Les Humphries Singers © dpa - Bildarchiv Fotograf: Bertram

Deutschland: The Les Humphries Singers

Die Les Humphries Singers 1976 beim Grand Prix

Auch Jürgen Drews ist 1976 beim Grand Prix mit den Les Humphries Singers dabei.

Seine Erfolgswelle endete mit einem drittletzten Platz beim Grand-Prix 1976 in Den Haag. John Leslie Humphreys alias Les Humphreys war einer der erfolgreichsten Komponisten und Popmusiker in den 70er Jahren. Mit seiner selbst zusammengestellen Gruppe Les Humphries Singers  verkaufte er mehr als 40 Millionen Schallplatten. Bekannte Lieder der Truppe waren unter anderem "Mama Loo", "Kansas City" oder "Mexico".

Etwas einfallslos und langweilig war dagegen der Titel "Sing Sang Song", den die Gruppe beim Wettbewerb in den Niederladen zum Besten gab. Die sechs fröhlichen Hippiemusiker trafen mit dem Lied weder den aktuellen Musikgeschmack des Publikums noch konnten sie mit einer besonderen Choreographie glänzen.

Das Ende eines Erfolgskonzeptes

Die aus internationalen Sängern und Sängerinnen bestehende Musikgruppe "Les Humphries Singers" bei einem Auftritt am 12.2.1973. © dpa - Bildarchiv

Nachdem Namensgeber Les Humphreys ins Visier der Steuerfahndung geriet, trennte sich die Band.

Nach der Niederlage beim Contest gab es widersprüchliche Aussagen, wie das Ergebnis zu werten sein. Manche Medien behaupteten, dass das Konzept der international zusammengewürfelten Gruppe und ihrem "Flower-Power-Zeitgeist" zu Ende sei. Les Humphreys selbst sagten in einem Interview, dass immerhin 450 Millionen Zuschauer in 33 Ländern zugesehen hätten und man somit auch auf den hinteren Plätzen genug Aufmerksamkeit bekommen habe.

Welcher Ansicht man sich auch anschloss, nach dem Desaster beim Wettbewerb folgten weitere negative Schlagzeilen. 1976 geriet Humphreys ins Visier der Steuerfahndung. Ende Mai erließ man in Deutschland gegen ihn Haftbefehl, so dass der Wahlhamburger zurück in seine Heimat England floh. Kurze Zeit später trennte er sich von seiner Frau Dunja Raijter, mit der er vier Jahre verheiratet war.

Der gefakte Tod

Humphrey zog sich immer mehr auf seinen Landsitz im englischen Alton zurück. Nach gelegentlichen Alkoholexzessen ließ er 1998 über seinen nicht existierenden Zwillingsbruder seinen angeblichen Tod verkünden. Fast zehn Jahre später starb Leslie Humphreys dann tatsächlich nach einer schweren Lungenentzündung an einem Herzinfarkt im Krankenhaus.

Comeback der Les Humphries Singers

Kurz darauf entschieden sich acht ehemalige Mitglieder für ein Comeback der Truppe. Die Idee für das Revival wurde von einem Frankfurter Fanclub organisiert, sie luden alle Sänger zu einem Treffen ein.  Gemeinsam veröffentlichten die "Les Humphries Singers Reunion" im Mai 2009 ein neues Album "Back in Time".

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Eurovision Song Contest | 03.04.1976 | 21:00 Uhr