Ungarns ESC-Hoffnung heißt Freddie

Freddie, der ungarische ESC-Teilnehmer 2016, sind beim Vorentscheid. ©  MTVA - Penziás Nikolett, Õsi György

Freddie überzeugte Jury und Publikum mit dem Schmuserock-Song "Pioneer".

Gábor Alfréd Fehérvári, alias Freddie, wird Ungarn beim 61. Eurovision Song Contest in Stockholm vertreten. Sein melancholischer Schmuserock-Song "Pioneer" überzeugte Juroren und Publikum gleichermaßen. Der 26-Jährige mit der Reibeisenstimme, die in eindrucksvollem Kontrast zu seinem treuherzigen Welpenblick steht, wurde einem breiten Publikum in Ungarn durch die Teilnahme an der Castingshow "Rising Star" bekannt, in der er den vierten Platz belegte.

Perfekter Vorentscheidungsgenuss

Nachdem das ungarische Vorentscheidungsformat "A Dal" im vergangenen Jahr ein wenig an Elan eingebüßt hatte, präsentierte sich die Sendung in diesem Jahr so frisch und modern wie eh und je. Bisher konnte keine andere Vorentscheidung dieses Jahres mit einer so großen stilistischen Vielfalt bei gleichzeitig enorm hoher musikalischer Qualität aufwarten. Der vierköpfigen Jury merkte man stets an, dass sie ihre Aufgabe außerordentlich ernst nimmt. Gleichzeitig machten die professionelle TV-Produktion und viele innovative Performances die diesjährige Staffel von "A Dal" zum rundum perfekten Vorentscheidungsgenuss.

It is a man’s world

Der ungarische ESC-Teilnehmer András Kállay-Saunders. © Dávid Ajkai Fotograf: Dávid Ajkai

András Kállay-Saunders schaffte 2014 für Ungarn einen hervorragenden fünften Platz in Kopenhagen. Beim diesjährigen Vorentscheid musste er einem Newcomer weichen.

Am Ende waren im Finale allerdings nur noch Männer im Rennen: Neben Sänger Petruska und Oláh Gergő mit einem spannenden Crossover aus Roma-Musik und modernen Beats, schaffte auch András Kállay-Saunders (ESC-Teilnehmer 2014 in Kopenhagen) mit Band den Sprung ins Superfinale. Obwohl er seine körperlichen Reize recht aufdringlich zur Schau stellte, konnten Sprühtattoos und Muskelshirt nicht über die Schwächen seines Beitrags hinwegtäuschen. Das Rennen machte Newcomer Freddie, der das Ticket nach Stockholm nicht zuletzt der Fähigkeit verdankt, mit seiner Stimme Emotionen zu transportieren. Zé Szabó und Borbála Csarnai haben ihm dafür einen wunderbaren Song auf den Leib geschrieben, der zwischen Sunrise Avenue und Nickelback changiert und doch sehr persönlich wirkt. Noch nie war Ungarn so nah dran an einem ESC-Sieg.

Stand: 28.02.16 12:20 Uhr

ESC Logo
Dieser Artikel wurde ausgedruckt unter der Adresse: http://www.eurovision.de/news/Ungarns-ESC-Hoffnung-heisst-Freddie,ungarn446.html