Das schönste Duo des Abends kam aus Aserbaidschan: Die bezaubernde Nikki und ihr niedlicher Sangespartner Ell inszenierten sich perfekt für die Kameras. Mit Windmaschinen und Goldregen zeigten sie ganz große Gefühle. Das belohnten Zuschauer und Jurys nach einem wahren Abstimmungs-Krimi mit 221 Punkten und dem ersten Platz. Auf der Sieger-Pressekonferenz zeigten die beiden sich überglücklich: "Unser Traum ist wahr geworden, vielen Dank an alle, die für uns gestimmt haben!"
Das große Finale 2011
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Obwohl Stefan Raab in seiner Moderation ankündigte, dass Lena sich auf ihren Auftritt vorbereiten muss und nicht auf die Bühne kommen kann ...
... erschien sie dann doch und legte mit gewohnter Lässigkeit eine gute Show hin.
Zusammen sangen die beiden Lenas Siegersong aus dem vergangenen Jahr: "Satellite".
Den ersten "richtigen" Auftritt lieferte der Schwiegermutter-Traum Paradise Oskar mit "Da Da Dam" ab. Bei den Buchmachern wurde der Finne hoch gehandelt, letztlich reichte es jedoch nur für Platz 21.
Im Anschluss betrat der "dienstälteste" Teilnehmer die Bühne: Dino Merlin aus Bosnien-Herzegowina.
Für ihn war es schon die dritte ESC-Teilnahme und so sang er sein "Love In Rewind" mit großer Gelassenheit und Perfektion - das wurde mit Rang sechs belohnt.
A Friend In London starteten mit "New Tomorrow" an dritter Position.
Der Sänger Tim Schou nutzte die gesamte Länge der Bühne aus und legte einen kleinen Dauerlauf hin.
Entsprechend begeistert reagierte das Publikum, die dänische Band erhielt tosenden Applaus - und am Ende Platz fünf.
Evelina Sašenko für Litauen startete in blauen Nebel gehüllt ...
Teile ihres Songs "C'est Ma Vie" übersetzte sie auch im Finale wieder in Gebärdensprache. Am Ende belegte sie Rang 19.
Die Ungarin Kati Wolf zeigte sich auch im Finale sehr stimmgewaltig.
Die Zuschauer in der Halle waren begeistert von der Darbietung ihres "What About My Dreams" ...
... Jurys und Televoter waren da schon kritischer, ihnen war Kati Wolfs Leistung nur Platz 22 wert.
John und Edward Grimes alias Jedward bewegten sich dieses Mal nicht immer ganz synchron zu ihrem "Lipstick".
Ansonsten waren die irischen Zwillinge hyperaktiv wie eh und je - sie zappelten und hüpften sich auf Rang acht.
Der Schwede Eric Saade trug an der rechten Hand einen "Michael Jackson-Gedächtnis-Handschuh".
Einen Teil seines Songs "Popular" trug er im Glaskasten vor ...
... den er am Ende mit der linken Hand zertrümmerte - Bronze für den Schweden.
Als die Estin Getter Jaani die Bühne betrat, wurde es bunt in der Arena ...
... das galt nicht nur für die Kleider, sondern auch für die Bühnendeko. Allgemein wirkte der Song "Rockefeller Street" ein bisschen wackeliger als im Halbfinale. Getter Jaani wurde nur Vorletzte.
Bühne frei für Loucas Yiorkas feat. Stereo Mike mit "Watch My Dance" ...
... die Griechen arbeiteten mit landestypischen Symbolen auf den LED-Wänden. Typisch für Griechenland ist auch ein Platz in den Top Ten, dieses Mal der siebte.
Der zehnte Starter ist Alexey Vorobyov aus Russland mit "Get You".
Der bekennende Elvis-Presley-Fan benutzt gerne Gesten seines großen Idols - leider konnte er im Finale nicht an dessen Erfolg anknüpfen und belegte letztlich nur Rang 16.
Der französische Tenor Amaury Vassili betrat die Bühne mit ungewohnt zotteliger Frisur ...
... das Feuerwerk konnte ein wenig davon ablenken - und natürlich die gesanglich perfekte Performance seines Songs "Sognu". Trotzdem wurde es nur Platz 15.
Danach kam der zweite Big-Five-Teilnehmer: Raphael Gualazzi aus Italien sang "Madness Of Love" am Flügel und wurde Zweiter - eine Überraschung!
"In Love For A While" - war die Schweizerin Anna Rossinelli ...
... sie strahlte bei ihrem Auftritt über das ganze Gesicht - und gegen die bunte LED-Wand an. Ihr Gesichtsausdrück dürfte sich ein wenig versteinert haben, als sie erfuhr, dass sie nur Letzte wurde.
Die Band Blue erschien gleich doppelt auf der Bühne - einmal im Original und zusätzlich auf riesigen Fotos.
In glänzenden Anzügen trugen sie ihr "I Can" vor - stimmlich zwar ein wenig dünn, aber es reichte für Platz elf.
"So Lucky", so bunt - das war der Auftritt von Zdob şi Zdub aus Moldau.
Wie gehabt, hatten sie natürlich ihre Zipfelmützen mitgebracht und landeten direkt hinter Blue auf Rang zwölf.
Als Nummer 16 startete die Titelverteidigerin aus dem vergangenen Jahr: Lena.
Sie zeigte sich auf der Bühne ähnlich beweglich wie ihre Background-Tänzerinnen ...
... und sang ihren Song "Taken By A Stranger" ziemlich gefühlvoll.
Lenas Bühnendeko war beeindruckend: Darauf waren erst ihre silbrig gekleideten Tänzerinnen zu sehen, am Ende zersprang ein Spiegel - wie in ihrem Musikvideo. Es reicht für die Top Ten, Platz zehn.
"Change" heißt der Song, mit dem Hotel FM antraten. Ihre Trompeterinnen standen hinten oft ein wenig im Schatten ...
... obwohl sie beeindruckende Dekolletés vorweisen konnten. Aber das steht eben bei einem Gesangswettbewerb nicht im Vordergrund. Platz 17 für Rumänien.
Im Anschluss trat Nadine Beiler mit ihrem "The Secret Is Love" auf.
Die Österreicherin legte sich mächtig ins Zeug und gab bei ihrem Auftritt wirklich alles - trotzdem reichte es nur für Platz 18.
Als nächstes gingen Ell / Nikki ins Rennen - mit "Running Scared".
Wenn irgendjemand gegen Ende des Abends keine Angst haben musste, dann das Duo aus Aserbaidschan - die beiden gewannen mit relativ deutlichem Abstand.
Voller Inbrunst schmetterte die Slowenin Maja Keuc ihren Song ins Mikrofon - und erreichte immerhin Platz 13.
Aus Island war die sechsköpfige Band Sjonni's Friends angereist ...
... mit "Coming Home" kamen sie im Finale nur auf Platz 20.
Drei Plätze dahinter landete die Spanierin Lucía Pérez ...
... ihr Song "Que Me Quiten Lo Bailao" kam offenbar nicht gut genug bei Publikum und Jurys an.
"Angel" sang sie und sie sah auch selbst wie ein Engel aus - Mika Newton aus der Ukraine.
Mit ihren goldenen Flügelchen flog sie auf einen sehr guten vierten Platz.
In auffälligen Outfits betraten Nina und ihre Sängerinnen die ESC-Bühne ...
... mit "Caroban" sang sich die Serbin ins Mittelfeld - auf Rang 14.
Die letzten Teilnehmer an diesem Abend waren Eldrine aus Georgien ...
... mit "One More Day" schafften sie es sogar in die Top Ten, nämlich auf den neunten Platz.
Während die vergebenen Punkte ausgezählt wurden, trat der Pausenact auf: Jan Delay.
Passend zum internationalen Wettbewerb sang er in unterschiedlichen Sprachen ...
... und er hatte ein ähnliches Sakko wie Dino Merlin an.
Ell / Nikki konnten ihr Glück über den überraschenden Sieg kaum fassen.
Im Freudentaumel ging es direkt weiter zur Pressekonferenz ...
... wo die vielen Journalisten mit ihren Kameras schon auf die glücklichen Gewinner warteten.
Obwohl Stefan Raab in seiner Moderation ankündigte, dass Lena sich auf ihren Auftritt vorbereiten muss und nicht auf die Bühne kommen kann ...
Erst zum vierten Mal nahm das Land am Kaspischen Meer am Eurovision Song Contest teil, holte seither immer einen Platz unter den Top Ten und krönt nun seine kurze ESC-Geschichte mit einem Sieg. Im nächsten Jahr findet der Eurovision Song Contest also voraussichtlich am 26. Mai in Baku statt.
Auf Platz zwei folgt für viele überraschend Italien, das nach 14-jähriger Pause zum ersten Mal wieder am Contest teilnahm. Ob Raphael Gualazzi und sein Jazz-Song damit dafür gesorgt haben, dass das Gründungsmitglied des Grand Prix dauerhaft zurückkehrt, dürfen die Fans nun berechtigt hoffen. Hinter Italien holte Eric Saade aus Schweden mit "Popular" und viel zerbrochenem Glas den dritten Platz.
Titelverteidigerin Lena errang für Deutschland den zehnten Platz und überreichte freudestrahlend die Trophäe an das Duo aus Aserbaidschan. Lena wirkte nach der Show erleichtert. "Es geht mir fantastisch, ich bin so froh", sagte sie nach der Show.
Selten war ein Eurovision Song Contest bis zur letzten Minute so spannend: Neben den tatsächlichen Gewinnern des Abends wurden im Vorfeld noch ungefähr zehn weitere Kandidaten als heiße Anwärter auf den Titel gehandelt. Favorit der Buchmacher war bis zuletzt der französische Tenor Amaury Vassili mit seiner bombastischen Bühnenshow, doch er landete am Ende im Mittelfeld auf Platz 15.
Ein Abend mit vielen Überraschungen
Die zwischenzeitlichen Google-Favoriten aus Irland landeten immerhin in den Top Ten, Jedward holten sich mit ihrem Popsong "Lipstick" nicht nur die Stimmen der jungen Fangemeinde, sondern auch einen achten Platz. Die Indiepop-Gruppe A Friend In London aus Dänemark, ebenfalls zu den Geheimtipps von Düsseldorf avanciert, landete auf Platz vier.
Weniger gut schied Deutschlands südlicher Nachbar Österreich ab, Platz 18 für die Ballade von Nadine Beiler - da halfen auch keine zwölf Punkte aus Deutschland. Die traurigste Nachricht des Abends war dagegen der letzte Platz für die sympathische Schweizerin Anna Rossineli.
Funkelnde Kulisse für die große Show
Als um Punkt 21.00 Uhr die Eurovisions-Hymne erklang und geschätzte 120 Millionen Zuschauer in Europa und weltweit vor ihren Fernsehern saßen, beindruckte von Beginn an vor allem eins: Eine runde Bühne inmitten von 36.000 Zuschauern, die das Düsseldorfer Fußballstadion in einen brodelnden Hexenkessel verwandelten.
"Feel your heart beat" - fühl dein Herz schlagen - lautete das Motto des ESC 2011 und ihren Herzschlag spürten nicht nur die Künstler hinter der Bühne, sondern auch die Zuschauer im Publikum, effektvoll unterstützt von einem schlagenden Herz, das immer wieder die Spannung in der Halle steigerte.
Hinter der kreisrunden Bühne sorgte eine 60 Meter breite und 18 Meter hohe LED-Wand für den angemessenen Rahmen für jedes einzelne Lied. Zusätzlich funkelten über 2.000 Scheinwerfer und unzählige LED-Leuchten im Boden und am Bühnenrand - und sorgten in der riesigen Düsseldorfer Arena auch in den Zuschauerrängen für effektreiche Beleuchtung.
Blick in den Greenroom
Das inzwischen schon eingespielte Moderatoren-Trio bestehend aus Anke Engelke, Judith Rakers und Stefan Raab lief beim großen Finale zu Höchstform auf. Stefan Raab dominierte mit seinem Eröffnungsauftritt - einer sehr rockigen Version von Lenas Siegertitel "Satellite" mit 43 Lena-Doubles und einem kurzen Gastauftritt der Vorjahressiegerin - den Beginn der Show, im Anschluss überließ er jedoch den beiden Damen den größten Teil der Moderation. Judith Rakers übernahm ihren Einsatz bei den Künstlern im Greenroom elegant, während Anke Engelke charmant und mit viel Humor die Punktevergabe moderierte.
Zum Ende des Abends sorgte die LED-Wand hinter der Bühne noch einmal für eine ganz besondere Überraschung: Sie teilte sich und legte den Blick auf den wabenartig gestalteten Greenroom direkt hinter der Bühne frei. Damit hatte auch die Halle in Düsseldorf einen direkten Blick auf die Künstler und die Atmosphäre in den rosa Sofas.
Zwischen den einzelnen Teilnehmern zeigten die sogenannten Postkarten Menschen aus allen 25 Finalländern vor deutscher Kulisse. Die im Miniatur-Wunderland-Look gedrehten Einspielfilme (sogenannte Tilt-Shift-Technik) waren unterlegt mit dem Song "I Am Wonderful" von Gary Go und übersetzten das Motto des ESC 2011 "Feel your heart beat" in alle Landessprachen. Die Wartezeit bis zur Punktevergabe überbrückte Jan Delay mit seiner Gruppe Disco No. 1 und den Songs "Oh Johnny" und "Klar".
Alle Informationen und Hintergrundberichte zum Eurovision Song Contest 2011 finden Sie hier.