Stand: 10.05.17 01:11 Uhr

ESC-Halbfinale: Europa will tanzen!

Nach dem ersten Halbfinale des Eurovision Song Contest in Kiew kann man eines vermuten: Europa will jetzt tanzen! Von insgesamt neun Pop- und Dance-Songs schaffen es immerhin sechs in das Finale. Darunter ist - gut, Überraschung sieht anders aus - Robin Bengtsson. Der smarte Schwede legt gleich zu Beginn des Abends einen nahezu perfekten und hoch professionellen Auftritt hin. Insofern war schnell klar: "I Can't Go On" muss man in diesem Zusammenhang nicht allzu wörtlich nehmen.

Tamara "Tako" Gachechiladze im feuerroten Kleid auf der ESC-Bühne. © Eurovision.tv Fotograf: Thomas Hanses

Das erste ESC-Halbfinale in voller Länge

Eurovision Song Contest -

Im ersten Halbfinale des ESC 2017 sind 18 Länder angetreten. Zehn Kandidaten haben es ins Finale am 13. Mai geschafft, für acht Teilnehmer ging der ESC bereits zu Ende.

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Geht es um den Gesang, ist ebenfalls nicht überraschend, dass Demy mit ihrer Pop-Nummer das Finale erreicht: Mit einem selbstsicheren Auftritt zeigt die Griechin, dass sie zu Recht nicht nur Juristin, sondern auch Musicalsängerin ist. Besonders stimmgewaltig sind daneben die Auftritte von Polen und Belgien - die beide mit einer Ballade antreten: Kasia Moś irritiert zwar mit einem ungewöhnlichem Wickel-Outfit, bei ihrer Ballade "Flashlight" hingegen sitzt alles, wo es hingehört. Und auch Blanche, die 17-jährige Belgierin, weiß mit ihrer dunklen Stimme sehr gut umzugehen. Ihr Auftritt ist schlicht und unaufgeregt, überzeugt aber trotzdem.

Ungewöhnliches für Auge und Ohr

Etwas ungewöhnlicher ist da der Auftritt von Salvador Sobral, der in seiner Ballade sehr zarte und leise Töne anschlägt. Der Portugiese wirkt fast zerbrechlich wie ein kleines Vögelchen - und hüpft auch wie eines auf der Stelle. Auch der Auftritt der armenischen Sängerin Artsvik ist nicht gerade "0815". Der Ethno-Popsong ist stilistisch sicher nicht jedermanns Sache, der Auftritt aber in sich stimmig: Gesang, Bühnenoutfits und -deko - alles passt zusammen.

Dihaj  "Skeletons"  auf der Bühne beim 1. Halbfinale © NDR / Rolf Klatt Fotograf: Rolf Klatt

Eine vollgeschmierte Tafel und ein Pferd auf einer Leiter - nun gut, warum nicht, liebe Dihaj.

Exzentrisch und schräg sind die Beiträge aus Moldau und Aserbaidschan: SunStroke Project präsentieren einen ungewöhnlichen Tanzstil und Background-Sängerinnen in Brautkleidern - und verbreiten vor allem gute Stimmung. Auch Dihaj ist nicht allein auf der Bühne, neben ihr sitzt ein Mann mit Pferdekopf hoch oben auf einer Leiter. Die Bedeutung mag sich nicht direkt erschließen - aber nun, auch das ist eben ESC.

Zwei kleine Überraschungen

Und dann gibt es doch noch zwei kleine Überraschungen bei den frisch gekürten Finalisten: den Australier Isaiah und Hovig Demirjian aus Zypern. Der 17-jährige Isaiah wirkt fast schüchtern und droht auf der großen Bühne ein wenig unterzugehen. Tut er dann aber doch nicht, die ESC-Fans haben offenbar ein Herz für den jungen Mann mit dem sehr sympathischen, breiten Lächeln. Auch dass Zypern es ins Finale schafft, hätte man bezweifeln können: Der Popsong "Gravity" kommt eher schwerfällig daher und die Stimmung nur schleppend in Fahrt - aber ins Finale kommt er dann doch.

Aus der Traum

Für die übrigen Kandidaten ist dieser Traum ausgeträumt. Dass es für Norma John aus Finnland mit ihrer Ballade "Blackbird" nicht reicht, ist dabei eine der größeren Überraschungen. Offenbar steht der Abend eher im Zeichen der Uptempo-Nummern - immerhin sind fünf der acht ausgeschiedenen Lieder Balladen. Ob das auch für das zweite Halbfinale gilt, wird sich am Donnerstag zeigen.

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Dieses Thema im Programm:

ONE | 09.05.2017 | 21:00 Uhr