Marco Mengoni auf der Bühne beim ESC 2013. © NDR Foto: Rolf Klatt
Stand: 19.05.13 02:15 Uhr

Marco Mengoni: "Men of the Year" 2013

von Patricia Batlle

Er zieht die Augenbrauen hoch wie Colin Farrell und trägt eine Tolle wie einst Prince: Marco Mengoni. Bei diesem Namen weiß fast jeder Italiener, von wem die Rede ist, denn nicht erst seit seinem Sieg beim 63. Sanremo-Festival sorgt das smarte Weihnachtskind - er wurde am 25. Dezember 1988 in einem 9.000-Seelen-Ort nördlich von Rom geboren - mit seiner schmachtenden Liebesballade "L'essenziale" für Furore. Folgerichtig startet er 2013 mit dem gleichen Lied beim Eurovision Song Contest und erreicht einen guten siebten Platz.

Marco Mengoni auf der Bühne beim ESC 2013. © NDR Foto: Rolf Klatt

Italien: Marco Mengoni - "L'essenziale"

Eurovision Song Contest -

Beim 58. Eurovision Song Contest 2013 im schwedischen Malmö performt Marco Mengoni für Italien seinen Song "L'essenziale".

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"Best European Act" bei MTV

Die Single aus seinem aktuellen Album "#prontoacorrere", das Mitte März 2013 bei Sony erschienen ist, hat in Italien bereits Platinstatus erreicht. Der Titel der Platte mit Hashtag ist übrigens eine Hommage an seine vielen Twitter-Fans. Die 15 Songs sind Eigenkompositionen, ergänzt durch Werke von hochkarätigen Künstlern wie Gianna Nanini, Cesare Cremonini und Mark Owen (Take That). Bekannt ist Mengoni dem Publikum unter anderem als Sieger der dritten italienischen X-Factor-Staffel.  Zudem hat er Preise wie den "Men of the Year" bei den MTV-Awards sowie die  MTV-Auszeichnung als "Best European Act" gewonnen.

König, Hofnarr, prämierter Synchronsprecher

Sein im März 2012 verstorbener Landsmann Lucio Dalla, mit dem er ein Duett aufgenommen hatte, lobte Mengoni als einen außerordentlichen Künstler, einen der besten der letzten Jahre und verglich ihn in mit der Pop-Ikone Prince. Mit Letzterem verbindet ihn das gewisse Exzentrische, in seinem modischen Bewusstsein, seinen Auftritten, die zwischen Schüchternheit und Albernheit eines Hofnarrs oszillieren. Nicht umsonst nennt er ein frühes Album "Re Matto", verrückter König, das Platinstatus erreicht und wird als Synchronsprecher des Bösewichts Onceler für die italienische Fassung des Animationsfilms "The Lorax" ausgezeichnet.

Der italienische Sänger Marco Mengoni. © Giuseppe La Spada Foto: Giuseppe La Spada

Lucio Dalla sagte über Mengoni, er sei ein "außerordentlicher Künstler".

Im offizielle Video zum ESC-Beitrag, kokomponiert von Francesco De Benedittis und Roberto Casalino, rennt Mengoni über den Bürgersteig, stolpert - und fällt in einen Pool, in dem er dann den restlichen Song unter Wasser singt. Sogar die Violinistin taucht ab und spielt ihre Geige im grünlichen Nass.

Juror bei der spanischen Konkurrenz

Als Vertreter eines der fünf großen Geldgeberländer der EBU ("Big Five"), das erst seit drei Jahren wieder am Song Contest teilnimmt, betritt der Sänger Neuland. Beim spanischen Vorentscheid von "El sueño de morfeo" betätigt er sich als Juror, und nicht, wie sonst üblich, als Zwischenact. Damit entscheidet er über den Song seiner Konkurrenz mit, wobei er sich im holperigen Spanisch meist an die Linie der Ko-Juroren hält und die keltischen Elemente des späteren Siegersongs "Contigo hasta el final" lobt.

Auch nach seinem eigenen Ausflug zum Eurovision Song Contest in Malmö, hat er kaum Zeit zum Verschnaufen: Er steckt inmitten einer umfangreichen Promotiontour für seine neues Album. Ein halbes Dutzend Termine sind alleine für die letzten Maitage angesetzt. Eines ist gewiss: Dem Twitter-Hashtag #mengonimarco folgen nach diesem Finale in Malmö noch wesentlich mehr Fans, als schon zuvor.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Eurovision Song Contest | 18.05.2013 | 21:00 Uhr