Thomas Mohr: Mit Dschinghis Khan im Garten

Thomas Mohr verbindet drei verschiedene Highlights mit dem Grand Prix: ein professionelles, ein politisches und eines aus der Kindheit, das mit einem Indianerkostüm zu tun hat.

Mein Highlight als Profi, der seit 15 Jahren über den Grand Prix berichtet, war 2010. Zum ersten Mal konnte man die Übertragung des Eurovision Song Contest live bei NDR2 hören - wie übrigens auch bei hr3 mit meinem Kollegen Tim Frühling. Dass wir ausgerechnet bei dieser Veranstaltung gewinnen und ich somit eine Siegerreportage machen konnte, nachdem ich zuvor immer auch 19. Plätze schönreden musste, war ein absolutes Highlight. Weil da zwei Sachen zusammenkamen: Ich konnte zum ersten Mal live kommentieren und in dem Augenblick hat Deutschland auch noch gewonnen.

Porträt

NDR 2 Moderator Thomas Mohr © NDR Fotograf: Dirk Uhlenbrock

Thomas Mohr

arbeitet als Redakteur bei NDR2 und berichtet seit 1996 für den NDR vom Eurovision Song Contest.

Als mir klar war, dass wir rechnerisch nicht mehr einzuholen sind, habe ich den Satz formuliert, den ich mir schon tagelang vorher zurechtgelegt hatte: "Lena Meyer-Landrut hat zum ersten Mal seit 1982 den Eurovision Song Contest für Deutschland gewonnen."

Ein politisches Signal

Als Zweites würde ich den Sieg von Dana International anführen. Der Grand Prix ist ja ein Unterhaltungsevent. Aber manchmal blitzt ein bisschen Politik durch. Aus dieser Warte ist der Sieg von Dana International 1998 in Birmingham richtungsweisend. Einerseits für die Demokratie Israels - um zu zeigen, dass es ein vielfältiges Land ist -, andererseits für die internationale Schwulenbewegung. Dass jemand zeigen kann, dass er eine abweichende Sexualität hat und mit so einer Geschichte Europa hinter sich vereinen kann ist eine große Überraschung für mich gewesen. Im Nachhinein muss ich sagen, es ist ein starkes politisches Signal gewesen.

Leslie Mandoki: ein tolles Kostüm

Und drittens: Ich bin schon immer Anhänger des ESC gewesen. Und meine Generation, die der über Vierzigjährigen, hat ja die große Zeit des Grand Prix mitbekommen - die zwischen 1978 und 1983, in der Deutschland so viel Erfolg hatte und immer wieder mal dritter, zweiter und sogar erster wurde. Damals war der ESC in Deutschland überaus beliebt. Ich weiß noch, dass mich 1979 am meisten mit Dschingis Khan identifiziert habe. Diese Verkleidung ist ja auch toll für Kinder.

Wir haben hinten auf dem Rasen Dschinghis Khan nachgespielt, ich hab die Rolle von Leslie Mandoki übernommen, meine Freundinnen und Freunde die anderen Parts. Den Text kann ich bis heute noch auswendig. Interessanterweise  gibt es in Israel eine Bar, die einmal in der Woche Eurovisionsmusik spielt. Und wenn man den DJ bittet, einen deutschen Song zu spielen, dann spielt er Dschingis Khan. Die lieben den Song alle heute noch.

Mein Grand Prix

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Eine Kamera auf blauem Hintergrund © picture-alliance / scanpix

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Mein Grand Prix

BIldmontage: Ein historischer Fernseher mit einem alten modifizierten Euroviosionslogo. © iStock, Fotolia.com Fotograf: ginosphotos, NinaMalyna

Geschichte

Dana International beim Eurovision Song Contest 1998.
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