Finnland: Paradise Oskar

von Stephan Schaar

Seit 40 Jahren nimmt Finnland am Eurovision Song Contest teil und konnte nur 2006 in Athen den Sieg davontragen. Mit "Da Da Dam" versuchte Paradise Oskar nun die Wiederholung dieses Erfolgs. Die finnischen ESC-Beiträge zeichneten sich in den letzten Jahren vor allem dadurch aus, dass sie gern mal mit ungewöhnlichen Klängen von Hardrock bis Polka überraschten. Mit wechselndem Erfolg: Während die zwei Blondinen von Kuunkuiskaajat 2010 in Oslo mit ihrer fröhlichen Polka "Työki ellää" bereits im Halbfinale scheiterten, gewannen die Monsterrocker von Lordi 2006 den Wettbewerb mit "Hardrock Halleluja".

Talentierter Junge, kein Wunderkind

Damals drückte ein 15-jähriger Junge namens Axel Ehnström noch fleißig die Schulbank und versuchte seine ersten Lieder zu Papier zu bringen. Anders als manch anderer Künstler beim ESC konnte Axel weder singen bevor er das Laufen lernte, noch konnte er schon als Fünfjähriger Mozart spielen. Dafür besitzt er aber einen starken Willen und Disziplin: Er lernt gern Neues, begeistert sich für Musik und schrieb seine ersten Songs ohne jede musikalische Ausbildung. Inzwischen studiert Axel Ehnström Musik am Pop & Jazz Konservatorium von Helsinki.

Die Eurovision Song Checker

Paradise Oskar tritt mit "Da Da Dam" für Finnland an. © YLE / Heli Sorjonen

Songcheck: Paradise Oskar - "Da Da Dam"

NDR Musikexperte Peter Urban über den finnischen Beitrag von Paradise Oskar.

Bei Astrid Lindgren geklaut

Bereits während seiner Schulzeit formte er aus den Melodien in seinem Kopf seine ersten Songs und hatte zunehmend den Wunsch, damit auch an die Öffentlichkeit zu gehen. Fehlte nur noch ein klangvoller Künstlername. In einer Geschichte von Astrid Lindgren wurde Axel fündig: Paradies Oskar war ein alter Landstreicher, der sich seinen Lebensunterhalt mit dem Akkordeon verdiente.

Paradise Oskar tritt mit "Da Da Dam" für Finnland an. © YLE / Heli Sorjonen Paradise Oskar siegte im Finale des Vorentscheids mit deutlichem Vorsprung vor der Konkurrenz. Was nun folgte, klingt wie ein modernes Märchen: Im Sommer 2010 entstand aus einer Improvisation auf der Gitarre und einem teilweise selbstironischen Text der Song "Da Da Dam". Eigentlich wollte Paradise Oskar nur ein Feedback auf seine Musik bekommen und schickte die mit einem Minibudget erstellte Demoaufnahme in den Wettbewerb für die offene Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest. Umso größer seine Überraschung, als er eine Mail vom finnischen Sender YLE bekam und erfuhr, dass die Jury seinen Titel in den Vorentscheid gewählt hatte.

Verblüfft über den eigenen Erfolg

Mit diesem Erfolg hatte der junge Musiker nicht gerechnet und war auch nicht wirklich auf einen Auftritt auf der großen ESC-Bühne vorbereitet. Mit Hilfe des bekannten Songwriters, Arrangeurs und Produzenten Leri Leskinen brachte er "Da Da Dam" in seine endgültige Fassung.

Ende November stellte er seinen Song erstmals öffentlich vor und bereits bei seinem ersten TV-Auftritt im Januar war das Publikum begeistert von der federleichten Gitarren-Ballade. Auf Anhieb gewann er die erste Vorentscheidsrunde und zog als Favorit ins Finale ein. Offenbar hatte Paradise Oskar die Herzen der Finnen im Sturm erobert: Er bekam im Televoting fast 50 Prozent der Stimmen und durfte sein Land beim Eurovision Song Contest in Düsseldorf vertreten.

Der Finne konnte auch das europäische Publikum überzeugen und zog ins Finale ein. Hoch gehandelt belegte er dann aber nur einen enttäuschenden 21. Platz.

TEILNEHMER 2011

Finale

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TEILNEHMER 2011

Halbfinale

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TEILNEHMER 2011

Dt. Vorentscheid

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Paradise Oskar

  • Song: "Da Da Dam"
  • Teilnahme: 2011 | Platz: 21
  • Land: Finnland Finnland
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Paradise Oskar tritt mit "Da Da Dam" für Finnland an. © YLE / Heli Sorjonen

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Bildmontage: Ein Mikrofon mit Lautschriftzeichen. © Fotolia.com Fotograf: nikkytok

Länder

Finnland  Fotograf: Britta Pedersen

Geschichte

Lordis Sänger im Grusel-Look © ddp Fotograf: Roland Magunia

Wolthers Welt

Lordi vor der Finnischen Flagge. (Bildmontage) © Fahne: Fotolia, Quelle Künstler: picture-alliance / dpa Fotograf: Fahne: Juergen Priewe, Fotograf Künstler: Jörg Carstensen