Stand: 24.04.15 11:47 Uhr

Måns Zelmerlöw: "Jeder kann Schwache stärken"

Der schwedische Sänger Måns Zelmerlöw hält einen gelben Luftballon in der Hand. © NDR Fotograf: Rolf Klatt

In Måns Zelmerlöws Leben schien nicht immer die Sonne: In "Heroes" singt er von einer schwierigen Kindheit.

Lange hat der Sänger, Tänzer und Moderator Måns Zelmerlöw darum gekämpft, für sein Land Schweden beim Eurovision Song Contest zu singen. Sein Traum geht in Erfüllung. Wovon sein Beitrag "Heroes" handelt, nämlich von einem der dunkelsten Kapitel seines Lebens, erzählt der 28-Jährige im Interview am Rande von Eurovision in Concert in Amsterdam.

Dein Song heißt "Heroes", also Helden. Was für eine Message vermittelst du uns damit?

Måns Zelmerlöw: Der Song feiert den Unterschied. Jeder kann ein Held, ein Vorbild sein. Jeder kann die Schwachen sehen und sie stärken. Darum geht es auch in der Performance. Es geht darin um mich, als ich noch Kind war. Als ich etwa elf oder zwölf Jahre alt war, hatte ich Schwierigkeiten, Freunde zu finden. Da kam so ein dominantes Kind in unsere Klasse, das mich als sein Opfer zum Mobben auserkoren hat. Er hat sogar meine alten Freunde gegen mich aufgebracht. Ich habe das zwei Jahre ertragen müssen. Später kam ein Kind neu von einer anderen Schule dazu. Und der hat mich gesehen und mich als Außenseiter erkannt. Er hat angefangen, mit mir zu sprechen, hat mich gestärkt. Das Lied ist auch eine Hommage an ihn.

Hat dich diese schwierige Phase für dein Leben als Künstler gestärkt?

Zelmerlöw: Ja, ich bin ihm heute noch sehr dankbar. Aber es gibt viele Künstler, die eine ähnliche Erfahrung gemacht haben. Sie haben das in etwas Positives umgewandelt. Sie sind durch diese Erfahrungen zu Kämpfern geworden.

Als Schwede bist du in ein einem ESC-verrückten Land aufgewachsen. Welches Melodifestival oder welchen ESC hast du als erstes in Erinnerung?

Zelmerlöw: Ufff, ich gucke das Melodifestival und den Eurovision Song Contest schon so lange ... Seitdem ich denken kann. Es war immer mein Traum, Schweden beim ESC zu vertreten. Und hier bin ich und das ist total faszinierend und krank! (lacht) Ich werde mein Bestes geben und dieses ganze Drumherum mitmachen und es alles so lange genießen, wie möglich.

Verfolgst du den Hype, der um deinen Auftritt gemacht wird in den Medien? Die Wettquoten, deine Favoritenrolle?

Zelmerlöw: Na klar verfolge ich das, aber ich versuche, nicht allzu lange darüber nachzudenken. Ich weiß ja, dass es ein harter Wettbewerb wird und es sind ein paar echt gute Songs dabei. Ich hoffe natürlich, dass ich zunächst mal ins Finale komme und dann sehen wir weiter.

Ich bin ziemlich zuversichtlich, dich im Finale singen zu sehen ...

Zelmerlöw: Nun, ich bin aber auch sehr ehrgeizig! Ich will nicht einfach nur im Finale singen, ich will mehr.

Du hast ja eigene Musiksendungen im Fernsehen moderiert. Wie wird das für dich bei den Shows in Wien sein? Würdest du da gerne mal ins Mikro greifen und spontan mit den Kolleginnen aus Österreich moderieren?

Zelmerlöw: Auf keinen Fall! Ich bin jetzt wirklich auf meine Musik konzentriert. Irgendwann werde ich sicher wieder moderieren, aber jetzt setze ich alles auf die musikalische Karriere. Meine Teilnahme ist tatsächlich eine Art Comeback für mich. Und es läuft ja gut!

Mit welchem der 39 anderen Teilnehmer würdest du ein Duett auf der ESC-Bühne singen?

Zelmerlöw: Ich habe noch nicht alle Songs gehört, aber mit Guy Sebastian unbedingt. Er ist ein fantastischer Sänger und toller Duett-Partner.

Wie wird dein virtuelles Strichmännchen, mit dem du beim Melodifestival gewonnen hast, auf der Bühne aussehen?

Zelmerlöw: Es wird ein wenig anders aussehen, als auf der Bühne in Schweden. Aber die Geschichte wird dieselbe sein. Hoffentlich wird Europa sie genauso mögen, wie Schweden das getan hat.

Wie heißt es denn eigentlich?

Zelmerlöw: MP, die Abkürzung für Måns Petter, mein voller Name.

Dann danke Måns Petter für das Gespräch und alles Gute!

Zelmerlöw: Gerne (weiter auf Deutsch): Wir sehen uns in Wien!

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Eurovision Song Contest | 23.05.2015 | 21:00 Uhr

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