Stand: 09.03.07 15:25 Uhr

Bobby G von Bucks Fizz: "Der Grand Prix ist politischer geworden"

von Matthias Stelte
Bobby G, Gewinner des ESC 1981, tritt mit Bucks Fizz beim deutschen Vorentscheid 2007 auf. © NDR Online Foto: Christine Lamprecht

Bobby G feierte 1981 mit der Band Bucks Fizz einen grandiosen Sieg.

1981 hat Bucks Fizz mit "Making Your Mind Up" den Grand Prix für Großbritannien gewonnen. Bobby G, einziges Originalbandmitglied, sprach im März 2007 mit eurovosion.de über die Veränderungen des Contest und die neue Zusammensetzung der Band.

eurovision.de: Schauen Sie sich nach all den Jahren immer noch den Grand Prix an?

Bobby G: Ja, ich lasse mir das nicht entgehen. Und wenn ich arbeiten muss, zeichne ich mir die Sendung auf und schaue sie hinterher an! Es macht noch immer sehr viel Spaß, die Show zu verfolgen.

eurovision.de: Sie sind der einzige, der von der Original-Combo übrig geblieben ist. Was ist mit Ihren ehemaligen Kollegen, wie kam es zu der jetzigen Besetzung?

Bobby G: Nach unserem Grand Prix Sieg hatten wir noch zwei große Hits und sind dann einige Zeit zusammengeblieben. Im Laufe der Jahre haben sich aber für die anderen neue Möglichkeiten ergeben - Cheryl Baker beispielsweise moderiert heute für die BBC im Fernsehen. Jedes Mal, wenn ein Bandmitglied ausgestiegen ist, haben wir es ersetzt und weitergemacht. Und ich bin übrig geblieben. In der heutigen Besetzung mit Tammy Choat, Paul Fordham und Jenny Phillips arbeiten wir seit drei Jahren zusammen.

eurovision.de: Bucks Fizz wurde für den Grand Prix 1981 gecastet.

Bobby G: Richtig, der erfolgreiche Songwriter Andy Hill suchte Leute für einen Grand-Prix-Titel. Alle vier Bandmitglieder haben vorher ganz unterschiedliche Dinge gemacht. Wir haben uns erst einige Monate vor dem Grand Prix kennengelernt.

eurovision.de: Ihr Auftritt 1981 in Dublin war spektakulär: Während der Perfomance trugen die beiden Frauen Trick-Kleider. Wie kam es zu dieser Idee?

Bucks Fizz beim Grand Prix d'Eurovision  1981

Während das Auftritts entledigten sich die beiden Damen ihrer langen Röcke.

Bobby G: Wir wollten gewinnen, ganz klar. Und darum mussten wir etwas haben, an das sich die Leute erinnern. Wir hatten einen eingängigen Song, aber da fehlte noch was. Im Laufe der Vorbereitungen ist dann die Idee mit den Röcken entstanden - und es hat funktioniert.

eurovision.de: Wie wichtig sind heute Show-Elemente um den Grand Prix zu gewinnen?

Bobby G: Wer hat nach einem Jahr noch die Melodie des Lordi-Songs im Kopf? Ich erinnere mich nicht mehr daran, aber an die Masken und die Perfomance, die sie auf der Bühne geliefert haben. Das ist natürlich sehr wichtig, der Titel und die Show muss bei den Leuten hängen bleiben. Das gilt heute mehr als noch vor 26 Jahren, denn es gibt viel mehr Teilnehmer.

eurovision.de: Wie hat sich der Grand Prix im Vergleich zu Ihrem Siegerjahr verändert?

Bobby G: Er ist durch das Voting politischer geworden. Es ist interessant zu sehen, wie die Länder ihre Punkte verteilen, da spielt auch die Politik eine Rolle. Der Contest ist nach wie vor eine großartige Sache - das sind die Olympischen Spiele der Musik! Europa schaut musikalisch über den Tellerrand, wann hört man schon rumänische Musik? Und der Wettbewerb ist eine tolle Chance für Künstler und Songschreiber. Es muss auch nicht immer der Gewinner des Contest sein, der den Künstlern zum Erfolg hilft - das sieht man ja auch am deutschen Beitrag des letzten Jahres. Durch die Teilnahme am Grand Prix ist Texas Lightning bekannt geworden und hat den Durchbruch geschafft.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Eurovision Song Contest | 04.04.1981 | 21:00 Uhr