Sandra Rieß sorgte für Farbe in der Sendung, Steven Gätjen trug klassisch Schwarz.
Nach sieben Auftritten waren die vier verbleibenden Kandidaten eigentlich schon so etwas wie "alte USFB-Hasen". Dieses Mal jedoch war der Druck noch einmal höher - direkt von Anfang an. Nicht nur, dass wieder zwei Kandidaten die Runde verlassen mussten, die Moderatoren Sandra Rieß und Steven Gätjen verkündeten noch einmal neue Regeln. Zwar hatten alle Halbfinalisten wieder zwei Songs einstudiert, der erste "Rausflieger" musste jedoch schon nach dem ersten Auftritt gehen. Damit konnten also schon ein paar falsche Töne bei der ersten Performance - vielleicht auch allein die Auswahl des ersten Songs - den alles entscheidenden Ausschlag geben und zum Ausscheiden führen.
Ornella de Santis und Shelly Phillips präsentierten an diesem Abend zum ersten Mal eine Eigenkomposition. Vielleicht befürchteten sie, dies könnte die letzte Chance sein, einen eigenen Song auf einer großen Bühne vorzustellen - teilweise sollten sie damit richtig liegen. Die Jury zog nach den ersten Auftritten eine kurze Zwischenbilanz, alle drei jedoch, Thomas D, Stefan Raab und Alina Süggeler hielten sich mit allzu offensichtlichen Tipps an das Publikum dieses Mal zurück.
Große Emotionen im Halbfinale
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Das sind die letzten Vier: Shelly, Ornella, Yana und Roman (von links) müssen im Halbfinale erneut unter Beweis stellen, was sie drauf haben.
Sandra Rieß und Steven Gätjen führen wieder einmal souverän durch die Show. Dass sie den Kandidaten mit auflockernden Worten etwas den Stress nehmen, ist mittlerweile liebgewonnener Standard.
Shelly singt dieses Mal als Erste - und dann auch noch einen eigenen Song. Dessen Titel: "Astronautenlied". Nach dem Auftritt wirkt die 20-Jährige fast schon verschüchtert.
Dabei hat sie dazu keinen Grund: Thomas D findet ihren Charme erneut einzigartig und meint, dass es von großem Mut zeuge, an dieser Stelle im Wettbewerb einen eigenen Song zu singen. Auch Alina Süggeler ist sehr angetan und "tief berührt" vom Auftritt.
Stefan Raab fasst die Begeisterung der Jury zusammen, als er sagt, dass "Astronautenlied" ein "echt guter Song" mit einem "echt guten Text" sei. Shelly habe seinen "absoluten Respekt verdient". Leider reicht es letztlich aber doch nicht: Shelly wird beim Voting Vierte - und scheidet aus.
Auf Startplatz zwei: Ornella. Auch sie singt einen eigenen Song - und zwar auf Portugiesisch. "Eu Vou Ser Mais Eu" ist laut Raab "fantastisch gesungen, einwandfrei". Er attestiert "internationales Niveau" und findet den Auftritt sowie die musikalische Komposition "souverän".
Alina kann zwar kein Portugiesisch, liefert aber erstmal eine Inhaltsangabe der Lyrics. Die Bedeutung hat ihr Ornella zuvor verraten. An der Performance bemängelt sie, dass "ein, zwei Momente nicht ganz auf den Punkt waren".
Thomas D wiederum hat nur gute Worte parat - auch er bemerkt das "internationale Niveau" und fügt lakonisch an: "Hut ab!". Ornella landet schließlich auf Platz drei und ist damit weiter.
Yana ist im ersten Durchlauf als Dritte dran. Sie hat zwar in der eigenen Vorstellung zu Showbeginn einen kurzen Blackout und vergisst einige Sekunden lang, welchen Song sie als ersten singen wird. Das tut ihrer Performance jedoch keinen Abbruch: Technisch ziemlich einwandfrei singt sie "Rolling In The Deep" von Adele.
Raab findet den Auftritt "souverän gemacht", zumal es ein Titel sei, "an dem man sich leicht verheben" könne. Alina bemerkt, dass Yana sich sehr wohl gefühlt haben muss und dass sie sich "toll bewegt" habe.
Allein Thomas D "hat irgendwas gefehlt". Seiner Meinung nach hat Yana den Song "fast plattgemacht" mit ihrer Stimme. Das sieht das Publikum im Voting aber wohl anders: Die 20-Jährige ist eine Runde weiter.
Erster im anfänglichen Sympathievoting und damit Letzter im Reigen ist - wie immer, muss man fast anfügen - Roman. Er singt "Bad Day" von Daniel Powter und vereint damit seine Rock- und Schmuse-Song-Talente.
Das sieht Raab auch so und sagt, dass es nur wenige Sänger gebe, die beides können. Insgesamt ist der Auftritt für ihn eine "echte Demonstration".
Auch Alinas Herz hat Roman mit dem Song erobern können, für sie hat der 21-Jährige bisher immer an der Spitze gelegen - so auch jetzt. Damit nimmt sie praktisch das Votingergebnis vorweg: Roman landet in Runde eins auf Platz eins.
Runde 2. Dieses Mal macht Ornella den Anfang und singt "If I Ain't Got You" von Alicia Keys. "Gefährlich" findet Thomas D die Songauswahl zwar, weil es so schwierig sei, sich mit Keys zu messen - aber Ornella kann es.
"Sehr, sehr wütende Momente" meint Alina rausgehört zu haben, und die Sängerin von Frida Gold meint das eindeutig positiv. Raab schließlich macht keinen Hehl aus seiner Begeisterung für Ornellas Können: Kopfhörer ...
... für das Raushören von potenziell schief gesungenen Stellen brauche man bei ihr nicht, denn die 27-Jährige "singt eh nicht falsch". Das spiegelt sich auch im Voting: Ornella kommt auf Platz zwei und ist damit im Finale.
Als Zweite im zweiten Durchgang ist Yana am Start. Sie bringt Demi Lovatos "Skyscraper" - und verliert nach dem Auftritt den Kampf gegen die Tränen.
Thomas D fasst die Lage in Worte: "wahnsinnig emotional", "Achterbahnfahrt der Gefühle", "best Auftritt ever" - ein Superlativ jagt das nächste. Auch Raab findet die "Vorstellung sensationell" und wirft mit Lob nur so um sich.
Nur Alina hat auch etwas Kritik parat: Yana habe "mit den Tränen gekämpft, aber auch mit den Tönen". Mag sein, dass dieser Umstand letztlich den Ausschlag im Voting gibt, denn Yana wird dritte und zieht damit nicht ins Finale ein.
Als Letzter im Halbfinale betritt Roman mit "Use Somebody" von den Kings Of Leon die Bühne. Sein Schicksal, so Thomas D, sei es...
... herzukommen und "so ein Feuerwerk abzubrennen". Und fügt hinzu: "Bei dir hab ich danach keinen Bock mehr auf das Original". Auch Raab findet Romans Auftritt gesanglich besser als das Original.
Alina, völlig begeistert, greift noch mal das "Feuerwerk" auf, das schon Thomas D fasziniert hat. Da scheint also was dran zu sein, und es spiegelt sich dann auch im Voting. Roman wird erneut Erster - und ist zusammen mit Ornella im Finale.
Yana (Mitte) schafft es also in Runde zwei des spannenden Halbfinales nicht in die letzte Show. Die beiden Finalisten Roman und Ornella sehen wir am kommenden Donnerstag ab 20.15 Uhr im Ersten wieder.
Das sind die letzten Vier: Shelly, Ornella, Yana und Roman (von links) müssen im Halbfinale erneut unter Beweis stellen, was sie drauf haben.
Der Shelly-Charme hat nicht gereicht
Shelly unterstützte ihr "Astronautenlied" mit vielen starken Gesten.
Shelly wirkte schon beim Sympathievoting zu Beginn der Sendung ein wenig angespannt - und musste dann tatsächlich als Erste auf die Bühne. Ihr "Astronautenlied" sorgte für Begeisterung bei den Juroren, die den Mut der 20-Jährigen lobten, nicht nur einen eigenen, sondern auch einen deutschsprachigen Song zu präsentieren. Kurzzeitig startete die Rakete durch und katapultierte Shelly auf Platz eins der Blitztabelle, doch am Ende reichte es - wenn auch nur sehr knapp - nicht für den zweiten Auftritt im Halbfinale.
Textlich konnten sicher viele Zuschauer den portugiesischen Song "Eu Vou Ser Mais Eu" von Ornella nicht bewerten. Stefan Raab vermutete ja, dass allein der brasilianische Fußballer Ailton 20 Mal für sie angerufen hatte. Wer auch immer es war, Ornella bekam dank des Votings die Chance auch noch "If I Ain't Got You" von Alicia Keys zu präsentieren - einen schwierigen Song, den sie aber perfekt meisterte. Beim zweiten Countdown sorgte der Auftritt dann für viele überraschend dafür, dass sie und nicht Mit-Favoritin Yana in das Finale am Donnerstag einzog.
Natürlich kein "Bad Day" für Roman
Yana Gercke unterlag Ornella beim zweiten Countdown nur denkbar knapp.
Für Yana Gercke nämlich ist der Traum vom Auftritt beim Eurovision Song Contest an diesem Abend geplatzt. Das Küken in der Runde war schon bei der Vorstellungsrunde ziemlich nervös gewesen - spontan wollte ihr nicht einmal einfallen, was sie eigentlich singen wollte. Dabei hatte ihr erster Startertitel "Rolling In The Deep" von Adele sogar gerade einen Grammy gewonnen. Yanas Preis für den ersten Auftritt: Sie wurde weiter gewählt und durfte darum auch "Skyskraper" von Demi Lovato performen. Die Jury wollte dabei keine falschen Töne gehört haben und lobte den Auftritt als Yanas bislang besten. Emotional war er allemal, so sehr, dass der 20-Jährigen am Ende Tränen in den Augen standen. Die flossen dann allerdings auch am Ende der Sendung, nach Yanas Ausscheiden.
Roman Lob hatte sich bei der Songauswahl für "Bad Day" von Daniel Powter und "Use Somebody" von Kings of Leon entschieden. Mit beiden Auftritten überzeugte er die Jury vollends. Stefan Raab sagte am Ende sogar, er hoffe, dass es überhaupt noch Lieder gibt, die gut genug für den 21-Jährigen sind. Ein sehr viel größeres Kompliment hätte man Roman wohl kaum machen können. Der Favorit landete auch an diesem Abend wieder auf Platz eins und zog als Erster in das Finale ein. Der Druck wird sich dann noch einmal steigern.