Seit dem Eurovision Song Contest 2010 kennt jedes Kind in Deutschland ihren Namen: Lena Meyer-Landrut. Für die 19-jährige Hannoveranerin war jenes Jahr ein rauschendes Fest: Beim Vorentscheid "Unser Star für Oslo" legte sie nahezu einen glatten Durchmarsch hin, sie machte ihr Abitur, eroberte die Charts, gewann Europas größten Musikwettbewerb mit "Satellite", lieh einer Meeresschildkröte im Film "Sammys Abenteuer" ihre Stimme, hielt eine Laudatio beim Deutschen Radiopreis und wurde mit Preisen praktisch nur so überhäuft.
Lena Meyer-Landrut hat mit ihrem Hit "Satellite" den Eurovision Song Contest gewonnen. Ihren Siegesauftritt in der Osloer Telenor Arena sehen Sie hier noch einmal in voller Länge.
Aber anstatt 2011 erst einmal in den Urlaub zu gehen, um den Erfolg zu genießen, trat Lena erneut beim ESC an. Zwar gelang ihr in Düsseldorf nicht die Titelverteidigung, aber mit einem zehnten Platz für "Taken By A Stranger" stellte sie noch einmal ihre gesanglichen Qualitäten unter Beweis.
Mit "Satellite" gewann Lena 2010 den Grand Prix für Deutschland - und konnte ihr Glück kaum fassen.
1982 hatte Deutschland zum ersten Mal den Eurovision Song Contest gewonnen. Als 2010 die ersten Folgen des deutschen Vorentscheids "Unser Star für Oslo" - kurz USFO - über die Fernsehbildschirme flimmerte, ahnte noch keiner, dass sich unter den Bewerbern eine würdige Nachfolgerin für Nicole, die den Contest mit "Ein bisschen Frieden" gewonnen hatte, befinden sollte. Doch nach und nach ließ Lena alle Konkurrentinnen und Konkurrenten hinter sich, obwohl sie zuvor keine größeren Bühnenauftritte vorweisen konnte und nie zuvor professionellen Gesangsunterricht genommen hatte.
Allerdings hatte die junge Hannoveranerin seit vielen Jahren Tanzunterricht: zunächst Ballett, später Jazzdance und schließlich Show-Dance, einem Tanzstil, der Elemente von Hip-Hop, Jazz- und Ausdruckstanz vereint. Von Anfang an gehörte sie bei USFO zu den jüngsten Kandidaten, nur ihre Rivalin im Finale, Jennifer Braun, war noch ein paar Monate jünger als sie. Unzweifelhaft hatte Lena aber die größte Bühnenpräsenz.
Lena Meyer-Landrut und Stefan Raab beim Finale von USFO.
Nach ihrem Sieg bei USFO und kurz vor den mündlichen Abitur-Prüfungen nahm Lena dann noch schnell das Album "My Cassette Player" auf und stürmte damit schon nach einer Woche an die Spitze der deutschen Charts. Gleiches hatte sie bereits mit der Veröffentlichung ihrer ersten drei Singles "Satellite", "Love Me" und "Bee" geschafft. Alle Songs waren in den Top 5 der Singlecharts vertreten. Dem Erfolg in Deutschland folgte der internationale Siegeszug in Oslo.
Bereits vor der ersten Probe in der norwegischen Hauptstadt war sie von den Buchmachern als Favoritin gehandelt worden - im Finale am 29. Mai wurde sie dieser Rolle dann mehr als gerecht. Mit 246 Punkten holte sie von der Startposition 22 den Grand Prix nach Deutschland. Zurück in der Heimat kam man in den Medien wochenlang kaum an der 19-Jährigen vorbei. Überall hörte man ihren Song, sah in ihr lachendes Gesicht und las begeistert ihre Interviews. Die ungeteilte Aufmerksamkeit nutzte ihr Mentor Stefan Raab, um seinen Schützling für eine mögliche Titelverteidigung im eigenen Land ins Spiel zu bringen.
Lena sang ihr "Taken By A Stranger" im schwarzen Catsuit und verwandelte die Halle in Düsseldorf in die "Lena-Arena". Ein sexy Auftritt in düsterem Ambiente.
Der Rest ist ESC-Geschichte: Beim deutschen Vorentscheid 2011 trat Lena ohne Konkurrenz an. Die Zuschauer von "Unser Song für Düsseldorf" mussten sich lediglich für einen Nachfolger von "Satellite" entscheiden. Ihre Wahl fiel auf "Taken By A Stranger" und am 14. Mai 2011 nahm Lena von Startplatz 16 aus die Mission Titelverteidigung in Angriff. Europas Jurys und Televoter wählten sie mit 107 Punkten aber nur auf Rang zehn und der Ire Johnny Logan blieb auch nach dem 56. Eurovision Song Contest der einzige Teilnehmer, dem es bislang gelang, den Wettbewerb zweimal zu gewinnen.
Deutschland
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Dunkel und geheimnisvoll - Lenas Titel lässt viel Raum für Interpretationen.

So werden die Namen und Songs der ESC-Teilnehmer ausgesprochen.

Kein Land war so häufig beim Grand Prix vertreten wie Deutschland.