Vier Mal hat Luxemburg die ESC-Krone ergattert, das letzte Mal 1983 auf deutschem Boden. Damals hatte das Herzogtum erneut eine Französin verpflichtet, um das Land beim Grand Prix zu repräsentieren. Die Rechnung ging auf: Die 22-jährige Corinne Hermés sang sich in einem rosafarbenen Kostüm in die Herzen der Zuschauer.
Mit ihrer ausdrucksvollen Stimme siegte sie mit acht Punkten Vorsprung gegenüber der israelischen Teilnehmerin Ofra Haza. Ihr von Jean-Pierre Millers komponierter Song "Si la vie est cadeau" erinnerte an die frühen Jahre des Wettbewerbs. In dem klassischen Lied besang Hermés das Leben als Geschenk. Damit knüpfte es an französische Chanson-Traditionen an, die in den 50ern und 60ern lange Zeit das Bild des Song Contest geprägt hatten. Den Erfolgstitel nahm die Sängerin nach dem Contest in mehreren Sprachen auf.
Nach ihrem Sieg tourte die junge Künstlerin um die Welt, um sich eine internationale Karriere aufzubauen. Trotz ihrer großartigen Stimme geriet Hermés jedoch schnell wieder in Vergessenheit. Lediglich in ihrem Heimatland platzierte sie bis 1989 ihre Lieder "Vivre à deux" und "Dessine-moi" in den Charts. 2006 nahm die Sängerin ein Akustikalbum auf. Drei Jahre später verpflichtete der staatliche TV-Sender France 3 die Musikerin als Jurypräsidentin, um mit zu entscheiden, wer Frankreich auf dem Eurovision Song Contest in Moskau repräsentieren sollte. Es wurde die Chanteuse Patricia Kaas. Heute lebt die Französin in Paris.

1983 holte die Sängerin in München für Luxemburg die ESC-Krone.