Schweiz: Michael von der Heide

  • Teilen

Schweiz: Michael von der Heide

von Marco Lambrecht

"If We All Give A Little" - wenn alle ein bisschen geben, dann reicht das beim Eurovision Song Contest immerhin für einen Platz unter den ersten 24. Mit diesem Song und der Band six4one verhalf ein gewisser Ralph Siegel der Schweiz im Jahr 2006 zur vorerst letzten Finalteilnahme. Die Repräsentanten des Schweizer Fernsehens ficht es aber wenig an, dass sie seitdem bei ihrer Künstlerlotterie hinter verschlossenen Türen nur noch Nieten gezogen haben.

00:00:00 Uhr
live
  • 00:00:00 / 00:00:00

Schweiz: Michael von der Heide - Il pleut de L'Or

0 bei 0 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

Mit eidgenössischer Gelassenheit halten sie am internen Verfahren fest und kürten das Schweizer Eigengewächs Michael von der Heide zu ihrem Wunschkandidaten für Oslo. Mit dessen französischer Pop-Hymne "Il pleut de l'Or" - auf Deutsch "Es regnet Gold" - wollen sie 2010 endlich wieder das Halbfinale überstehen. 

Ein Bubentraum geht in Erfüllung

Michael von der Heide © Michael von der Heide

Michael von der Heide will, dass es Gold regnet.

Der Song würde auch einer Céline Dion gut zu Gesicht stehen und so ist es keine musikalische Überraschung, dass sich Michael von der Heide nicht lange mit den jüngsten Misserfolgen von DJ Bobo oder den Lovebugs aufhält. Viel lieber schwärmt der 38-Jährige im Interview mit seinem Schweizer Haussender von den Sternstunden, die Lys Assia, Paola oder eben Céline Dion beim Grand Prix abgeliefert haben. Und im schönsten Schwyzerdüütsch fügt der Sänger hinzu, dass mit seiner Nominierung ein "Bubentraum" in Erfüllung gehe. Geträumt hat von der Heide im Schweizer Kanton St. Gallen – dort ist er in dem idyllischen Bergdorf Amden als Sohn einer Schweizerin und eines deutschen Vaters aufgewachsen. 

Natürlich behauptet jeder Kandidat, er sei schon immer ein großer Fan von Europas größtem Musikwettbewerb gewesen, aber Michael von der Heide kann seine Worte mit Taten untermauern. Mit der Siegerin des ersten Grand Prix von 1956, Lys Assia, durfte er 2007 ein Duett aufnehmen und bereits 1999 arbeitete er beim deutschen Vorentscheid an seinem Jugendtraum. Leider hatten die Zuschauer etwas anderes im Sinn und verweigerten dem Song "Bye Bye Bar" ihre Zustimmung. 

Treue Fanbasis

Michael von der Heide © www.patrickmettraux.com

Acht Alben hat Michael von der Heide aufgenommen.

Nach diesem kleinen Karriereknick in Deutschland fand von der Heide Trost in der Heimat. Im Jahr 2000 kletterte sein bislang erfolgreichstes Album "Tourist" auf Platz fünf der Schweizer Albumcharts. Mit dem aktuellen Longplayer "Freie Sicht" zählt von der Heides Diskografie mittlerweile acht Alben und auch in Deutschland hat er sich in der vergangenen Dekade eine treue Fanbasis erarbeitet.

Nur für eine Auszeichnung mit Edelmetall hat es für seine mehrsprachigen Produktionen auf Deutsch, Französisch und Schwyzerdüütsch noch nicht gereicht. Aber welcher Sänger braucht schon eine Goldene Schallplatte, wenn er beim Eurovision Song Contest musikalisch Gold regnen lassen kann? Allerdings hätte Michael von der Heide dies in Oslo sicher gerne zwei Mal getan: Sein Schauer aus flüssigem Edelmetall verebbte bereits bei seinem ersten Auftritt im Halbfinale wieder - das Finale fand ohne die Schweiz statt.