Kein Plagiat: Grünes Licht für Cascada

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Kein Plagiat: Grünes Licht für Cascada

Cascada-Sängerin Natalie Horler präsentiert lächelnd einen Kuchen © NDR

Ihrer Reise ins schwedische Malmö steht nichts im Wege: Cascadas Song ist offiziell plagiatfrei.

Cascadas ESC-Song "Glorious" ist kein Plagiat von Loreens Vorjahres-Siegertitel "Euphoria" - das hat ein vom NDR in Auftrag gegebenes Gutachten ergeben. "Es lässt sich zusammenfassen, dass 'Glorious' und 'Euphoria' keine urheberrechtlich bedeutsamen Übereinstimmungen aufweisen. Sie sind lediglich stilistisch ähnlich und zeigen nur im Arrangement eine oberflächliche Berührung ohne urheberrechtlichen Belang", so das Fazit von Matthias Pogoda, der seit 1992 als Musikgutachter und Sachverständiger für Plagiatsfragen tätig ist und unter anderem Musikverlage und Urheberrechtskammern als Gerichtsgutachter berät.

Der NDR hatte das Gutachten in Auftrag gegeben, nachdem es in der Öffentlichkeit eine Diskussion über Ähnlichkeiten zwischen den beiden Liedern gegeben hatte.

Malmö steht nichts im Wege

"In seinem Gutachten hat Matthias Pogoda festgestellt, dass beide Songs sich in wesentlichen Punkten unterscheiden. Auch die Geschäftsführung des 'Euphoria'-Musikverlages 'peermusic' kennt das Gutachten und wünscht dem deutschen Beitrag von Cascada viel Glück. Deshalb freue ich mich, dass Cascada am 18. Mai beim Eurovision Song Contest in Malmö für Deutschland auf der Bühne stehen werden", sagt Thomas Schreiber, ARD-Unterhaltungskoordinator, zum Ergebnis des Gutachtens.

Wesentliche Unterschiede

In dem Gutachten untersucht Matthias Pogoda die "Vokale Melodik" und das "Arrangement" beider Songs, untergliedert in die Punkte "Strophen", "Refrains", "Strophenbegleitfiguren" und "Refrainbegleitfiguren". So stellt er fest, dass sich im Notenbild beider Musiken "keine auffälligen Ähnlichkeiten" finden. Das vokale Ideenwerk von "Glorious" und "Euphoria" sei im Gegenteil deutlich verschieden. Beide Songs seien zwar "mit ähnlichen und stiltypischen Mitteln arrangiert" und verwendeten "neben handelsüblichen Sounds und Beats (...) ähnliche Keyboardbegleitfiguren". Im Notenbild gegenübergestellt ließe sich aber erkennen, dass sich die Begleitfiguren beider Musiken deutlich unterschieden.

In seiner Bewertung schreibt der Musikexperte abschließend: "Für einen begründeten Plagiatsvorwurf müssten meines Erachtens detaillierte Übereinstimmungen einer längeren Begleitpassage vorliegen und weitere Arrangementbestandteile passgenau übereinstimmen. Dies ist hier nicht der Fall."

Stand: 25.02.13 16:40 Uhr

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