Alle Infos zum Eurovision Song Contest 2025 in der Schweiz
Unter dem Motto "United By Music" fand der Eurovision Song Contest 2025 in der Schweiz statt. Basel richtete den Wettbewerb aus. Gewonnen hat der Countertenor JJ aus Österreich.
Die Verantwortlichen der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG SSR) hatten Ende August Basel zur Austragungsstadt für den 69. Eurovision Song Contest benannt. Die Shows fanden in der St. Jakobshalle statt. Es moderierten Michelle Hunziker, Hazel Brugger und Sandra Studer.
Teilnehmer am Eurovision Song Contest 2025
Alle Länder, die aktive Vollmitglieder der Europäischen Rundfunkunion (EBU) sind, dürfen automatisch am ESC teilnehmen, wenn sie wollen. Dies trifft zwar für Australien nicht zu, da es lediglich assoziiertes Mitglied ist, seit 2015 wird das Land jedoch gesondert eingeladen. Insgesamt nahmen 37 Länder am ESC 2025 teil. Am 28. Januar wurde beim Allocation Draw in Basel live ausgelost, welche Länder in welchem Halbfinale antreten sollten. Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien als die sogenannten Big Five sowie das Gastgeberland Schweiz waren automatisch für das Finale gesetzt. Die anderen 31 Länder mussten sich zunächst in den beiden Halbfinalen qualifizieren, 20 von ihnen schafften es dann ins Finale, das in diesem Jahr aus 26 Ländern bestand. Die Startreihenfolge der Kandidatinnen und Kandidaten wurde nach dem zweiten Halbfinale von den Produzenten der Show nach dramaturgischen Gesichtspunkten festgelegt.
Diese Acts hatten sich im zweiten Halbfinale für das Finale qualifiziert
- Finnland: Erika Vikman - "Ich komme"
- Österreich: JJ - "Wasted Love"
- Malta: Miriana Conte - "Serving"
- Luxemburg: Laura Thorn - "La poupée monte le son"
- Dänemark: Sissal - "Hallucination"
- Litauen: Katarsis - "Tavo Akys"
- Armenien: Parg - "Survivor"
- Israel: Yuval Raphael - "New Day Will Rise"
- Lettland: Tautumeitas- "Bur man laimi"
- Griechenland: Klavdia - "Asteromata"
Ausgeschieden im zweiten Halbfinale 2025 waren:
- Australien: Go-Jo - "Milkshake Man"
- Montenegro: Nina Žižić - "Dobrodošli"
- Irland: Emmy - "Laika Party"
- Georgien: Mariam Shengelia - "Freedom"
- Tschechien: Adonxs - "Kiss Kiss Goodbye"
- Serbien: Princ - "Mila"
Als Big-Five-Länder konnten auch Deutschland, Frankreich und Großbritannien im zweiten Semi ihre Stimmen für die Acts abgeben. Auch die Acts dieser Ländern präsentierten sich in der Show zum ersten Mal live dem Publikum.
Erstes ESC-Halbfinale: Diese Acts hatten sich für das Finale qualifiziert
- Schweden: KAJ - "Bara bada bastu"
- Norwegen: Kyle Alessandro - "Lighter"
- Albanien: Shkodra Elektronike - "Zjerm"
- Island: VÆB - "Róa"
- Niederlande: Claude - "C'est la vie"
- Polen: Justyna Steczkowska - "Gaja"
- San Marino: Gabry Ponte - "Tutta l'Italia"
- Estland: Tommy Cash - "Espresso Macchiato"
- Portugal: NAPA - "Deslocado"
- Ukraine: Ziferblat - "Bird Of Pray"
Ausgeschieden im ersten Halbfinale 2025 waren
- Slowenien: Klemen - "How Much Time Do We Have Left"
- Belgien: Red Sebastian - "Strobe Lights"
- Aserbaidschan: Mamagama - "Run With U"
- Kroatien: Marko Bošnjak - "Poison Cake"
- Zypern: Theo Evan - "Shh"
Als Big-Five-Länder konnten auch Italien und Spanien sowie die Schweiz als Gastgeberland im ersten Semi ihre Stimmen für die Acts abgeben. Außerdem hatten die Acts aus diesen Ländern in der Show ihren ersten Liveauftritt.
Deutschland beim ESC 2025
Die ARD - unter der Federführung des NDR - richtete zusammen mit RTL und Stefan Raab den deutschen ESC-Vorentscheid aus. Bewerbungen für die vierteilige Show "Chefsache ESC 2025 - Wer singt für Deutschland?" waren bis 28. November möglich. Aus allen Bewerbungen hatten Stefan Raab und sein Team 24 Sängerinnen, Sänger und Bands ausgesucht, die zunächst in die Vorrunden gingen. In der ersten sowie in der zweiten Show hatten sich jeweils sieben Acts für das Halbfinale qualifiziert. Im Finale standen dann noch neun Kandidaten. Abor & Tynna aus Österreich setzten sich mit "Baller" gegen die Konkurrenz durch.
Montenegro wieder dabei, Moldau zog zurück
Zwei Jahre lang setzte Montenegro aus Kostengründen beim ESC aus. 2025 war das Land aber zurück beim Wettbewerb. Bei bislang zwölf Teilnahmen erreichte Montenegro nur zweimal das Finale - zuletzt 2015 in Wien mit Knez. Am 22. Januar hatte der moldauische Rundfunk TeleRadio-Moldova (TRM) seine im vergangenen Jahr abgegebene ESC-Zusage wieder zurückgezogen. Als Gründe wurden wirtschaftliche, administrative und künstlerische Herausforderungen genannt.
Suspendierte Länder und keine Rückkehrer
Belarus wurde bereits 2021 von der Europäischen Rundfunkunion als Mitgliedsland suspendiert und darf daher bis auf Weiteres nicht am Wettbewerb teilnehmen. Seit 2022 ist auch Russland vom ESC ausgeschlossen. Der slowakische Sender RTVS hatte Anfang April bekannt gegeben, auch 2025 aus finanziellen Gründen dem ESC fernzubleiben.
Proteste gegen Teilnahme Israels
Wie bereits im Vorjahr forderten verschiedene öffentlich-rechtliche Sender sowie ehemalige ESC-Acts aufgrund der Situation in Gaza den Ausschluss Israels vom Wettbewerb. So auch Vorjahressieger Nemo. "Ich unterstütze Aufrufe, Israel vom ESC auszuschließen. Israels Vorgehen verstößt grundlegend gegen die Werte, die Eurovision hochzuhalten vorgibt - Frieden, Einheit und Achtung der Menschenrechte", so Nemo in einer Stellungnahme. Die Europäische Rundfunkunion (EBU) sah keinen Handlungsbedarf. Im Zuge der angekündigten Proteste warnte Israels Nationaler Sicherheitsrat Juden und Israelis den Eurovision Song Contest zu besuchen.
ESC-Eröffnung auf dem Turquoise Carpet
Die offizielle Eröffnungszeremonie des Events mit dem Schaulaufen der 37 teilnehmenden Länder fand am 11. Mai statt. Dafür wurde traditionsgemäß der türkisfarbene Teppich ausgerollt. Es war der bislang größte in der ESC-Geschichte und reichte vom Rathausplatz über die Mittlere Brücke bis hin zum Messegelände mit dem Eurovision Village.
Interval-Acts: Hommage an Schweizer ESC-Geschichte
Das Schweizer Fernsehen hatte am 14. April erste Details zu den drei Shows im Mai präsentiert: Zum ersten Mal standen Paola (Schweiz 1969 und 1980), Peter, Sue & Marc (Schweiz 1971, 1976, 1979 und 1981), Luca Hänni (Schweiz 2019) und Gjon's Tears (Schweiz 2020 und 2021) gemeinsam auf der Bühne, um ein Medley zu singen. Auch Vorjahressieger Nemo kehrte auf die ESC-Bühne zurück.
Alte Bekannte aus dem Vorjahr
Neben Nemo durften sich die Fans über weitere vertraute Gesichter vom ESC 2024 in Malmö freuen. Iolanda (Portugal), Jerry Heil (Ukraine) sowie Marina Satti (Griechenland) hatten Gastauftritte.
Fairplay-Gelöbnis für besseres Gemeinschaftsgefühl
Nach der Kritik einiger Delegationen am ESC 2024 in Malmö führte die Europäische Rundfunkunion verpflichtende Verhaltensregeln für alle am Wettbewerb Beteiligten ein. Unter anderem gibt es einen Verhaltenskodex und ein Protokoll zur Sorgfaltspflicht.
Motto "United By Music" bleibt bestehen
Seit Ende 2023 steht fest: Der für den ESC in Liverpool kreierte Slogan "United By Music" wird nun dauerhaft verwendet. Alle künftigen ESC-Austragungen stehen unter diesem Motto. Damit setzt die EBU auf Kontinuität für die Zukunft des Eurovision Song Contests. Der Slogan sei perfekt, um die Werte der Inklusion, Gleichheit, Universalität und Vielfalt durch Musik zu unterstreichen, erklärte Martin Österdahl, Executive Supervisor des Eurovision Song Contest. Die visuelle Gestaltung des Wettbewerbs hingegen wird jedes Jahr neu kreiert.
Lumo: Der ESC hat wieder ein Maskottchen
Nach 1990 (Eurocat), 1992 (Eurobird) und 2002 (Roboter Leo) gibt es in der Geschichte des ESC wieder ein offizielles Maskottchen für das Musikevent im Mai. Für Basel hat Lumo das Licht der ESC-Welt erblickt: eine herzförmige Figur, die das Motto "United By Music" symbolisieren soll.
Tickets für den ESC in Basel
Wer Karten für den ESC 2025 kaufen wollte, musste sich bis zum 10. Januar online registrieren. Die Karten in beiden Verkaufrunden im Januar und März waren innerhalb kurzer Zeit ausverkauft.
Referendum gegen Ausrichtung in Basel gescheitert
Neben Basel hatten sich noch Genf, Zürich sowie gemeinsam Bern und Biel beworben. Nach der Nominierung hatte der Rat der Stadt Basel grünes Licht für die Austragung gegeben und Ausgaben in Höhe von 37 Millionen Schweizer Franken (rund 40 Millionen Euro) für Infrastruktur, Sicherheit, Rettung, Transporte, Unterkünfte, Welcome-Aktionen und Rahmenveranstaltungen rund um den ESC bewilligt. Eine christlich-konservative Splitterpartei hatte per Referendum versucht, die Ausrichtung des ESC in Basel zu stoppen. Bei der Volksabstimmung am 24. November hat sich jedoch eine Zweidrittelmehrheit der Basler Bevölkerung für den ESC ausgesprochen.
Erfahrenes Produktionsteam
Reto Peritz vom SRF und Moritz Stadler von RTS waren die ausführenden Produzenten des kommenden ESC in der Schweiz. Beide haben langjährige Erfahrungen mit dem Wettbewerb. Peritz war bereits Leiter der Schweizer ESC-Delegation und von 2019 bis 2021 Mitglied der Reference Group. Moritz Stadler war lange für die EBU tätig.
Regeln für den ESC
In den vergangen Jahren haben sich einige ESC-Regeln geändert. Diese Neuerungen betreffen unter anderem die Startreihenfolge im Finale, das Voting sowie die Halbfinalpräsentation der Big-Five-Länder. Außerdem gibt es in den Halbfinalen keine Juryabstimmungen mehr.
69. Eurovision Song Contest
Datum
17. Mai 2025
Austragungsort
Basel in der Schweiz
Motto
"United by Music"
Moderation
Michelle Hunziker, Hazel Brugger und Sandra Studer
Teilnehmerländer
37
Fernsehsender
SRG SSR
Deutscher Act
Abor & Tynna