Sie hatte dieses Siegerinnenlächeln, als sie 1972 beim Grand Prix d'Eurovision de la Chanson in Edinburgh zu ihrem Vortrag ansetzte: Die gerade 20-jährige Vicky Leandros stand in einem schlichten dunkelbraunen Abendkleid wie eine Königin auf der Bühne und präsentierte ihren Chanson "Après toi" für Luxemburg. Vicky siegte und empfing die Huldigungen souverän. Schließlich hatte sie sich geschworen, den vierten Platz von 1967 nicht auf sich sitzen zu lassen: In jenem Jahr konnte die Griechin die Jury beim Grand Prix in Wien mit ihrem französischen Chanson "L'amour est bleu", ebenfalls für Luxemburg, nicht restlos überzeugen.
34 Jahre nach dem Triumph in Großbritannien warteten die Fans gespannt auf ihren Auftritt beim deutschen Grand Prix Vorentscheid 2006. In Hamburg trat Vicky mit einem englischen Titel an: "Don't Break My Heart" war eine klassische Grand-Prix-Ballade. Hätte der Song gewonnen, hätte die Sängerin beim Finale in Athen einen eindeutigen Heimvorteil gehabt. Sie wurde am 23. August 1952 als Vassiliky Papathanassiou auf der Insel Korfu geboren und besitzt in ihrem Heimatland den Ruf als Sängerin gehobener Chansons.
Und Vicky war fest entschlossen, den Grand Prix noch einmal zu gewinnen. Schließlich ist sie eine Kämpfernatur. Bereits der Einstieg ins Musikgeschäft war für sie ein Kinderspiel: Ihre ersten Gesangsstunden nahm sie im Alter von 13 Jahren bei ihrem Vater Leo Leandros, dem Komponisten und Produzenten von Julio Iglesias und Nana Mouskouri. Noch im gleichen Jahr erschien 1965 ihre erste Single "Messer, Gabel, Schere, Licht", die sich so gut verkaufte, dass sie ins Fernsehen eingeladen wurde. Heute hat die Sängerin mit insgesamt 452 Alben und zahlreichen Plattenpreisen einen festen Platz im Showbusiness. Noch immer schreibt ihr Vater die meisten ihrer Lieder.
Zuletzt sorgte vor allem das Privatleben der Sängerin für Schlagzeilen: Nach rund 20 Jahren Ehe trennte sich Vicky Leandros Anfang 2005 von Enno Freiherr von Ruffin und zog von dessen Gut Basthorst bei Hamburg nach Berlin Mitte. Aus dieser Ehe stammen die beiden Töchter Milana und Sandra. Sohn Leandrakis stammt aus ihrer ersten Ehe mit einem griechischen Bauunternehmer.
Nach Bekanntgabe der Trennung zog sich Leandros für einige Monate von der Konzertbühne zurück und ging ins Tonstudio. Im Oktober 2005 erschien die CD "Ich bin wie ich bin" mit Neuaufnahmen ihrer größten Erfolge und zwei neuen Titeln.