Bulgarien: Sofi Marinova

von Marco Lambrecht

Seit 2005 gehen die bulgarischen Kandidaten beim Eurovision Song Contest ins Rennen, ohne dabei groß negativ oder positiv aufzufallen. Für den Höhepunkt sorgten Elitsa Todorova und Stoyan Yankulov, die 2007 mit dem Titel "Water" immerhin ins Finale und sogar auf den fünften Platz vordrangen. Am anderen Ende der Skala rangiert die Band Kaffe. Ihr Sieg beim ersten bulgarischen Vorentscheid 2005 wurde von Manipulationsvorwürfen überschattet. Das Bemerkenswerte an dem damaligen Skandal ist aus heutiger Sicht nicht, dass er sich vor laufender Kamera abspielte, sondern dass eine junge Sängerin mit dem Namen Sofi Marinova darin verstrickt war. Denn Marinova ging sieben Jahre später in Baku mit dem Titel "Love Unlimited" für Bulgarien an den Start.

Bulgarien: Sofi Marinova - "Love Unlimited"

Mit "Love Unlimited", im Original "Ljubov bez granitzi", vertrat die dynamische Sängerin 2012 ihre Heimat Bulgarien. Die Dance-Nummer scheiterte allerdings im Halbfinale.

Das Ende vom Anfang

"Ich werde heute Abend nicht singen, denn ich will nicht an einer Lüge beteiligt sein", mit diesen Worten ihres Gesangspartners Slavi Trifunov war Sofis Schicksal beim bulgarischen Vorentscheid 2005 besiegelt. Das Duo warf dem Manager der konkurrierenden Gruppe Kaffe damals vor, er habe Helfer angeworben, die gegen Bezahlung den Sender mit SMS für den Song "Lorrain" überschwemmen würden. Heute wissen wir, wie die Geschichte ausging: Kaffe fuhren als Sieger zum Grand Prix, während sich Sofi und Slavi trotz ihres Boykotts über fast ein Drittel der Stimmen freuen durften.

Zwischen Triumph und Niederlage

Sofi Marinova aus Bulgarien  Weniger nervenaufreibend verlief für Sofi Marinova der zweite Anlauf in der bulgarischen Qualifikation. Was vielleicht damit zusammenhing, dass sie sich 2007 anstatt mit Slavi Trifunov mit dem Sänger Ustata zusammentat. Die beiden trugen den Titel "Ya tvoya" - auf Deutsch "Ich bin dein" - vor, blieben aber gegen das bereits erwähnte Duo Todorova & Yankulov chancenlos.

Offenbar war die Zeit einfach noch nicht reif für Sofi Marinova. Aber wer braucht schon den Eurovision Song Contest, wenn einem das heimische Publikum seit Jahren zu Füßen liegt? Die 36-jährige Roma ist in Bulgarien eine gefeierte Folklore- und Chalga-Sängerin, deren Aufstieg als Mitglied der Gruppe Super Express bereits 1995 begann. Zum Ärger Sofis hatte ihr gestrenger Vater allerdings zunächst darauf bestanden, dass seine Tochter eine Schneiderlehre absolvierte: "Ich kann nähen, aber ich mag es nicht. Wenn mir ein Knopf abreißt, frage ich meine Mutter oder meine Tochter", kommentiert Sofi Marinova in ihrer Biografie den unliebsamen Aufschub ihrer Karriere.

Aus im Halbfinale

Mit einer Stimme, die fünf Oktaven umfasst, gehört Sofi Marinova beim besten Willen nicht hinter eine Nähmaschine, sondern auf eine Konzertbühne. Für das ESC-Finale am 26. Mai hat es aber nicht gereicht: Sie ist mit ihrer auf Bulgarisch gesungenen Dance-Nummer "Love Unlimited" im Halbfinale gescheitert.

Videos

Sofi Marinova vertritt Bulgarien beim ESC 2012. © BNT Fotograf: Dimitar Kalinovski

Songcheck: Sofi Marinova - "Love Unlimited"

NDR 2 Expertin Meike Nett nimmt den Dance-Titel aus Bulgarien unter die Lupe.

Dass es Sofi Marinova überhaupt so weit geschafft hat, gehört ebenfalls zu den spannenderen Geschichten vom bulgarischen Vorentscheid. Bei der Show am 29. Februar lagen ihr Song "Love Unlimited" und der Titel "Change For A Better Life" der Gruppe New 5 nach der Auswertung des Experten- und Zuschauervotums gleichauf. Den Ausschlag gaben schließlich die Stimmen der Televoter und die hatten Sofi Marinova zu ihrer Favoritin erkoren.

 

TEILNEHMER 2012

Finale

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Halbfinale

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Sofi Marinova

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Länder

Bulgarien  Fotograf: Britta Pedersen

Wolthers Welt

Elitsa Todorova vor der Bulgarischen Flagge. (Bildmontage) © Fahne: Fotolia, Quelle Künstler: NDR Fotograf: Fahne: Juergen Priewe, Fotograf Künstler: Rolf Klatt

Teilnehmer

Elitsa Todorova und Stoyan Yankulov traten im Halbfinale des ESC für Bulgarien an © dpa Fotograf: Jörg Carstensen