Cindy und Bert

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Cindy und Bert

von Irene Altenmüller

Sie gehörten in den 70ern zur deutschen Musiklandschaft wie die Prilblume zur Küchenkachel: Das Schlager-Duo Cindy und Bert. Als eine Art deutsche Antwort auf Sonny und Cher waren Cindy und Bert Stammgast in der ZDF-Hitparade und feierten Riesenerfolge mit Songs, die meist nach Sommer, Sonne und Spanienurlaub klangen. Mit dem Titel "Immer wieder Sonntags" schrieben sie sich in die Annalen der Schlagergeschichte ein.

Historie

Cindy und Bert

Norbert Maria Berger und Jutta Gusenburger, Jahrgang 1945 und 1948, stammen aus Völklingen im Saarland. Beide sammeln erste Musikerfahrungen in Amateur-Bands, bevor sie 1965 erstmals als Duo Cindy und Bert auftreten. Sie werden auch privat ein Paar, heiraten 1967 und bekommen 1976 einen Sohn, Sascha.

1969 bringt das Duo seine erste Schallplatte heraus und feiert mit "Saturday Morning" und weiteren Titeln wie "Caesar und Cleopatra" erste größere Erfolge. 1971 folgt "Der Hund von Baskerville", eine Cover-Version des Black Sabbath-Titels "Paranoid". Der Song ist komplett untypisch für den fröhlich-sonnigen Cindy-und-Bert-Sound und besitzt heute bei vielen Fans Kultstatus.

Gegen Waterloo kam keine Sommermelodie an

Cindy & Bert beim Grand Prix d'Eurovision 1974

1972 treten Cindy und Bert mit dem kraftvollen, gospelartigen Titel "Geh die Straße"erstmals beim deutschen Vorentscheid zum Eurovision Song Contest an. Gemeinsam mit Su Kramer kommen sie auf den zweiten Platz hinter Siegerin Mary Roos ("Nur die Liebe lässt uns leben"). Im folgenden Jahr versuchen Cindy und Bert es erneut. Doch weder "Wohin soll ich gehen?" noch "Zwei Menschen und ein Weg" bringen den erhofften Erfolg.

Wieder ein Jahr später folgt 1974 der dritte Anlauf. Diesmal setzen sich Cindy und Bert in einer internen Jury-Entscheidung durch und vertreten mit der "Sommermelodie" Deutschland beim Eurovision Song Contest in Brighton. Doch der etwas schwerfällige Titel landet gemeinsam mit den Songs aus der Schweiz, Norwegen und Portugal auf dem 14. und damit letztem Platz. Das Rennen machen ABBA mit "Waterloo" - für die vier Schweden der internationale Durchbruch.

Trennung, Reunion und seichte Nostalgie

Mit "Chanson d'été" und "Was die Sterne lenkt" versucht das Duo 1978 erneut sein Glück beim Vorentscheid. Der ausrichtende Sender Südwestfunk entscheidet sich jedoch für Ireen Sheer, die im Finale den sechsten Platz erreicht. In den 80er Jahren beginnt der Stern des erfolgreichsten Schlagerduos der 70er Jahre zu sinken. Bis Ende der 80er treten Cindy und Bert noch gemeinsam auf.

Cindy und Bert bei einem Auftritt in den Siebziger-Jahren. © dpa

1988 trennt sich das Duo sowohl privat als auch künstlerisch. Für viele Fans ein Schock, hatten sie doch in den beiden das perfekt harmonisierende Traumpaar gesehen. Bert Berger arbeitet in den Folgejahren vor allem als Komponist und Texter. Cindy beginnt eine Solokarriere als Sängerin. Zweimal tritt sie beim Grand Prix-Vorentscheid an. 1988 kommt sie mit "Und leben will ich auch" auf den zweiten, 1991 mit "Nie allein" auf den siebten Platz.

1994 feiert das Duo seine Reunion. Seitdem treten Cindy und Bert wieder regelmäßig auf und erfreuen ihre Fans mit wenigen neuen und vielen alten Hits. Die Portion 70er-Jahre-Nostalgie gibt es stets gratis dazu.

Bert stirbt im Beisein seiner zweiten Frau Milly am 14. Juli 2012 an den Folgen einer Lungenentzündung in einer Düsseldorfer Klinik.

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