Georgien: Anri Jokhadze

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Georgien: Anri Jokhadze

von Marco Lambrecht

Trotz seines Scheiterns im Halbfinale hat Anri Jokhadze, der in Baku für Georgien ins Rennen ging, einen Rekord sicher: Er war der Kandidat mit der kürzesten Anreise. Der 31-jährige Sänger lebt in der georgischen Hauptstadt Tiflis und bis in die Hauptstadt des Nachbarstaates Aserbaidschan sind es nur knapp 560 Kilometer. Unser Hoffnungsträger Roman Lob überwand bei seiner Anreise aus Düsseldorf im Vergleich mal eben schlappe 4.000 Kilometer.

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Georgien: Anri Jokhadze - "I'm A Joker"

Er ist der Joker, er ist der Rocker - Anri Johkhadze ging 2012 für Georgien aufs Ganze. Mit seinem Titel spaltete er die ESC-Gemeinde: grässlich oder lustig? Im Halbfinale senkte sich der Daumen.

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Bombastischer Joker

Anri Jokhadze kam mit seinem Song "I'm A Joker" im zweiten Halbfinale am 24. Mai 2012 nicht weiter. Geschrieben wurde der Popsong von Rusudan Chkhaidze. Der 64-Jährige ist Absolvent des Staatlichen Konservatoriums in Tiflis und hat vor der Zusammenarbeit mit seinem Schützling Jokhadze vorwiegend klassische Konzerte, Choräle, Kantaten und Musicals komponiert. Womit sich die bombastische Arrangement von "I'm A Joker" quasi von alleine erklärt. Geradezu minimalistisch wirkt hingegen der Text von Bibi Kvachadze, der mehr in der experimentellen Musikszene Georgiens zu Hause ist.

Weit gereist

Anri Jokhadze startet beim ESC 2012 für Georgien  Fotograf: Leli Blagonravova

Auf den Festivalbühnen der Welt unterwegs: Anri Jokhadze.

Doch zurück zum Kandidaten mit der kürzesten Anreise: Wahrscheinlich hätte Anri Jokhadze, der seine vier Oktaven umfassende Stimme an der Art Academy in Tiflis geschult hat, gegen einen längeren Trip gar nichts einzuwenden gehabt. Dies legt zumindest seine Kurzbiografie nahe. Außer drei erfolgreich veröffentlichten Alben enthält sie eine Liste von 13 über den Erdball verstreuten Musikfestivals - darunter Stationen wie das bulgarische Varna (2003), Shanghai (2004) oder Eliat in Israel (2007) - deren Bühne Anri Jokhadze mehr als einmal als Sieger verlassen hat.

Immer wieder Eurovision

Als echte Grand-Prix-Fans interessieren wir uns allerdings mehr für eine seiner Niederlagen: 2009 nahm Anri Jokhadze mit dem Song "I" zum ersten Mal beim georgischen Vorentscheid teil, konnte aber nur dabei zusehen, wie Stefane & 3G mit "We Don't Wanna Put In" gewannen. Jenem politisch eingefärbten Titel, der nicht für die Endrunde in Moskau zugelassen wurde, was schließlich dazu führte, dass Georgien der Veranstaltung komplett fernblieb.

Dass der Georgier trotzdem schon einmal bei einer Endrunde des Eurovision Song Contest dabei gewesen ist, verdankt er seiner Kollegin Diana Gurtskaya. Die georgische Kandidatin des Jahres 2008 hatte sich für ihren Auftritt im Finale von Helsinki die Dienste von Anri Jokhadze als Backgroundsänger gesichert. Keine schlechte Wahl, wie der respektable elfte Platz für ihren Song "Peace Will Come" im Nachhinein bewies.

Anri und die Frauen

Ganz ohne Verstärkung wie bei seinem Sieg beim georgischen Vorentscheid am 19. Februar 2012 wollte Anri Jokhadze in Baku nicht an den Start gehen. Sein unterstützendes Personal war mit Veriko Turashvili, Nino Dzotsenidze, Nini Sermadini und Jokhadzes eigener Schwester Magda durchweg weiblich, was ein wenig davon ablenkt, dass für Georgien in seiner noch jungen ESC-Geschichte erstmals ein männlicher Act zur Endrunde reiste - wenn auch nicht besonders weit!

 

 

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Dieser Artikel wurde ausgedruckt unter der Adresse: http://www.eurovision.de/teilnehmer/Georgien-Anri-Jokhadze,anrijokhadze111.html