Keøma: Indie-Pop-Duo aus Köln und Berlin

Sängerin Kat Frankie steht vor einem alten Auto, Sänger Chris Klopfer sitzt davor. © Embassy of Music Fotograf: Eduardo Pavez Goye

Die Singer-Songwriter Kat Frankie (l.) und Chris Klopfer sind Keøma.

An Selbstbewusstsein mangelt es Keøma anscheinend nicht: "Wir machen den Sound für ein weltoffenes und modernes Deutschland. Mit unserem 'Night Drive Pop' made in Germany gewinnen wir den Vorentscheid und holen den ESC zurück nach Deutschland." Hinter diesen Worten stecken die Singer-Songwriter Kat Frankie und Chris Klopfer. Mit der Aussage liegen sie jedoch etwas daneben, sie schaffen es nicht einmal ins Finale der Show "Unser Lied für Stockholm". Aber was soll es, das Leben geht weiter: Nur wenige Tage nach dem Vorentscheid erscheint das Debütalbum "Keøma" des Duos - eine entspannt-sphärische Pop-Platte.

Zufallsbegegnung mit kreativen Folgen

Beide haben bereits als Solokünstler einigen Erfolg, als Kat Frankie Chris Klopfer 2011 nach einem ihrer Konzerte in Köln kennenlernt. Schnell stellt sich heraus, dass sie musikalisch voll auf einer Wellenlänge liegen. Sie beschließen, zusammenzuarbeiten - allerdings meist getrennt voneinander. Chris wohnt in Köln und die Australierin Kat hat 2004 in Berlin eine neue Heimat gefunden. Ihre Songideen schicken sie sich meist per Dropbox hin und her, und sie treffen sich nur gelegentlich. Nach einer Weile stellt sich eine Art Arbeitsteilung ein. Die Grundideen und die Texte kommen meist von Chris, Kat produziert die Songs dann in ihrem Berliner Studio, baut elektronische Beats und mixt den leicht melancholischen Synthie-Pop-Sound zusammen. Beim ESC-Vorentscheid treten Keøma jedoch mit einem Titel an, der im Wesentlichen aus Kats Feder stammt. "Protected" erzählt von unerfüllter Liebe.

Von Filmen inspirierte Songs

Wenn Chris die Texte schreibt, bedient sich der Cineast gern bei Filmen. Der Song "Adrien" ist inspiriert von dem US-amerikanischen Schauspieler Adrien Brody, "Black" von dem Filmklassiker "Taxi Driver" und "Shame" bezieht sich auf den gleichnamigen Streifen über einen Sexsüchtigen. Auch der Bandname geht auf einen Film zurück: den Italo-Western "Keoma - Das Lied des Todes" aus den 70er-Jahren. Aus dem simplen o wurde für den Bandnamen ein fancy ø, das vielen Schwierigkeiten machen dürfte, die über die beiden schreiben. Wer weiß schon, wo dieser skandinavische Buchstabe auf der Tastatur zu finden ist?

Soundtrack für "Schulz & Böhmermann"

Neben Keøma arbeiten Kat und Chris auch an Projekten mit anderen Künstlern. Kat hat gerade mit Konstantin Gropper von Get Well Soon die Titelmelodie für die Talkshow "Schulz & Böhmermann" auf ZDF neo geliefert. Chris Klopfer ist manchen durch das Duett "Murmeltier" mit dem Liedermacher Gisbert zu Knyphausen bekannt.

Stand: 25.02.16 23:28 Uhr