Alexa Feser: Liebliche Balladen am Klavier

Alexa Feser  Fotograf: Mathias Bothor

Alexa Feser hat schon mit fünf Jahren angefangen, Klavier zu spielen. Mit 17 weiß sie: Sie will Musikerin werden.

Alexa Feser kann sehr hartnäckig sein. Jahrelang versucht die zierliche Sängerin aus Wiesbaden, im Musikbusiness Fuß zu fassen. Unzählige Male verschickt sie Demotapes - 2008 dann die große Chance: Die 1979 geborene Hessin nimmt das Album "Ich gegen mich" auf und verliert den Kampf. Die selbst geschriebenen Pop-Songs verhallen ohne großes Echo. Trotz Enttäuschung gibt die junge Frau nicht auf. Sie schreibt neue Lieder und versucht erneut, ein Label zu finden.

Überraschender Anruf bringt die Wende

Jahrelang kommen nur Absagen oder - noch schlimmer - gar keine Reaktionen. Als sie sich langsam mit dem Gedanken anfreundet, als Brotberuf doch etwas anderes zu machen, klingelt das Telefon. Eine Dame von Warner Music ist dran. Sie ist begeistert von Fesers Demovideo, auf dem sich die Wahlberlinerin neben ihrem Stamminstrument Klavier auch mit der Ukulele begleitet. Die Künstlerin erhält eine Einladung zu einem Vorspiel in Hamburg und überzeugt. Endlich wird wahr, wovon sie so lange geträumt hat: Sie erhält einen Plattenvertrag.

Viel Zeit für die Plattenaufnahmen

Monatelang feilt die Musikerin zusammen mit dem Songwriter Steve van Velvet an ihren Liedern. Die Produktion übernimmt Andreas Herbig, der schon mit den Größen Udo Lindenberg, Adel Tawil und Ich + Ich zusammengearbeitet hat. Heraus kommt das nachdenkliche Deutsch-Pop-Album "Gold von morgen" mit Kompositionen, die Spiegelbild ihrer Seele seien, so die Künstlerin.

Das Medienecho ist positiv, der Tonträger erreicht Anfang Oktober 2014 Platz 44 der Charts und Alexa Feser geht auf eine erfolgreiche Tour. Kurz vor Weihnachten blickt die Durchstarterin zurück auf ein großartiges Jahr und bedankt sich überschwänglich auf Facebook: "Ich kann gar nicht wirklich in Worte fassen, was das für ein unfassbar, bewegendes Jahr für mich war. Danke für die tollen Momente auf der Tour, Danke für Euren großartigen Rückhalt und Danke dafür, dass Ihr mich meinen Traum leben lasst. Ihr seid das, nach dem ich lange gegraben und jetzt gefunden habe."

Der Opa ermutigt Alexa

Das musikalische Talent hat Alexa Feser von ihrem Großvater geerbt, der als junger Mann in die USA auswandert und sich dort als Jazzpianist durchschlägt. Auf Familienfesten unterhält er die Gesellschaft mit Stücken von Gershwin und Brubeck. Die Enkelin beeindruckt vor allem seine Hingabe und Leidenschaft für die Musik. Angestachelt von dem großen Vorbild beginnt sie mit fünf Jahren, Klavier zu spielen.

Als Schülerin geht sie in den Chor. Hier entdeckt das Mädchen sein Gesangstalent. Bald beginnt Alexa, sich eigene Songs auszudenken und mit 17 Jahren steht für sie fest: "Ich will Musikerin werden". 17 Jahre lang finanziert sie das Streben nach einer Künstlerkarriere durch Nebenjobs. Die aparte Blondine trägt Zeitungen aus, arbeitet als DJane, Messehostess, in der Gastronomie, als Flugbegleiterin und als Backgroundsängerin.

Jetzt kann die Singer-Songwriterin ihren Lebensunterhalt endlich durch die Musik bestreiten und hofft, dass das so bleibt. Der Start beim deutschen Vorentscheid für den ESC in Wien könnte ihr dabei helfen. Die Sängerin freut sich über diese Chance: "Ich bin sehr glücklich, dass man mich gefragt hat, ob ich am deutschen Vorentscheid für den Eurovision Song Contest teilnehmen möchte. Natürlich habe ich sofort ja gesagt. Insbesondere auch, weil ich es spannend finde, mich mit einem deutschsprachigen Lied für einen internationalen Wettbewerb zu bewerben. Das wird bestimmt ein interessanter und bunter Abend mit tollen Kollegen." Und das wird es auch. Alexa Feser kommt beim Publikum gut an, schafft es unter die besten vier. Doch dann ist für die Sängerin Schluss - das Ticket zum Song Contest nach Wien ersingt sie sich nicht.

Stand: 06.03.15 01:26 Uhr