Abba, VL: Benny Andersson, Anni-Frid Lyngstad, Agnetha Fältskog und Björn Ulvaeus vertreten Schweden 1974 beim Grand Prix und belegen den 1. Platz © dpa Fotograf: Olle Lindeborg
Stand: 01.04.14 12:14 Uhr

Abba: Schweden-Stars der Superlative

von Irene Altenmüller
ABBA bei einem Auftritt in einer Fernsehshow (1978) © picture-alliance

Heute würden Abba für ihre Kostüme sicherlich belächelt. In den Siebzigern kommen die Schweden mit ihren außergewöhnlichen Bühnen-Outfits gut an.

Abba - vier Buchstaben, die eine ganze Generation in Jugenderinnerungen schwelgen lässt. Der Titel "Kultband" trifft auf kaum eine Popgruppe so eindeutig zu wie auf das Quartett Agnetha Fältskog, Anni-Frid Lyngstad, Benny Andersson und Björn Ulvaeus. Bis heute ist die Musik von Abba neben Knäckebrot und Ikea-Möbeln der wohl bekannteste Schweden-Export. Ihren Aufstieg in den Pop-Olymp verdankt die Band maßgeblich dem Eurovision Song Contest. Abbas Sieg ist über 40 Jahre her: Am 6. April 1974 gewinnen sie mit "Waterloo" in Brighton den weltgrößten Musikwettbewerb - der Startschuss für die internationale Karriere der Popgruppe.

Teilnehmer

Thank You For The Music, ABBA!

Im Glitzer-Outfit zum ESC-Sieg

1973 scheitert das Quartett noch beim schwedischen Vorentscheid. Damals sind die Vier noch keine feste Band und tun sich schwer, sich auf einen gemeinsamen Namen zu einigen. Im darauffolgenden Jahr versuchen die Musiker es dann erneut. Diesmal unter dem Bandnamen Abba - zusammengesetzt aus ihren Anfangsbuchstaben Agnetha, Björn, Benny und Anni-Frid. Die Vorentscheids-Hürde nehmen sie problemlos. Dann der denkwürdige Auftritt am 6. April 1974 in Brighton beim Eurovision Song Contest: In grell-bunten Glitzerklamotten und atemberaubend hohen Plateauschuhen präsentiert die Band ihren Popsong "Waterloo". Den Länderjurys gefällt die unkonventionelle Darbietung, Abba landen mit deutlichem Vorsprung auf Patz eins.

In den Jahren danach folgt Hit auf Hit. "Dancing Queen", "The Winner Takes It All", "Super Trouper", "Knowing Me, Knowing You" - die Liste der Abba-Klassiker ist lang und alle sind Ohrwürmer - eingängig, tanzbar und melodisch. Oft verbinden sich in den Liedern Leichtigkeit mit einer Spur Melancholie. Doch nicht nur musikalisch, auch visuell reihen Abba ein Highlight an das nächste. Mit ihren Bühnenkostümen setzen Agnetha und Anni-Frid Modetrends. Dass die vier Bandmitglieder untereinander auch privat verbandelt sind - Agnetha und Björn heiraten 1971, Anni-Frid und Benny verloben sich 1969 und geben sich 1978 das Jawort - trägt zu ihrem positiven Image bei.

Auf private Probleme folgt die Trennung

Alle beruflichen Erfolge können jedoch private Krisen nicht verhindern. 1980 lassen sich Agnetha und Björn scheiden, Anni-Frid und Benny ein Jahr später. Auf die privaten Trennungen folgt schließlich auch das Ende der Band, die sich 1982 offiziell auflöst. Während die beiden Sängerinnen Solokarrieren starten, setzen Björn Ulvaeus und Benny Andersson ihre Tätigkeit als Komponisten fort und schreiben unter anderem das Musical "Chess".

In den 90er-Jahren lösen Coverversionen von Band-Klassikern einen neuen Abba-Hype aus. Die Revival-Welle findet ihren vorläufigen Höhepunkt 1999 bei der Uraufführung des Musicals "Mamma Mia" mit vielen bekannten Abba-Hits. Es wird weltweit in mehr als 100 Städten mit großem Erfolg aufgeführt, sowohl an festen Standorten als auch als Tourneeproduktion - teilweise noch heute. "Wir verdienen jetzt mit Mamma Mia mehr als in der gesamten Abba-Zeit", äußern sich Ulvaeus und Andersson zu dem Erfolg des Stücks. Doch damit nicht genug: Im Sommer 2008 läuft der Kinofilm "Mamma Mia" an - eine Verfilmung des gleichnamigen Musicals. 

Immer wieder Gerüchte um ein Comeback

Seit der Trennung des Quartetts gibt es immer wieder Spekulationen um ein Comeback - das sich viele Fans wünschen. Doch Angebote lehnen die vier Musiker jedes Mal ab. Im Jahr 2000 schlagen sie sogar eine Offerte über eine Milliarde US-Dollar für eine Tournee mit 100 Konzerten aus. Auch zum 40-jährigen Jubiläum des ESC-Siegs gab es wieder Spekulationen über eine Reunion - angeheizt durch Agnetha Fältskog. Das Ex-Abba-Mitglied startet 2013 mit dem Album "A" ein musikalisches Comeback - und äußert sich auch zu einer eventuellen Rückkehr von Abba. Es gebe Pläne, zum Jubiläum am 6. April 2014 etwas zu machen, sagt sie noch im November 2013. Dann ist es aber Björn Ulvaeus, der die damit geschürte Hoffnungen zerschlägt, als er in der Sendung "Wetten, dass ... ?" zu Gast ist. Man sei zu dem Entschluss gekommen, dass Abba als eine junge und dynamische Gruppe in Erinnerung behalten werden solle, so Ulvaeus. Selbst wenn wir sie live nicht wieder gemeinsam erleben: Ihre Musik wird wohl auch noch kommende Generationen verzaubern. In diesem Sinne: Thank You For The Music, Abba!

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Eurovision Song Contest | 06.04.1974 | 21:00 Uhr