Jowst auf der Bühne beim Finale in Kiew. © NDR Fotograf: Rolf Klatt
Stand: 13.05.17 22:52 Uhr

Jowst - Ein DJ und seine Stimme

Schon im Vorfeld des Eurovision Song Contest 2017 sorgt der norwegische Beitrag für Verwirrung. Das hat allerdings nichts mit dem Song selbst zu tun, sondern mit dem Teilnehmer-Namen. Jowst nennt sich der Kandidat, der für das nordeuropäische Land nach Kiew reist. Doch er selbst ist auf der Bühne eher im Hintergrund aktiv. Mit einer Maske vor dem Gesicht spielt er Gitarre oder bedient die Regler seines Mischpults. Die Blicke des Publikums sind vor allem auf Aleksander Walmann gerichtet, der am Mikrofonständer steht und singt. Kein Wunder also, dass viele Zuschauer den sympathischen Sänger für Jowst halten. Dabei leiht Walmann dem norwegischen Beitrag nur seine Stimme.

Jowst auf der ESC-Bühne in Kiew. © NDR / Rolf Klatt Fotograf: Rolf Klatt

Norwegen: Jowst - "Grab The Moment"

Eurovision Song Contest -

Mit hippen Videotricks und angesagten Klängen geben sich der norwegische DJ Jowst und Sänger Aleksander Walmann in der Elektro-Nummer "Grab The Moment" ganz zeitgemäß.

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Von Punk zu Elektro

Der Künstlername Jowst ist ein Akronym seines bürgerlichen Namens Joakim With Steen. Der Norweger wird am 26. Juni 1989 in Trondheim geboren. Mit 15 Jahren fängt er an, eigene Songs zu schreiben. Sein Herz schlägt damals weniger für elektronische Musik, sondern für ein ganz anderes Genre: den Punk. Jowst macht eine Ausbildung zum Produzenten. Beruflich zieht es ihn jedoch zunächst ins Klassenzimmer und nicht ans Mischpult - er unterrichtet an der Schule, an der er die Ausbildung gemacht hat. 2011 gründet er ein Tonstudio, in dem er als Tontechniker und Produzent tätig ist. Sein Markenzeichen: Auf der Bühne trägt Jowst schwarze Kleidung und eine Maske.

Aleksander Walmann, singt für den norwegischen ESC-Kandidaten Jowst. © Julia Naglestad/NRK Fotograf: Julia Naglestad

Der "The Voice"-Finalist Aleksander Walmann singt den Song "Grab The Moment".

Weil Jowst sich zwar mit Kompositionen und den Reglern am Mischpult gut auskennt, aber kein Sänger ist, setzt er auf die Stimme von Aleksander Walmann. Der wird als Aleksander Walmann Åsgården 1986 im norwegischen Porsgrunn geboren und wächst in einer musikalischen Familie auf. 2012 nimmt er bei der international erfolgreichen Castingshow "The Voice" teil und erreicht das Finale. Am Ende fährt er als Zweiter nach Hause. Mit ihm scheint Jowst den Richtigen ausgewählt zu haben. Sympathisch und authentisch - so lautet das Urteil der ESC-Fans in den einschlägigen Foren.

Jowst

Bürgerlicher Name: Joakim With Steen
Geburtsdatum: 26. Juni 1989
Geburtsort: Trondheim, Norwegen
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Hilfe von Facebook-Freunden

Genau wie bei seinem Auftritt holt sich Jowst auch bei der Entstehung des ESC-Songs Unterstützung. Ursprünglich trägt das Lied den Arbeitstitel "Making A Hit" und ist zu dem Zeitpunkt gar nicht für den Eurovision Song Contest gedacht. Songwriter Jonas McDonnell schreibt Jowst den Text für den Song. Doch der ist anscheinend noch nicht ganz zufrieden mit dem Lied und bittet auf Facebook um Hilfe. In einer geschlossenen Gruppe stellt er den Track vor und bekommt von Freunden Tipps, wie sich das Stück verbessern ließe. Das Ergebnis ist der moderne Elektro-Titel "Grab The Moment". Darin geht es darum, mit Ängsten umzugehen und die eigene Komfort-Zone zu verlassen.

Jowst scheint inzwischen zufrieden mit dem Song und schickt ihn zahlreichen Plattenfirmen zu, jedoch ohne positive Rückmeldung. Eher aus Spaß reicht er das Stück dann auch beim norwegischen Rundfunksender NRK ein, der Songschreiber und Komponisten öffentlich dazu aufgerufen hatte, sich um das Ticket zum ESC nach Kiew zu bewerben. Dort begeistert der Titel und Jowst wird eingeladen, am nationalen Vorentscheid teilzunehmen. Erst denkt er darüber nach abzusagen, doch dann tritt er an - eine gute Entscheidung, wie sich später herausstellen soll.

Elektro sticht Hard Rock und Folk

Jowst, Norwegens ESC-Kandidaten 2017, steht mit einer Maske vor dem Gesicht hinter einem Mischpult. © Julia Maria Naglestad/NRK

Die Maske ist das Markenzeichen von Norwegens ESC-Kandidat Jowst.

Beim "Melodi Grand Prix" treten Jowst und Aleksander Walmann gegen ein musikalisch vielfältiges Teilnehmerfeld an - sowohl Hard Rock als auch Country, Folk und Mainstream-Pop sind beim nationalen Vorentscheid vertreten. Doch Norwegen will 2017 Elektro beim Song Contest sehen: Jowst und sein Sänger gewinnen gegen die neun übrigen Kandidaten die Show. Insgesamt lassen sie damit rekordverdächtige 1.035 eingereichte Beiträge hinter sich. Über Gewinner und Verlierer des Show-Abends entscheiden in diesem Jahr in Norwegen nicht nur die Fernsehzuschauer, sondern auch eine internationale Jury, die aus Experten unter anderem aus Irland, Schweden, Deutschland und Armenien besteht. Den "Melodi Grand Prix" zu gewinnen, war "wie der erste Tag vom Rest meines Lebens", schreibt Jowst auf seiner Facebook-Seite.

Teilnehmer

Ein ungewöhnliches Duo

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Eurovision Song Contest | 13.05.2017 | 21:00 Uhr