Deutschland: Bianca Shomburg

von Ada von der Decken

Bianca Shomburg trat 1997 mit dem Titel "Zeit" beim Eurovision Song Contest an - eigentlich als Zweitbesetzung: Mal wieder hatte Ralph Siegel sich ins Eurovision-Geschäft eingemischt und wenn es nach ihm gegangen wäre, hätte die israelische Sängerin Esther Ofarim den Titel interpretiert. Die wollte auch, das Vorhaben scheiterte aber bei den Vertragsverhandlungen.

Ralph Siegel zum Weinen gebracht

Also nahm Ralph Siegel die 22-jährige Bianca Shomburg unter seine Fittiche. Die Verwaltungsbeamte aus Bielefeld hatte bei der European-Soundmix-Show auf sich aufmerksam gemacht. Bei der von Linda de Mol moderierte Playback-Show sang sie einen Celine-Dion-Song und gewann. Gesangserfahrung hatte Shomburg zuvor in zehn Jahren Kinderchor, Gospelchor und in einer Soulband gesammelt. Ralph Siegel musste angeblich weinen, als sie seinen Song zum ersten Mal vortrug.

Bianca Shomburg beim Eurovision Song Contest 1997  Bianca Shomburg singt den Titel "Zeit" - eigentlich war die 22-Jährige nur die zweite Wahl. Die junge Frau beendet ihre Beamtenlaufbahn und stürzt sich ins Showgeschäft - unter Aufsicht ihres Patrons Ralph Siegel. Der schafft es, dass Shomburg beim Vorentscheid in Lübeck zur Siegerin gekürt wird, und behält seinen Schützling beim ESC-Finale in Dublin immer im Auge. Er entscheidet über die Rüschen am Outfit, das Make-up, die Kamerapositionen und schickt sie auch am Abend vor ihrem großen Auftritt rechtzeitig ins Bett - nichts überlässt Siegel dem Zufall. In diesem Jahr soll es endlich mal wieder eine gute Platzierung geben.

Ziel: Deutschlands Pleiteserie durchbrechen

Dabei kann Deutschland 1997 eigentlich nur besser abschneiden, als in den Jahren zuvor: Zwei Jahre vorher war das Duo Stone & Stone auf dem letzten Platz gelandet. 1996 wurde der deutsche Wettbewerber Leon nicht einmal zum Finale zugelassen, weil die Jury den Beitrag "Blauer Planet" für zu schlecht befand. Seit 1997 hat Deutschland immer einen Platz im ESC-Finale sicher.

Bianca Shomburg beim Vorentscheid zum Grand Prix d'Eurovision 1997  Bianca Shomburg hatte hohe Erwartungen, die mit dem 18. Platz nicht erfüllt wurden. Die Erwartungen sind hoch. Eine Stunde vor der Show hat Bianca Shomburg vielversprechende Quoten bei den Wettbüros. Doch ihr pompöses Epos mit der musicalschwangeren Melodie kann nicht überzeugen: Shomburg landet nur auf Platz 18 (von 25). Die Enttäuschung ist groß: Dicke Tränen sollen nach der Show geflossen sein.

Mit dem ESC 1997 war der Zenit von Shomburgs Schlager-Erfolg überschritten: Ihr Album "It's My Time" war kein kommerzieller Erfolg. Die ESC-Teilnehmerin trat zwar noch bei der ZDF-Hitparade auf, verschwand dann aber von der Bildfläche. Heute tritt sie als Frontfrau der siebenköpfigen Countryband Nashfield auf.

TEILNEHMER 1997

Finale

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TEILNEHMER 1997

Dt. Vorentscheid

Zeige 1 bis 3 von 9
  • 1. Platz
    Bianca Shomburg beim Vorentscheid zum Grand Prix d'Eurovision 1997
  • 2. Platz
    Leon beim Vorentscheid zum Grand Prix d'Eurovision 1997
    "Schein (Meine kleine Taschenlampe)"
  • 3. Platz
    Michelle vertritt Deutschland 2001 beim Grand Prix und belegt den 8. Platz © dpa Fotograf: Ulrich Perrey
    "Im Auge des Orkans"
  • Michaela beim deutschen Vorentscheid 1997
    "Es lebe die Liebe"
  • Anke Lautenbach beim deutschen Vorentscheid 1997
    "Zwischen Himmel und Erde"
  • Viveca beim deutschen Vorentscheid 1997 © NDR
    "Komm zurück (Na, na, na)"
  • Verliebte Jungs beim Vorentscheid zum Grand Prix d'Eurovision Deutschland
    "Ich bin solo"
  • All About Angels beim Vorentscheid zum Grand Prix d'Eurovision 1997
    "Engel"
  • Jeana beim deutschen Vorentscheid 1997 © NDR
    "Kein "Bitte verzeih' mir""

Bianca Shomburg

Info

42. Eurovision Song Contest

Datum: 3. Mai 1997
Gastgeber: Dublin / Irland
Teilnehmer: 25
Abstimmungsmodus: je nach Land Jurywertung oder TED-Verfahren

Finale 1997 in Dublin

Katrina and the Waves vertreten Grossbritannien 1997 beim Grand Prix. © dpa / Photoshot

Vorentscheid 1997 in Lübeck

Bianca Shomburg siegt 1997 beim deutschen Vorentscheid. Sie belegte beim Grand Prix den 18. Platz  Fotograf: Markus Beck