Vor zwei Wochen kannte sie kaum einer, heute werden sie auf der Straße um Autogramme gebeten. Jeweils ein Auftritt vor Millionen Fernsehzuschauern hat das Leben der "Unser Star für Baku"-Kandidaten schon gravierend verändert: Interview-Anfragen, Hunderte Nachrichten via Facebook und erste Fanpartys in der Heimat. Uns haben die Kandidaten erzählt, was ihnen in den vergangenen Tagen so passiert ist.
Leonie ist nach ihrem Auftritt bei "Unser Star für Baku" in Essen ein "bunter Hund".
Leonie blickt auf zwei sehr aufregende Wochen zurück. Die Studentin aus Essen ist immer noch total "überwältigt" von den vielen Leuten, die sich nach dem ersten Auftritt bei ihr gemeldet haben. Ihre Kindergärtnerin hat zum Beispiel angerufen, die Grundschullehrerin hat ihr einen Brief geschrieben und ihre Zahnarzthelferin hat sie beim Bäcker angesprochen. Auch an der Uni wurde sie dauernd angesprochen. Geburtstagskind Yana ist das ja schon ein wenig gewohnt. Ihre Familie ist dank ihrer Schwester, Topmodel Lena Gercke, im Hessischen Biedenkopf ja eh schon relativ bekannt. Dass die Leute nun ankommen und sagen "Ich glaube ich bekomme wegen dir bald eine ziemlich hohe Telefonrechnung", überrascht sie schon sehr. Auch dass sie an ihrem Geburtstag morgens um 7 Uhr vom Radiosender hr3 geweckt wird, wäre ohne ihren Erfolg bei "USFB" wohl eher unwahrscheinlich. Nichtsdestotrotz, die 20-Jährige freut sich über den großen Zuspruch, den sie in den letzten Tagen von Familie, Freunden und Fans bekommen hat.
Nach seinem Erfolg bei der ersten Show genoss Roman seine "Auszeit" im Job.
Weil Roman bereits vor zwei Wochen das Ticket für die nächste "USFB"-Runde ersungen hatte, konnte er vor der dritten Show noch einmal zurück in seinen gewohnten Alltag. "Ich habe mich echt gefreut, mal wieder ins 'Real Life' zurückzugehen", erzählt der 21-Jährige. "Endlich mal wieder in Ruhe arbeiten und weg von diesem ganzen Trouble." Werkstatt statt Bühne stand also für den Industriemechaniker auf dem Programm. Doch dann kam die Grippe: "Ich habe erst einmal tagelang flach gelegen und musste richtig viele Medikamente nehmen." Vor der Show läuft er noch mit dickem Schal durch den Backstagebereich, auf der Bühne merkt man ihm aber nichts mehr an. Und seinen Humor hat er auch nicht verloren. 20 Minuten vor der Show fragt er einen Kameramann spontan, ob er auch mal an das 20.000 Euro-Aufnahmegerät darf. 20 Sekunden später hat er das Ding auf der Schulter und sucht sich unter den Mitstreitern potentielle Opfer zum Abfilmen. Die Bilder von "Kamerakind Roman" werden wir wohl schon morgen in den TV-Klatschmagazinen zu sehen bekommen.
Kann sich vor Freundschaftsanfragen bei Facebook kaum retten: Katja aus Berlin.
Hinter der Bühne sieht man Ornella am Handy ihre Facebook-Seite pflegen. "Ich muss da immer wieder mal Freunde annehmen, das wird zu viel." 20 bis 30 Anfragen bekommt sie derzeit "pro Stunde". Keine unrealistische Zahl, wie die anderen Kandidaten bestätigen. Katja sagt sogar, sie habe nach der ersten Show "drei Tage lang Facebook-Freunde hinzugefügt". Auch wenn alle Kandidaten inzwischen offizielle Facebook-Fanseiten haben, will die Berlinerin den persönlichen Kontakt zu ihren Fans behalten: "Ich bemühe mich da schon, auf jede Nachricht auch persönlich und individuell zu antworten."
Wird von ihren Fans in der Heimatstadt Offenburg schon jetzt als Star verehrt: Ornella.
Ornella dagegen will die Nachrichten später lesen, um sich erst einmal durch positive oder negative Kommentare nicht zu sehr beeinflussen zu lassen. "Aber sollte ich hier demnächst rausfliegen, werde ich mir die Sachen nach und nach durchlesen und abarbeiten", verspricht die 27-Jährige aus Offenburg. Die Fans in ihrer Heimat haben heute übrigens schon die ersten "Voting-Partys" organisiert. In einer Diskothek und in einem Café gibt es ein Public Viewing und "Ornella-Partys".
Kann ihren Traummann leider bei "Unser Star für Baku" nicht mehr finden: Rachel.
Für die 22-jährige Rachel aus Köln waren die vergangenen sieben Tage eine wahre Achterbahnfahrt. "Glücksgefühle ohne Ende" als sie vergangene Woche weiter kam, Tränen als sie sich gestern den Fuß verstaucht hat. "Ich habe halt einem heißen Typen hinterhergeguckt und bin dann umgeknickt." Hinter der Bühne hüpft sie mit Schiene und Verband am Knöchel und bunten Turnschläppchen herum. Zu allem Übel ist "der heiße Typ" nicht mehr auffindbar. "Ich hätte ihm ja schon gerne gesagt, dass ich ihn heiß finde", erzählt die Berufsmusikerin mit der Lockenpracht. Doch die Chancen sind gering. Rachel hat von den Zuschauern nicht genügend Stimmen bekommen und ist in der nächsten Runde nicht mehr dabei. Schade!
Es war wieder unglaublich knapp, aber doch nicht mehr ganz so überraschend wie in den ersten Shows von "Unser Star für Baku", findet Blogger Jan Feddersen.

In Köln näherte man sich dem Kandidaten für Baku mit großen Schritten.

Alle 20 Teilnehmer des deutschen Vorentscheid 2012 in Porträts, Bildern und Videos.