Stand: 08.02.17 09:08 Uhr

Alina Stiegler: "Hering im Studio bringt's nicht"

Jamie-Lee und Bürger Lars Dietrich zu Gast im Studio bei Moderatorin Alina Stiegler eurovision.de © NDR Fotograf: Christine Raczka

Als Songcheck-Moderatorin begrüßt Alina Stiegler (li.) Teilnehmerin Jamie-Lee und ESC-Reporter Bürger Lars Dietrich im Studio.

Schon als Kind lauscht sie gebannt den Geschichten ihrer Familienmitglieder - sie hängt an den Lippen der Oma, die von ihren Kriegserlebnissen erzählt, oder der Tante, die als Rechtsanwältin hochspannend von ihren Fällen berichtet. Hier wird der Grundstein für Alina Stieglers eigene Karriere als Moderatorin und Reporterin gelegt. Geschichten aufspüren und weiter erzählen ist heute ihr Metier. 2016 taucht sie zum ersten Mal beruflich in den ESC-Kosmos ein. Ihre Feuertaufe hat sie als Moderatorin der eurovision.de-Songcheck-Sendungen und ist sofort mit dem ESC-Fieber infiziert - und fasziniert. Etwa von der Expertise, die die ESC-Kenner Jan Feddersen, Irving Wolther, Peter Urban und Thomas Mohr mit in die Sendung bringen. Ebenso begeistert sie das Fachwissen der Fans, die sich über die sozialen Medien an der Diskussion in der Live-Sendung beteiligen.

Die Fans selbst sind sofort angetan von der neuen Moderatorin - ihr lebhaftes Interesse, die Spontaneität und Liebenswürdigkeit ernten positive Kommentare und seither gehört Alina Stiegler zum eurovision.de-Team. Neben ESC-Know-How hat sie bei den Songchecks auch eine Lektion in Sachen Moderieren gelernt. In ihrer ersten Sendung mit den Gästen Jan Feddersen und Radiomoderatorin Anke Harnack bereitet sie extra schwedische Heringshäppchen vor. Doch die Gäste lehnen in weiser Voraussicht ab. Am Ende kämpft Alina alleine gegen den zähen Fisch in ihrem Mund - das macht sich weder gut in der Kamera, noch fördert es die Sprechfähigkeit. Seither weiß sie: Hering im Studio bringt's nicht.

Berlin ist die Heimat, Hamburg das zu Hause

Alina Stiegler wird im August 1985 in West-Berlin geboren. Neben Eltern und Verwandten gehören auch die Freunde der Eltern zu den prägenden Figuren ihrer Kindheit. Nach dem Abitur studiert sie Jura in Bayreuth - inspiriert von ihrer Rechtsanwalt-Tante. Doch so spannend wie deren Geschichten ist der Uni-Alltag nicht. Auch das einförmige Umfeld mit elitären Studenten in Kostüm und Anzug, etliche in studentischen Verbindungen organisiert, passt ihr nicht. Nach drei Semestern zieht sie zurück ins pulsierende Berlin und studiert Kommunikations- und Wirtschaftswissenschaften.

Die meisten ihrer Freunde gehen danach in die Marketingabteilung von Unternehmen, doch Alina weiß mittlerweile, dass sie nicht nur gerne Geschichten hört, sondern auch erzählt und hängt noch ein Journalismus-Studium an der Hamburg Media School dran. Sie macht Praktika unter anderem bei Spiegel TV und SAT.1 - und sammelt auch dort erste Erfahrungen vor der Kamera. Während des Studiums beginnt sie, auch selbst zu filmen. Alina startet ein Langzeitprojekt, in dem sie über Jahre eine Verwandte mit der Kamera begleitet, die im Krieg aus Königsberg geflohen und später im sowjetischen Speziallager Sachsenhausen, dem vormaligen KZ Sachsenhausen, interniert war. Irgendwann soll daraus ein Dokumentarfilm entstehen.

Volontariat beim NDR

Nach dem Journalismus-Studium arbeitet Alina als Reporterin für RTL Nord und als VJ und Reporterin für verschiedene Online-Redaktionen beim Norddeutschen Rundfunk. Die Karriere läuft gut an - trotzdem entscheidet sie sich für eine weitere Ausbildung: ein Volontariat beim NDR. Hier steigt sie noch tiefer in die Medienwelt ein. Sie lernt alle Ressorts kennen, macht Hörfunk, absolviert eine Volontärs-Station bei der Tagesschau, in der Doku-Redaktion - erst jetzt lernt sie die Strukturen des Senders wirklich kennen. Zum ESC in Stockholm fährt sie noch als Volontärin. Kurz danach ist die Volontärs-Ausbildung beendet und die Wahl-Hamburgerin arbeitet wieder als freie Mitarbeiterin für den NDR - mit jeder Menge Erfahrung und besten Kontakten im Gepäck.

Ihre Stammredaktion heißt jetzt "ARD Zulieferung". Hier werden Beiträge für alle ARD-Sendungen produziert - oft unter hohem Zeitdruck. Die Journalistin ist genau da angekommen, wo sie hinwollte. Täglich recherchiert sie neue Geschichten und erzählt diese in Berichten, Reportagen oder Erklärvideos weiter - mal für die Tagesschau, mal für das Nachtmagazin oder die Rubrik "#kurzerklärt". Für manche Themen kann sie sich mehr Zeit nehmen, etwa die 30-minütige NDR Reportage "Rechtspopulisten auf Usedom".

"ESC ist wie Klassenfahrt"

Salome Zadegan, Anna Mundt, Jürgen Werwinski, Thomas Mohr und Jan Fedder (hinten v.l.n.r.) sowie Mareina Torres Schuster und Alina Stiegler (vorne) in Stockholm. © NDR/Rolf Klatt Fotograf: Rolf Klatt

Alina Stiegler mit dem NDR-Online-Team beim ESC in Stockholm.

Heute Politik, morgen Wirtschaft und übermorgen Kultur. Und einmal im Jahr ESC. Für Alina fühlt sich das an wie ein Einkaufsladen, in dem sie stöbern und sich die interessantesten Dinge herausziehen kann. Der ESC zählt für die sie zu den herausragenden Ereignissen, weil er die Möglichkeit bietet, ein großes Projekt von Anfang bis Ende zu erleben. Es beginnt mit Vorfreude, die Schlagzahl erhöht sich und es entsteht ein ganz besonderes Gruppengefühl. "Der ESC ist wie eine Klassenfahrt in eine verrückte Welt mit Samt und Glitter", sagt Alina - und die Leidenschaft, die ihre journalistische Arbeit prägt, ist ihr ins Gesicht geschrieben.

Dieses Thema im Programm:

ONE | 09.05.2017 | 21:00 Uhr