Gali Atari & Milk and Honey, VL: Reuven Gvirtz, Yehuda Tamir, Gali Tamir und Shmuel Bilu vertreten Israel 1979 beim Grand Prix und freuen sich über den 1. Platz  Fotograf: UPI

Israel: Gali Atari & Milk and Honey

Izhar Cohen and The Alpha-Beta beim Grand Prix d'Eurovision 1978

Die Israelis Izhar Cohen and The Alpha-Beta holten ein Jahr vor Gali Atari & Milk and Honey in Paris den Sieg.

Und jetzt alle: "Halleluja, mhmhmh ..." Der ESC-Gewinnersong von 1979 geht sofort ins Ohr. Bereits nach den ersten Takten kann man mitsummen, denn das ganze Lied besteht nur aus einem musikalischen Motiv, das sich sechsmal in verschiedenen Tonarten wiederholt. Auch der Text ist nicht besonders abwechslungsreich: bis zu viermal pro Strophe singen Gali Atari & Milk and Honey "Halleluja". Die restlichen Zeilen sind nicht so einfach zu verstehen, da die Band ihren Song, dem Reglement entsprechend, in der Landessprache vorträgt. Dem Quartett gelingt mit ihrer Hymne auf Gott und ein beseeltes, friedliches Leben die Titelverteidigung. Im Vorjahr hatten die Israelis Izhar Cohen and The Alpha-Betaden Songcontest in Paris für sich entscheiden können und die Veranstaltung damit zum ersten Mal in ein Land außerhalb Europas geholt.

"Hallelujah" gehört zu den großen ESC-Erfolgen

Das Zugpferd von Milk & Honey ist Sängerin Gali Atari, die schon vor dem ESC-Triumph in Jerusalem einige Erfolge als Sängerin und Schauspielerin hat. Mit gerade mal siebzehn Jahren vertritt sie 1971 zum ersten Mal ihr Land beim "World Popular Song Festival" in Japan. Fünf Jahre später startet sie erneut bei dem Gesangswettbewerb in Fernost. Auch beim israelischen ESC-Vorentscheid nimmt Gali Atari mehrfach teil - zum ersten Mal 1978. In dem Jahr reicht es nur für den dritten Platz, aber im Folgejahr hängt sie zusammen mit dem extra für den Vortrag zusammengestellten Gesangstrio Milk & Honey die Konkurrenz ab. Der sich anschließende ESC-Sieg ist der große Durchbruch für die vier Künstler. "Halleluja" wird ein Hit in Israel und vielen europäischen Ländern. Die Band geht auf eine internationale Tour und nimmt neue Songs auf, die in ihrem Heimatland sehr erfolgreich sind. Doch der Höhenflug endet schon ein Jahr später. Gali Atari & Milk and Honey trennen sich wegen Zwistigkeiten mit dem Management. Ein langwieriger Rechtsstreit schließt sich an. Erst 14 Jahre später wird den Geldforderungen der Sängerin nachgegeben und sie erhält eine große Summe vorenthaltener Honorare erstattet.

Erfolg als Solokünsterin

Gali Atari, die Sängerin der ESC-Sieger von 1979, Gali Atari & Milk and Honey. Die Israelin posiert in einem Türrahmen.

Für die Sängerin Gali Atari war der ESC-Sieg der Startschuss für eine lange Karriere.

Der Gospel-Schlager "Hallelujah" bleibt Gali Ataris einziger internationaler Hit, doch in Israel kann die Sängerin eine lange Karriere darauf aufbauen. Bis 2012 bringt sie zwölf Alben heraus und ist nach wie vor künstlerisch aktiv. Auch der ESC spielt immer mal wieder eine Rolle: Bei dem Gesangswettstreit, der 1999 erneut in Jerusalem stattfindet, singt Gali Atari zusammen mit allen Künstlern "Halleluja" - ein Vortrag in Gedenken an die Opfer des Kosovokrieges. 2010 eröffnet sie im Duett mit Harel Skaat, dem damaligen israelischen Kandidaten, die nationale Show "Kdam", bei der das ESC-Lied gewählt wird. Mit welchem Song? Natürlich mit der Friedenshymne von 1979.

Auch ihre damaligen Mitstreiter von Milk & Honey tauchen nach dem großen Triumph wieder im ESC-Umfeld auf. 1981 machen sie erneut beim nationalen Vorentscheid mit, jetzt mit der Sängerin Lea Lupatin. Das Quartett schafft es immerhin bis auf Platz 4. 1989 wollen sie es in der gleichen Besetzung noch einmal wissen, landen aber abgeschlagen auf dem achten Rang. Never change a winning team!

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Eurovision Song Contest | 31.03.1979 | 21:00 Uhr