Eurovision Song Contest teil, holte seither immer einen Platz unter den Top Ten und krönt nun seine kurze ESC-Geschichte mit einem Sieg. Im nächsten Jahr findet der Eurovision Song Contest also voraussichtlich am 26. Mai in Baku statt.

Auf Platz zwei folgt für viele überraschendItalien, das nach 14-jähriger Pause zum ersten Mal wieder am Contest teilnahm. Ob Raphael Gualazzi und sein Jazz-Song damit dafür gesorgt haben, dass das Gründungsmitglied des Grand Prix dauerhaft zurückkehrt, dürfen die Fans nun berechtigt hoffen. Hinter Italien holte Eric Saade aus Schweden mit "Popular" und viel zerbrochenem Glas den dritten Platz.

Zehnter Platz für die Titelverteidigerin

Titelverteidigerin Lena errang fürDeutschlandden zehnten Platz und überreichte freudestrahlend die Trophäe an das Duo aus Aserbaidschan. Lena wirkte nach der Show erleichtert. "Es geht mir fantastisch, ich bin so froh", sagte sie nach der Show.

Selten war ein Eurovision Song Contest bis zur letzten Minute so spannend: Neben den tatsächlichen Gewinnern des Abends wurden im Vorfeld noch ungefähr zehn weitere Kandidaten als heiße Anwärter auf den Titel gehandelt. Favorit der Buchmacher war bis zuletzt der französische Tenor Amaury Vassili mit seiner bombastischen Bühnenshow, doch er landete am Ende im Mittelfeld auf Platz 15.

Ein Abend mit vielen Überraschungen

Jedward für Irland im Finale des Eurovision Song Contests 2011 in der Düsseldorf-Arena © NDR Fotograf: Rolf Klatt

Die zwischenzeitlichen Google-Favoriten aus Irland landeten immerhin in den Top Ten, Jedward holten sich mit ihrem Popsong "Lipstick" nicht nur die Stimmen der jungen Fangemeinde, sondern auch einen achten Platz. Die Indiepop-Gruppe A Friend In London aus Dänemark, ebenfalls zu den Geheimtipps von Düsseldorf avanciert, landete auf Platz vier.

Weniger gut schied Deutschlands südlicher Nachbar Österreich ab, Platz 18 für die Ballade von Nadine Beiler - da halfen auch keine zwölf Punkte aus Deutschland. Die traurigste Nachricht des Abends war dagegen der letzte Platz für die sympathische Schweizerin Anna Rossineli.

Funkelnde Kulisse für die große Show

Als um Punkt 21.00 Uhr die Eurovisions-Hymne erklang und geschätzte 120 Millionen Zuschauer in Europa und weltweit vor ihren Fernsehern saßen, beindruckte von Beginn an vor allem eins: Eine runde Bühne inmitten von 36.000 Zuschauern, die das Düsseldorfer Fußballstadion in einen brodelnden Hexenkessel verwandelten.

Loukas Yiorkas feat. Stereo Mike für Griechenland im Finale des Eurovision Song Contests 2011 in der Düsseldorf-Arena © NDR

"Feel your heart beat" - fühl dein Herz schlagen - lautete das Motto des ESC 2011 und ihren Herzschlag spürten nicht nur die Künstler hinter der Bühne, sondern auch die Zuschauer im Publikum, effektvoll unterstützt von einem schlagenden Herz, das immer wieder die Spannung in der Halle steigerte.

Hinter der kreisrunden Bühne sorgte eine 60 Meter breite und 18 Meter hohe LED-Wand für den angemessenen Rahmen für jedes einzelne Lied. Zusätzlich funkelten über 2.000 Scheinwerfer und unzählige LED-Leuchten im Boden und am Bühnenrand - und sorgten in der riesigen Düsseldorfer Arena auch in den Zuschauerrängen für effektreiche Beleuchtung.

Blick in den Greenroom

Das inzwischen schon eingespielte Moderatoren-Trio bestehend aus Anke Engelke, Judith Rakers und Stefan Raab lief beim großen Finale zu Höchstform auf. Stefan Raab dominierte mit seinem Eröffnungsauftritt - einer sehr rockigen Version von Lenas Siegertitel "Satellite" mit 43 Lena-Doubles und einem kurzen Gastauftritt der Vorjahressiegerin - den Beginn der Show, im Anschluss überließ er jedoch den beiden Damen den größten Teil der Moderation. Judith Rakers übernahm ihren Einsatz bei den Künstlern im Greenroom elegant, während Anke Engelke charmant und mit viel Humor die Punktevergabe moderierte.

Ell/Nikki gewinnen den Eurovision Song Contest für Aserbaidschan © NDR

Zum Ende des Abends sorgte die LED-Wand hinter der Bühne noch einmal für eine ganz besondere Überraschung: Sie teilte sich und legte den Blick auf den wabenartig gestalteten Greenroom direkt hinter der Bühne frei. Damit hatte auch die Halle in Düsseldorf einen direkten Blick auf die Künstler und die Atmosphäre in den rosa Sofas.

Zwischen den einzelnen Teilnehmern zeigten die sogenannten Postkarten Menschen aus allen 25 Finalländern vor deutscher Kulisse. Die im Miniatur-Wunderland-Look gedrehten Einspielfilme (sogenannte Tilt-Shift-Technik) waren unterlegt mit dem Song "I Am Wonderful" von Gary Go und übersetzten das Motto des ESC 2011 "Feel your heart beat" in alle Landessprachen. Die Wartezeit bis zur Punktevergabe überbrückte Jan Delay mit seiner Gruppe Disco No. 1 und den Songs "Oh Johnny" und "Klar".

Stand: 15.05.11 01:37 Uhr