Was für ein Triumph für ein weißrussisches Einwandererkind in Norwegen: Dass Alexander Rybak favorisiert war beim 54. ESC in Moskau, stand ja schon länger fest.
Aber dass er am Ende von 41 Jury-Televoting-Wertungen mit 387 Punkten vor Island und Aserbaidschan liegen würde, dass er, mehr noch, aus fast allen Ländern, auch den osteuropäischen, hohe Punktzahlen bekommen würde, war doch überraschend.
Norwegen erzielte einen Punkteschnitt von 9,6, das ist überragender, als es der Sieg der Iren 1994 war, das ist europäischer, als es Lordi und Dima Bilan oder Marija Serifovic waren. Rybak war die Krönung einer Show, die es als ESC noch nie gegeben hat.
Rybak war die Sahnekirsche eines Events, der umrankt war vom Cirque de soleil, von einer Live-Schaltung zur Raumstation ISS, mit der argentinischen Aqua-Installationsgruppe Fuerza forte - und von 24 anderen Acts, die sich gegen ihn fast wie Statisten ausnahmen.
Norwegen ist das erste ESC-Land seit 1995, das zum dritten Mal gewinnen konnte. Die Mär von der osteuropäischen Dominanz wurde im Übrigen heftig zerbröselt. Sechs Länder aus dem klassischen ESC-Bereich lagen unter den Top 10, vier aus der früheren Intervision.
Meine kleinen Lichtpunkte des Abends: Schön, dass Patricia Kaas Achte wurde, die Britin Jade Vierte, die Isländerin Yohanna Zweite - und dass ältliche Turn- oder Stand-Acts wie Sakis Rouvas aus Griechenland oder Chiara aus Malta (Siebter bzw. 22.) nicht ihren Hype-Prognosen entsprachen, war auch fein.
Mehr Analyse, auch zum 20. Platz der Deutschen, später.

Mit seinem Song "Fairytale" hat der Norweger den Grand Prix 2009 gewonnen.