Bei der dritten Ausgabe von "Unser Star für Baku" wurden die Karten wieder völlig neu gemischt: Die jeweils fünf Gewinner aus der ersten und der zweiten Show hatten sich auf ihren zweiten Auftritt gefreut. Doch nur bei acht von ihnen währte die Freude bis zum Ende der Sendung, Roman Lob, Céline Huber, Ornella de Santis, Yana Gercke, Sebastian Dey, Shelly Phillips, Umut Anil und Katja Petri kamen weiter. Für Rachel Scharnberg und Leonie Burgmer hingegen endete der Traum von Baku.
Köln, 20.15 Uhr - die Frisuren der Juroren sitzen.
Wieder kam man damit der Antwort auf die Frage, wer Deutschland in Baku vertreten wird, ein Stückchen näher. Die fachkundige Jury, bestehend aus Präsident Thomas D, der Frida Gold-Sängerin Alina Süggeler und Stefan Raab, stand dem Publikum dabei erneut mit Ratschlägen zur Seite. Allerdings nicht mit allzu scharfen Kommentaren, die der Jurypräsident ursprünglich angekündigt hatte - aber vielleicht waren die Kandidaten dafür einfach zu gut.
Das Sympathie-Voting zu Beginn der Sendung - und damit die Fernsehzuschauer - entschieden auch dieses Mal über die Startreihenfolge des Abends. Wer die meisten Stimmen bekam, durfte sich erst einmal entspannt zurücklehnen und als Letztes starten. Weniger gut als die Konkurrenz hatte sich offenbar Lockenkopf Rachel Scharnberg verkauft. Sie hatte sich als Soulsister vorgestellt, schlug mit dem Song "Like A Star" von Corinne Bailey Rae dann aber eher sehr leise Töne an. Als Berufsmusikerin traf sie alle Töne, was die Jury durchweg lobte. Gegen Ende der Sendung schaffte sie es zwar kurzfristig aus der Abstiegszone der Blitztabelle, beim Schlussgong jedoch war klar, sie konnte nicht genügend Anrufer hinter sich versammeln und muss ihren Traum von Baku begraben.
Leonie bewies wieder, dass sie singen kann - optisch kann man sie sich aber auch schon in ihrem späteren Job als Lehrerin vorstellen.
Die 21-jährige Leonie Burgmer hatte mit "I Love Your Smile" von Charlie Winston eine mutige Songwahl getroffen, wobei nicht unbedingt jeder Ton saß. Die einzige Dame in der Jury, Alina Süggeler, konnte sie damit nicht so recht überzeugen. Für ihren zweiten Auftritt hatte die Lehramtsstudentin aus Essen einen komplett anderen Stil gewählt als beim ersten Mal. Sie sah mit ihrer Brille und artigen Frisur ein wenig so aus, als wäre sie schon in ihrem Job angekommen. Was letztlich den Ausschlag gab ist schwer zu sagen, aber auch Leonie Burgmer bekommt keine Chance auf einen dritten Auftritt.
Mit "Amnesie" präsentierte Sebastian Dey als Einziger einen eigenen Song - wovor er ein bisschen Angst hatte, wie er im Nachhinein zugab. Die Furcht war jedoch absolut unbegründet, von der Jury gab es nur durchweg positives Feedback. Und auch die Zuschauer konnte er mit dem Song - der stilistisch an Roger Cicero erinnerte - überzeugen. Der "Casting-Älteste" ist in der nächsten Woche wieder dabei.
Katja verriet in der Vorstellrunde, dass sie früher mit Lego spielte, jetzt sang sie darüber.
Diplom-Songwriterin Katja Petri bewies mit dem ruhigen "Lego House" von Ed Sheeran wieder, dass sie Songs nicht nur schreiben, sondern eben auch gut und sicher singen kann. Nach ihrem Auftritt schob sie sich direkt an die Spitze der Blitztabelle. Stefan Raab fehlte stilistisch ein bisschen das Risiko und auch die Abwechslung, denn einen ruhigen Song hatte Katja mit "Marry Me" von Bruno Mars schon beim ersten Auftritt gebracht. Raab hoffte - wie die Sängerin selbst sicher auch - auf eine dritte Chance, und dieser Wunsch ging in Erfüllung.
Mit "Weitergehen" von Tim Bendzko sang der 21-jährige Umut Anil den zweiten deutschsprachigen Song des Abends. Die Reaktionen auf den Auftritt waren sehr unterschiedlich: Während Teile des Saalpublikums begeistert Umuts Namen brüllten, war die Jury eher zurückhaltend mit ihrem Lob. Thomas D etwa fand den Song zu schwierig für Umut. Immerhin hatte er bewiesen, dass er nicht allein auf balladige Versionen eines Popsongs, wie "Straight Up" von Paula Abdul - den Song, den er beim ersten Mal gesungen hatte - festgelegt ist.
Auch Céline Huber hatte beim ersten Mal mit einer Ballade überzeugt und bewies nun mit "How Come You Don't Call Me" von Alicia Keys, dass ihre Stimme sehr viel Power hat. Zum Ende hin, schien diese sogar fast zu explodieren. Thomas D als Alicia Keys-Fan, war von Célines Version begeistert - auch wenn er ihr ganz nebenbei zu unterstellen versuchte, dass sie absichtlich einen Song gewählt hatte, der die Botschaft "Call Me" enthielt. Sollte dies tatsächlich der Plan gewesen sein, so ging er immerhin auf.
Ornella wagte sich an einen Song, der einst von fünf Personen gesungen wurde.
Ganz viel Power und Frische brachte die 27-jährige Ornella de Santis auf die Bühne, als sie mit ihrer klaren und jungen Stimme "I Want You Back" von The Jackson 5 sang. Stefan Raab verglich die Töne dann auch tatsächlich mit der Stimme des jungen "King of Pop" Michael Jackson - ein großes Lob, nachdem er sie eine Woche zuvor noch mit Feivel dem Mauswanderer verglichen hatte. Ornella bewies damit in dieser Woche, dass ihr durchaus nicht nur Balladen liegen, sondern sie mehr Facetten zu bieten hat.
Wohl kaum jemandem kommen die Worte "Fuck You" so anmutig und soulig über die Lippen wie Shelly Phillips. Die 20-Jährige hatte einen Song mit eben diesem Titel von Cee-Lo Green gewählt. Dass ihr der Soul liegt, hatte sie schon beim ersten Auftritt mit "Valerie" von Amy Winehouse bewiesen - eine Richtung, die ihr offenbar sehr liegt.
Was für ein Geburtstag: Yana Gercke ist am Tage ihres zweiten Auftrittes 20 Jahre alt geworden. Und schon traute sie sich an einen Klassiker der Musikgeschichte. In Glitzershorts sang sie "Roxanne" von The Police. "Mut zur Hässlichkeit in der Stimme", wie Jurymitglied Alina Süggeler anerkennend bemerkte. Und auch Thomas D rang vor Begeisterung praktisch nach Worten. Dass ihre Stimme Power hat, hatte Yana schon beim ersten Mal bewiesen.
Roman Lob nannte bei der Vorstellrunde nur seinen Namen - und schon ging der tosende Applaus los. Der 21-Jährige lag zuvor schon in den Fanforen vorn, nun hatte er das Glück als Letzter zu starten. Und diesen Vorteil nutzte er. Obwohl er ein wenig erkältet war, sang er "Easy" von The Commodores perfekt. Stilistisch blieb er damit wieder bei den schmachtenden Schmusesongs - katapultierte sich damit nach seinem Auftritt aber auch sofort wieder an die Spitze der Blitztabelle.
Es war wieder unglaublich knapp, aber doch nicht mehr ganz so überraschend wie in den ersten Shows von "Unser Star für Baku", findet Blogger Jan Feddersen.
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Alle 20 Teilnehmer des deutschen Vorentscheid 2012 in Porträts, Bildern und Videos.

Der Showbericht zur zweiten Runde von "Unser Star für Baku".
Am 12. Januar 2012 fiel der Startschuss für den deutschen Vorentscheid.