Jamie-Lee Kriewitz brilliert beim Vorentscheid

Als ihr Sieg verkündet wird, schreit sie "Yeah!" und reißt die Arme hoch. Jamie-Lee Kriewitz zögert kurz, weil sie jemanden zum Umarmen braucht, dann findet sie Barbara Schöneberger und fällt ihr spontan um den Hals. Es ist geschafft. Die 17-Jährige aus Bennigsen bei Hannover, die Jüngste im Wettbewerb, lässt alle anderen neun Wettbewerber hinter sich. "Ich bin so happy", strahlt sie in die Kamera und verspricht, die Zeit bis zum Eurovision Song Contest in Stockholm zu nutzen, um ihren Song und ihren Auftritt noch perfekter zu machen.

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Die Bilder vom ESC-Vorentscheid

Jamie-Lee Kriewitz: Nervös, aber mit jeder Runde besser

Der Auftritt bei "Unser Lied für Stockholm": Die ganzen drei Minuten lang ist sie voll bei sich. Ihre Nervosität spüren die Zuschauer nicht. "Ich bin froh, dass ich nicht in Ohnmacht gefallen bin", beichtet sie hinterher. Sie trifft jeden Ton, lächelt in die Kamera, legt einen perfekten Auftritt hin. Im Finale stimmen 44,5 Prozent der rund 1,12 Millionen Anrufer für Jamie-Lee. Auch der Zweitplatzierte strahlt übers ganze Gesicht. "Ich bin mit den Nerven völlig blank", sagt Alex Diehl, der eher damit gerechnet hatte, am Ende des Feldes zu landen. Er erreicht im Finale 33,9 Prozent der Stimmen. Die Hardrocker der Band Avantasia werden mit 21,6 Prozent Dritte.

In Stockholm noch opulenter?

"Ich hab unheimlich viel Bock nach Stockholm zu fahren!", sagt Jamie-Lee nach der Show, der es übrigens gar nicht auf die Nerven fällt, mit Lena vergleichen zu werden. Immerhin sind beide 17, als sie den Vorentscheid gewinnen. Noch vor dem ESC in Stockholm wird Jamie-Lee aber ihren 18. Geburtstag feiern. "Ich werde dort meinem Stil treu bleiben", sagt sie mit Blick auf die große Show im Mai. Grundsätzlich will sie ihren Auftritt dort genauso anlegen wie beim Vorentscheid - vielleicht noch etwas opulenter: "Ich mag's, wenn's viel ist. Ich mag's wenn's auffällig ist!"

Jüngste Gewinnerin von "The Voice"

Vor einigen Monaten ist Jamie-Lee, die großer Fan asiatischer Popkultur ist, noch ganz und gar unbekannt. Sie bereitet sich auf das Abitur vor. Dann bewirbt sie sich bei der Castingshow "The Voice of Germany". Schon dort sind quietschbunte Kleider im Manga-Stil ihr Markenzeichen. Jamie-Lee kommt Runde für Runde weiter, präsentiert im Finale den Song "Ghost" und verlässt die Show als jüngste Gewinnerin in der Geschichte der Sendung. Schon am Morgen nach ihrem Sieg bei "The Voice" wird Jamie-Lee gefragt, ob sie an der Vorentscheidung für den ESC in Stockholm teilnehmen will.

Promo-Tour statt Schule

Jamie-Lee Kriewitz als Siegerin auf der Bühne. © NDR Fotograf: Rolf Klatt

Alles, nur nicht gewöhnlich - das Outfit der deutschen ESC-Hoffnung Jamie-Lee Kriewitz.

Bis nach Stockholm sind noch einige Wochen Zeit. Vorher beginnt für Jamie-Lee eine Promo-Tour durch Deutschland und Europa. Ein Nachteil des kometenhaften Aufstiegs: Die Schule muss erst einmal warten. Schon während der Castingphase für "The Voice" hat Jamie-Lee sich eine Auszeit genommen. Aber ihr Abitur will sie auf jeden Fall noch machen. "Und weil es ein gutes Abi werden soll, will ich mich drauf konzentrieren", sagt sie selbstbewusst. Aber erst einmal liegt der Fokus auf Stockholm. Dort hat sie am 14. Mai einen Termin, der sicherlich noch aufregender ist als das mündliche Abitur: das Finale des Eurovision Song Contest.

Stand: 26.02.16 00:14 Uhr