Stand: 08.11.18 11:00 Uhr

Aly Ryan - positiver Pop aus dem Tagebuch

Die Sängerin Aly Ryan beim Song Writing Camp in Berlin. © Marcel Stober

Aly Ryan mag es bunt. Zum Beispiel auch im knallgelben Pullover.

Aly Ryan hatte auf jeden Fall die längste Anreise zum Song Writing Camp nach Berlin. Seit fünf Jahren lebt die 21-jährige Sängerin in Los Angeles, wurde dort vor allem auf der Musikplattform Soundcloud bekannt, veröffentlichte mehrere Songs und arbeitet an einem Album. Der letzte ESC, den sie sah, war der in Oslo 2010, seitdem ist sie raus aus dem Thema, möchte aber unbedingt wieder hinein. Der ESC passe zu ihrer Musik "wie die Faust aufs Auge" - da ist sie sich sicher. Auch Michael Schultes Song "You Let Me Walk Alone" habe ihr gefallen, weil Song und Performance so authentisch gewesen seien. Und authentisch - das ist Aly auch.

Aly Ryan im Interview.  Foto: Mairena Schuster

Aly Ryan: Von Oberursel nach Berlin

Eurovision Song Contest -

Stefan Spiegel spricht mit Aly Ryan über die Zeit im Song Writing Camp, ihre Vergangenheit, aber vor allem über Musik und den ESC, der zu ihr "wie die Faust aufs Auge passt".

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Mit 16 Jahren verlässt sie Deutschland

Ihre Authentizität hat ihr, als sie noch in Deutschland wohnte, keine Freunde gebracht. Aly stammt aus Oberursel in Hessen, einer Kleinstadt, in der sie sich nie richtig wohl gefühlt hat. Schon damals kleidete sie sich gerne anders als andere, in der Schule wurde über sie getratscht und nie fühlte sie sich einer Gruppe zugehörig. Als sie 15 Jahre alt war, starb ihr zwei Jahre älterer Bruder. Nach ein paar Monaten in England fasste sie den Entschluss, die "alte Welt" in Deutschland hinter sich zu lassen und zog nach Los Angeles. Hier wurde aus Alexandra Eigendorf, wie sie eigentlich heißt, Aly Ryan. Der Anfang in L.A. sei natürlich hart gewesen, sagt sie, aber irgendwann habe sie die richtigen Leute kennengelernt, um mit ihnen Musik zu machen. Wenn Aly deutsch spricht, mischt sie mittlerweile gerne englische Worte darunter. In L.A. fühlt sie sich akzeptiert und kann dort auch gar nicht als schräg auffallen: "Da ist jeder anders."

Aly Ryan

Bürgerlicher Name: Alexandra Eigendorf
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Autodidaktin mit eigenem Stil

Die Liebe zur Musik hat sie von ihrem Vater. Er spielte Gitarre und sang Lieder, die er geschrieben hatte, als sie noch ein Baby war. Später brachte sich Aly selbst Gitarre und Klavier bei. Ihre Songs sind "ein bisschen wie ein Tagebuch". Sie schreibt darin, was sie erlebt hat und verarbeiten möchte - und eben lieber singt als sagt. Unter den Kandidaten des Song Writing Camps ist sie wohl die Schrillste. Aly sagt, sie mag einfach gerne Farben. Ihre Musikvideos, etwa zu "No Parachute" sind bunt, genauso ihre Plattencover. Sie singt positiven Indie-Pop und findet es wichtig, in ihren Liedern ihre eigenen Handschrift zu erkennen. Dabei will sie immer ehrlich sein: "Je mehr man von sich gibt und erzählt, je ehrlicher man ist, desto besser kommen die Songs auch bei den Zuhörern an", denkt sie. Eines Tages zurück nach Deutschland zu ziehen, kann sich Aly durchaus vorstellen - vielleicht könnte dies mit einem Erfolg beim ESC zusammenhängen.

Dieses Thema im Programm:

NDR Blue | ESC Update | 24.11.2018 | 19:05 Uhr