Marija Serifovic vertritt 2007 Serbien beim Grand Prix © dpa Fotograf: Jörg Carstensen

Serbien: Marija Šerifović

Marija Šerifović auf der Pressekonferenz nach ihrem Sieg beim ESC 2007 © dpa Fotograf: Jörg Carstensen

Bei der Pressekonferenz nach dem Sieg ist die Sängerin völlig aus dem Häuschen.

Die Siegerin des Eurovision Song Contest 2007 in Helsinki entstammt einer Künstlerfamilie. Ihre Mutter ist die in Serbien bekannte Ethno-Sängerin Verica Šerifović. Marija wurde am 14. November 1984 in Kragujevac geboren. Bereits im Alter von zwölf Jahren hatte sie ihren ersten öffentlichen Auftritt, auch da schon mit einem gefühlvollen wuchtigen Stück: Whitney Houstons Pop-Ballade "I will always love you".

Die 22-Jährige besuchte die Musikhochschule, studierte Betriebswirtschaftslehre, bis sie 2003 professionell zu singen begann und ihr erstes Soloalbum ("Naj, najbolja") veröffentlichte.

Getrennter Neuanfang

Marija Šerifović verdankte ihren Auftritt nicht nur dem Votum der Expertenjury und der Zuschauer beim serbischen Vorentscheid. Erst die Trennung der ehemaligen Bruderstaaten Serbien und Montenegro im vergangenen Jahr hat ihren Auftritt in Helsinki möglich gemacht. Am 21. Mai 2006 - einen Tag nach Lordis Sieg im Grand Prix Finale von Athen - votierten die Montenegriner mit knapper Mehrheit für die Unabhängigkeit von Serbien. Damit endete auch die dreijährige Zusammenarbeit zwischen der serbischen Sendeanstalt RTS und ihrem montenegrinischen Pendant RTCG bei der Suche nach einem Grand Prix Kandidaten. Eine Zusammenarbeit, die nicht immer reibungslos verlief. So konnte 2006 ein Streit um das angeblich politisch eingefärbte Abstimmungsverhalten der Jurymitglieder aus Montenegro nicht beigelegt werden. Am Ende zog Serbien-Montenegro seine Teilnahme zurück.

Montenegro zu Gast beim Vorentscheid

Marija Serifovic auf der Pressekonferenz nach ihrem Sieg beim ESC 2007 © dpa Fotograf: Jörg Carstensen

Serbien tritt mit Marija Šerifović zum ersten Mal als unabhängiges Land an und setzt sich gleich an die Spitze.

2007 organisierten beide Länder erstmals ihren eigenen Vorentscheid und zumindest musikalisch reichte man sich wieder die Hand. Beim Sieg von Marija Šerifović gehörte der montenegrinische Kandidat Stevan Faddy zu den Ehrengästen. Er wurde Zeuge, wie sie die Konkurrenz beherrschte. Ihre kraftvolle Ballade "Molitva" - auf Deutsch "Gebet" - war der klare Favorit der Televoter und erhielt auch von der Jury die zweitbeste Wertung. Wie sich in Helsinki herausstellt, hatten Zuschauer und Jury den richtigen Riecher.

Zu Gast bei nationalen Vorentscheiden

Seit ihrem Sieg hat Marija auf mehreren nationalen Vorentscheiden zum Grand Prix teilgenommen, etwa beim deutschen Vorentscheid im März 2008 im Schauspielhaus Hamburg und beim irischen Song Contest Finals in Limerick, bei der der Teilnehmer Dustin the Turkey mit dem Song "Irlande douze points" als Sieger hervorging. Marija meinte zum umstrittenen Sieg des irischen Finalisten: "Es zahlt sich manchmal aus, anders zu sein, als die anderen".

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Eurovision Song Contest | 12.05.2007 | 21:00 Uhr