Stand: 20.10.16 17:55 Uhr

Stefan Raab feiert 50. Geburtstag

Stefan Raab auf der Bühne der Gala zur Verleihung des Deutschen Comedypreises am 20.10.2015 in Köln © DAP Picture Alliance Fotograf: Henning Kaiser

Viele Zuschauer wünschen sich ein Comeback von Stefan Raab.

Er gilt als Tausendsassa der Unterhaltung: Diverse Showformate gehen auf ihn zurück, über 2.200 "TV Total"-Sendungen hat er moderiert, zahlreiche Songs für unterschiedliche Künstler komponiert und ist auch selbst als Sänger aufgetreten. Und mit seinen Erfolgen, die er im Rahmen des Eurovision Song Contest für sich verbuchen kann, gilt er manchem als Deutschlands ESC-König: Für den ESC 1998 in Birmingham komponierte Stefan Raab unter dem Pseudonym Alf Igel den Song "Guildo hat euch lieb". Er selbst nahm im Jahr 2000 in Stockholm teil, wo er mit "Wadde hadde dudde da" einen respektablen fünften Platz erreichte. Und auch mit seiner Entdeckung von Max Mutzke und seinem triumphalen Sieg mit Lena Meyer-Landrut 2010 in Oslo hat er sein Gespür für musikalische Trends und Talente bewiesen. Das Multitalent ist am 20. Oktober 50 Jahre alt geworden.

Seit Monaten konsequent abgetaucht

Als der Entertainer im Juni 2015 seinen Rückzug aus dem TV verkündete, war kaum vorstellbar, dass er konsequent bleiben würde. Bislang ist er es allerdings. Seit seinem Abschied mit einer letzten "Schlag den Raab"-Folge am 19. Dezember 2015 ist es ruhig um Stefan Raab geblieben. Im Juni 2016 trat er als Überraschungsgast für zwei Songs als Schlagzeuger beim Udo-Lindenberg-Konzert vor rund 45.000 Zuschauern in Hamburg auf. Von diesem kleinen Bühnen-Abstecher abgesehen, ist von dem umtriebigen Medienmacher nichts zu hören oder zu sehen.

Was er macht, weiß nur Stefan Raab selbst

Stefan Raab spielt Schlagzeug auf der Bühne beim Konzert von Udeo Lindenberg am 11.06.2016 in Hamburg © DPA Picture Alliance Fotograf: Axel Heimken

2016 sein bislang einziger öffentlicher Auftritt: Er spielte für zwei Songs Schlagzeug beim Udo-Lindenberg-Konzert im Juni 2016 in Hamburg.

Keine Interviews, keine Infos. Auf die Frage, was Stefan Raab aktuell macht, gibt es keine klare Antwort. "Derzeit genießt er seine Auszeit", äußert Managerin Gaby Allendorf. Und auf die Frage nach dem "Danach" ergänzt sie: "Was er vorhat, steht in den Sternen." Wie diese Auszeit aussieht, ist nicht zu erfahren. Sein Privatleben war und ist schon immer genau dieses: privat. Auch Spekulationen über ein erneutes Engagement für den kommenden ESC beziehungsweise für den Vorentscheid "Unser Song 2017" können mit einem klaren Nein beantwortet werden. Er hält zwar Anteile an der Firma Brainpool, deren Tochterfirma Raab TV den deutschen Vorentscheid produziert. Allerdings ist Raab persönlich weder kreativ noch operativ an der Produktion der Show beteiligt.

Gut jeder Dritte wünscht sich Raabs TV-Comeback

Dabei würden genau das viele Menschen sehr begrüßen. Laut einer Umfrage des Marktforschungsinstituts mafo.de wünscht sich gut jeder dritte Befragte Stefan Raabs Rückkehr ins Fernsehen. Unter den 18- bis 30-Jährigen sind es sogar 54 Prozent.

Auch weniger repräsentativ zeigt ein Blick in soziale Medien wie Twitter schnell, dass Raab schwer vermisst wird. Vor allem, wenn Shows wie "Schlag den Raab", die einst eng verbunden mit dem Tausendsassa der Unterhaltung waren, nun in abgewandelter Form ("Schlag den Star") ohne ihn ausgestrahlt werden, häufen sich die Sehnsuchtsbekundungen seiner Fans.

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Raab ist nur schwer aus dem Fernsehen wegzudenken

Auch wenn er nicht mehr selbst vor die Kameras tritt, ist er noch immer präsent. "Stefan Raab war ein Unikum der Moderatorenlandschaft und ist daher nicht so ohne Weiteres ersetzbar", zieht die an der Universität Hamburg tätige Medienwissenschaftlerin Joan-Kristin Bleicher eine Bilanz über die ersten Raab-freien Fernsehmonate. Zwar seien auch Nachwuchsmoderatoren wie Elton oder Joko und Klaas unverwechselbar. "Ihnen fehlt jedoch eine vergleichbare eigene unternehmerische Anbindung, die ebenfalls zum System Raab gehörte", so Bleicher.

Stefan Raab auf einer Pressekonferenz anlässlich des ESC 2010 in Oslo. © NDR Fotograf: Rolf Klatt

Auf die Frage, wie er auf seine kreativen Kompositionen kommt, sagte Stefan Raab 2010: "Die besten Ideen hat man, wenn das Gehirn entspannt ist."

Die Lücke, die durch den Rückzug des "innovativsten Fernsehmachers dieser Zeit" - wie sein ehemaliger Chef Andreas Bartels Raab gewürdigt hat - entstanden ist, klafft also weiter offen. Und Raab hat einen Kultstatus erreicht, den er sich selbst vielleicht nicht hätte vorstellen können. Ob ein Comeback wirklich ausgeschlossen ist, bleibt Spekulation. Vor wenigen Wochen sagte Elton dazu in der Zeitschrift "Gala": "Warum nicht? Auszuschließen ist es nicht. Ich gebe ihm noch ein Jahr, dann kommt er vielleicht wieder!" Doch das war auf dem Oktoberfest und laut "Gala" nach zwei Maß Bier.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Eurovision Song Contest | 18.02.2011 | 20:15 Uhr