Silberne Stiefel, ein knappes Minikleid und darüber ein wallender Mantel - schon das Outfit zeigte, dass Katja Ebstein die modernste Sängerin des Song Contests in Amsterdam war. Das reichte aber nicht zu Platz Eins. Den belegte am Ende die 18-jährige irische Sängerin Dana mit "All Kinds Of Everything". Deutsche Zeitungen bezeichneten das Mädchen aus Londonderry als "Triumph der Natürlichkeit".
Die Kunde vom Contest drang nun bis nach Südamerika: Brasilien und Chile übertrugen den Wettbewerb via Satellit. Die teilnehmenden Länder präsentierten sich erstmals in kurzen "Filmpostcards".
Das Wertungsreglement wurde modifiziert. Um taktisches Votieren zu verhindern, durften die Jurys nicht mehr erfahren, wie die Länder vor ihnen abgestimmt hatten.
Richtig ins Zeug legten sich die Spanier, um ihren Vorjahressieg zu wiederholen: Überall im Gebäude hatten Anhänger Aufkleber mit der Aufforderung "Vote Spain" angebracht. Geholfen hat es nicht: Julio Iglesias, früherer Fußballprofi aus Madrid und späterer Schnulzensänger, kam mit "Gwendolyne" knapp hinter Katja Ebstein als Vierter ins Ziel. Trotzdem legte er mit dem Eurovisions-Auftritt in Amsterdam den Grundstein seiner Karriere.
Den zweiten Platz belegte Mary Hopkin für Großbritannien mit dem Titel "Knock, Knock, Who's There?". Die Britin, die durch den Evergreen "Those Were The Days" bekannt geworden war, galt als die eigentliche Favoritin des Wettbewerbs.
Datum: 21. März 1970
Gastgeber: Amsterdam / Niederlande
Teilnehmer: 12
Abstimmungs-Modus: Jurywertung
Top 3 1970

Sie war die erste Teilnehmerin, die die Grand-Prix-Krone für Irland gewann.
Wunder gibt es immer wieder: Grand Prix Ikone Katja Ebstein.
Der ESC war sein Durchbruch für eine Superstarkarriere.