Sandra Kim gewann 1986 für Belgien den Grand Prix.
Ihr Sieg war keine Überraschung: Schon zu Beginn der Punktevergabe beim Grand-Prix 1986 in Norwegen zeichnete sich ein deutlicher Trend ab. Sandra Kim bekam aus fünf von insgesamt zwanzig Teilnehmerländern die Höchstpunktzahl. Auch die Jurymitglieder der anderen Nationen waren von der jungen Belgierin und ihrem Lied "J´aime la Vie" ("Ich liebe das Leben") begeistert. Nur Deutschland ließ sich von ihrem energiegelanden Auftritt nicht anstecken, von dort gab es nur einen Punkt. Dennoch schrieb Sandra Grand-Prix Geschichte, weil sie mit 13 Jahren die jüngste Siegerin seit Beginn des Wettbewerbs ist.
Tatsächlich hatte Sandras Manager beim Alter seiner Kandidatin geschummelt - er behauptete sein Schützling wäre bereits 15 Jahre alt. Trotz ihrer Jugend wusste die Schülerin schon damals genau, was sie wollte. In einem Interview kurz nach ihrem Sieg verriet sie, dass sie sich mit dem Gewinn ihres Plattenverkaufs gerne ein Haus mit Schwimmbad kaufen wolle. Ansonsten waren Sandras Ansprüche eher bescheiden. Gleich nach ihrem Auftritt wünschte sie sich als Belohnung nur ein großes Eis.
Heute hört man nicht mehr viel von der einst so vielversprechenden Künstlerin. Sandra Kim, die mit bürgerlichem Namen Caldarone heißt, lebt in Nosseghem. In diesem kleinem Dorf nicht weit vom Brüsseler Airport entfernt, bewohnt sie zusammen mit ihrem Mann eine Wohnung. Sie singt ab und zu auf Kinderfesten und sammelt Songs für ein neues Album.

Das dreisprachige Land zählt zu den Gründern des Eurovision Song Contests.

Die erst 13-jährige Sandra Kim holte den Sieg für Belgien.