Glück und Tränen

von Kathrin Otto

Sandra Rieß und Steven Gätjen beim  Halbfinale von "Unser Star für Baku" am 13.02.2012 in Köln © Brainpool/ProSieben Fotograf: Willi Weber Sandra Rieß sorgte für Farbe in der Sendung, Steven Gätjen trug klassisch Schwarz. Nach sieben Auftritten waren die vier verbleibenden Kandidaten eigentlich schon so etwas wie "alte USFB-Hasen". Dieses Mal jedoch war der Druck noch einmal höher - direkt von Anfang an. Nicht nur, dass wieder zwei Kandidaten die Runde verlassen mussten, die Moderatoren Sandra Rieß und Steven Gätjen verkündeten noch einmal neue Regeln. Zwar hatten alle Halbfinalisten wieder zwei Songs einstudiert, der erste "Rausflieger" musste jedoch schon nach dem ersten Auftritt gehen. Damit konnten also schon ein paar falsche Töne bei der ersten Performance - vielleicht auch allein die Auswahl des ersten Songs - den alles entscheidenden Ausschlag geben und zum Ausscheiden führen.

Ornella de Santis und Shelly Phillips präsentierten an diesem Abend zum ersten Mal eine Eigenkomposition. Vielleicht befürchteten sie, dies könnte die letzte Chance sein, einen eigenen Song auf einer großen Bühne vorzustellen - teilweise sollten sie damit richtig liegen. Die Jury zog nach den ersten Auftritten eine kurze Zwischenbilanz, alle drei jedoch, Thomas D, Stefan Raab und Alina Süggeler hielten sich mit allzu offensichtlichen Tipps an das Publikum dieses Mal zurück.

Der Shelly-Charme hat nicht gereicht

Shelly Phillips singt “Astronautenlied” im Halbfinale von "Unser Star für Baku" am 13.02.2012 in Köln © Brainpool/ProSieben Fotograf: Willi Weber Shelly unterstützte ihr "Astronautenlied" mit vielen starken Gesten. Shelly wirkte schon beim Sympathievoting zu Beginn der Sendung ein wenig angespannt - und musste dann tatsächlich als Erste auf die Bühne. Ihr "Astronautenlied" sorgte für Begeisterung bei den Juroren, die den Mut der 20-Jährigen lobten, nicht nur einen eigenen, sondern auch einen deutschsprachigen Song zu präsentieren. Kurzzeitig startete die Rakete durch und katapultierte Shelly auf Platz eins der Blitztabelle, doch am Ende reichte es - wenn auch nur sehr knapp - nicht für den zweiten Auftritt im Halbfinale.

Textlich konnten sicher viele Zuschauer den portugiesischen Song "Eu Vou Ser Mais Eu" von Ornella nicht bewerten. Stefan Raab vermutete ja, dass allein der brasilianische Fußballer Ailton 20 Mal für sie angerufen hatte. Wer auch immer es war, Ornella bekam dank des Votings die Chance auch noch "If I Ain't Got You" von Alicia Keys zu präsentieren - einen schwierigen Song, den sie aber perfekt meisterte. Beim zweiten Countdown sorgte der Auftritt dann für viele überraschend dafür, dass sie und nicht Mit-Favoritin Yana in das Finale am Donnerstag einzog.

Natürlich kein "Bad Day" für Roman

Yana Gercke beim Halbfinale von "Unser Star für Baku" am 13.02.2012 in Köln © Brainpool/ProSieben Fotograf: Willi Weber Yana Gercke unterlag Ornella beim zweiten Countdown nur denkbar knapp. Für Yana Gercke nämlich ist der Traum vom Auftritt beim Eurovision Song Contest an diesem Abend geplatzt. Das Küken in der Runde war schon bei der Vorstellungsrunde ziemlich nervös gewesen - spontan wollte ihr nicht einmal einfallen, was sie eigentlich singen wollte. Dabei hatte ihr erster Startertitel "Rolling In The Deep" von Adele sogar gerade einen Grammy gewonnen. Yanas Preis für den ersten Auftritt: Sie wurde weiter gewählt und durfte darum auch "Skyskraper" von Demi Lovato performen. Die Jury wollte dabei keine falschen Töne gehört haben und lobte den Auftritt als Yanas bislang besten. Emotional war er allemal, so sehr, dass der 20-Jährigen am Ende Tränen in den Augen standen. Die flossen dann allerdings auch am Ende der Sendung, nach Yanas Ausscheiden.

Roman Lob hatte sich bei der Songauswahl für "Bad Day" von Daniel Powter und "Use Somebody" von Kings of Leon entschieden. Mit beiden Auftritten überzeugte er die Jury vollends. Stefan Raab sagte am Ende sogar, er hoffe, dass es überhaupt noch Lieder gibt, die gut genug für den 21-Jährigen sind. Ein sehr viel größeres Kompliment hätte man Roman wohl kaum machen können. Der Favorit landete auch an diesem Abend wieder auf Platz eins und zog als Erster in das Finale ein. Der Druck wird sich dann noch einmal steigern.

Backstage

Shelly und Ornella sitzen im Bus, der sie vom Hotel zum Studio bringt. © NDR Fotograf: Claudia Timmann

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Rückblick

Die Jury für unser Star für Baku: Alina Süggeler, Thomas D und Stefan Raab  Fotograf: Willi Weber