Hafenansichten der Städte Glasgow und Liverpool (Montage) © NDR/Colourbox Foto: Anja Deuble/ Figurniy Sergey

Glasgow und Liverpool noch im Rennen um Gastgeberschaft

Stand: 28.09.2022 10:16 Uhr

Die Entscheidung welche Stadt den Eurovision Song Contest 2023 ausrichtet, fällt zwischen Glasgow und Liverpool. Das hat die BBC bekannt gegeben. Es folgen nun weitere Beratungen mit Vertretern der Bewerberstädte.

Welche Stadt den Zuschlag erhält, entscheidet sich in den kommenden Wochen. Der ESC 2023 findet in Großbritannien (UK) statt, da das diesjährige Gewinnerland Ukraine aufgrund des russischen Angriffkrieges den Wettbewerb nicht ausrichten kann. Der letzte auf britischem Boden ausgetragene ESC fand 1998 in Birmingham statt.

UMFRAGE

Mögliche Antworten

Liverpool oder Glasgow: Wo soll der ESC 2023 stattfinden?

"Der Eurovision Song Contest ist die komplexeste TV-Produktion der Welt mit sehr spezifischen logistischen Anforderungen, um rund 40 Delegationen und Tausenden von Crewmitgliedern, Freiwilligen, Presse und Fans unterzubringen. Wir sind zuversichtlich, dass unsere letzten beiden Städte am besten geeignet sind, diese Herausforderung zu meistern, und freuen uns darauf, unsere Gespräche fortzusetzen, um diejenige auszuwählen, die im nächsten Mai das größte Musikereignis der Welt ausrichten wird." Martin Österdahl, Executive Supervisor des ESC

Glasgow: Von der Filmkulisse zur Wirklichkeit?

Glasgow ist die größte Stadt Schottlands. Dank des musikalischen Erbes und der lebendigen und vielfältigen Musikszene mit wöchentlich über 130 Veranstaltungen, wurde Glasgow 2008 zur ersten UNESCO-Musikstadt des Vereinigten Königreichs ernannt. 2020 veröffentlichte der Streaming-Anbieter Netflix mit "The Story Of Fire Saga" eine Komödie von Will Ferrell, die vor dem Hintergrund des Musik-Wettbewerbs spielt. Die Handlung war bei einem fiktiven ESC in Edinburgh angesiedelt. Als Drehort für die Arena diente neben der realen ESC-Bühne von Tel Aviv 2019 auch die Mehrzweckhalle OVO Hydro in Glasgow. Aber Glasgow hat auch eine ESC-Siegerin zu bieten: Lulu gewann den Wettbewerb 1969 in Madrid mit dem Titel "Boom Bang-A-Bang".

Liverpool: Wiege der Beatles

Auch 60 Jahre nach Erscheinen der ersten Beatles-Single hat Liverpool musikalisch viel zu bieten. Die nord-englische Hafenstadt trägt ebenfalls das Siegel als UNESCO-Musikstadt und war 2008 Kulturhauptstadt Europas. Neben den Beatles hat die Stadt auch Stars wie Frankie Goes to Hollywood, The Lightning Seeds, Orchestral Manoeuvres in The Dark, Echo & The Bunnymen, Dead or Alive, The Wombats, Atomic Kitten und natürlich Sonia, die Zweitplatzierte beim Eurovision Song Contest 1993 in Millstreet, hervorgebracht. Außerdem hat Liverpool mit dem Royal Liverpool Philharmonic Orchestra eins der besten Orchester Europas. Ort des ESC-Geschehens könnte 2023 die M&S Bank Arena an der Uferpromenade werden.

Neben Glasgow und Liverpool waren zuletzt auch Birmingham, Leeds, Manchester, Newcastle und Sheffield im Rennen. Seit Bekanntgabe der ursprünglich sieben Bewerberstädte hat Glasgow bei den Wetten der Buchmacher die Nase vorn.

BBC springt für Ukraine ein

Schon als bekannt wurde, dass die Ukraine aufgrund des Krieges den ESC 2023 nicht ausrichten kann, kündigte die Europäische Rundfunkunion (EBU) Gespräche mit der britischen BBC an. Im kommenden Jahr sind die Big Five, also die Länder mit den größten Zuschauermärkten (Deutschland, Spanien, Italien, Großbritannien (UK) und Frankreich), sowie die Ukraine als aktueller Gewinner automatisch fürs Finale gesetzt. Es gibt also wieder 26 Starter im Finale, wie zuletzt in Rotterdam 2021.

ESC 2023 soll ukrainische Kultur zeigen

Die Gruppe "Kalush Orchestra" auf der ESC-Bühne in Turin. © EBU Foto: Sarah Louise Bennett
Ukrainische Kultur: Mit dem Folk-Hip-Hop-Song "Stefania" gewann das Kalush Orchestra den ESC 2022.

Die BBC hat bereits vier Mal die Hosting-Aufgaben für andere Gewinnerländer übernommen: 1960 in London anstelle der Niederlande, 1963 ebenfalls in London anstelle von Frankreich, 1971 in Dublin anstelle von Monaco und 1974 in Brighton anstelle von Liechtenstein. Bedingung für die Shows im kommenden Jahr ist die Einbindung kultureller Elemente der Ukraine. Dafür arbeitet die BBC mit Vertretern des ukrainischen Rundfunks Suspilne zusammen. Die EBU hatte bereits im Vorfeld angekündigt, dass die Ukraine während der gesamten Veranstaltung gefeiert und repräsentiert wird.

"Der Eurovision Song Contest 2023 wird nicht in der Ukraine stattfinden, sondern zur Unterstützung der Ukraine. Wir sind unseren BBC-Partnern dankbar, dass sie sich mit uns solidarisch zeigen. Ich bin zuversichtlich, dass wir gemeinsam in der Lage sein werden, dieser Veranstaltung den ukrainischen Geist zu verleihen und ganz Europa erneut rund um unsere gemeinsamen Werte Frieden, Unterstützung, und das Feiern von Vielfalt und Talent zu vereinen." Mykola Chernotytskyi, Vorstandsvorsitzender ukrainischer Rundfunk

 

Weitere Informationen
Das Kalush Orchestra aus der Ukraine: Die Gewinner des ESC 2022 stehen auf der Bühne in Turin. © eurovision.tv/EBU Foto: Corinne Cumming

Ukraine gewinnt den Eurovision Song Contest 2022

In einem spannenden Finale hat die Ukraine den 66. Eurovision Song Contest in Turin gewonnen. Deutschland landete auf dem letzten Platz. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR Blue | ESC Update | 27.08.2022 | 19:05 Uhr

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