Der Titel ist Programm: Mit "So Lucky" sind Zdob și Zdub für Moldau an den Start gegangen. Die Rockmusiker waren die glücklichen Gewinner des nationalen Vorentscheids, bei dem im Januar 2011 das TV-Publikum und eine Fachjury aus 25 Beiträgen ihren Favoriten wählten. Auch beim zweiten Halbfinale in Düsseldorf überzeugten Zdob și Zdub die Zuschauer mit einer mitreißenden Show und wurden ins Finale gewählt. Dort startete die Band am 14. Mai direkt vor Lena auf Startplatz 15. Am Ende hieß es dann: Platz 12 für die schrägen Vögel aus Moldau.
Musikalisch sind Zdob și Zdu irgendwo zwischen den Red Hot Chili Peppers und Rage Against The Machine zu finden - alles hübsch aufgepeppt mit Hip-Hop, Drum'n'Bass und Punk-Elementen. Als wäre das nicht schon genug, gibt es als Sahnehäubchen noch landestypische Folkloretöne obendrauf. Neben der klassischen Besetzung aus Gesang, Bass, Gitarre und Schlagzeug bringen sie auch Tuba, Posaune, Trompete und Dudelsack auf die Bühne.
Bayern 3 Musikexperte Björn Strößner zu "So Lucky" von Zdob și Zdub.
Und mit dieser bunten Ethno-Rock-Mixtur haben sie schon ganz Europa beschallt. Von Dänemark bis in die Schweiz, von Belgien bis Rumänien, mal in kleinen Clubs, mal auf großen Festivals oder als Vorband namhafter Kollegen wie den Peppers, Biohazard, Korn oder den Fun Lovin' Criminals. In Deutschland veröffentlichten sie einige ihrer Songs auf dem Sampler "Russendisko", der mittlerweile Kultstatus hat.
Dass sie für Stimmung beim Grand Prix sorgen können, haben Zdob și Zdub bereits 2005 bewiesen. Damals gab Moldau in Kiew sein ESC-Debüt. Zdob și Zdub traten mit dem Song "Boonika Bate Doba" auf und holten einen respektablen sechsten Platz, die bislang beste ESC-Platzierung für das kleine Land. Die Übersetzung des Titels lautet: "Oma schlägt die Trommel". Und genau das hat sie auch gemacht. An der Seite von Sänger Iagupov - mit nacktem, bemaltem Oberkörper und einem zum Ledenschurz umfunktionierten Teppich - trommelte sich eine moldauische Großmutter in die Herzen des Millionen-Publikums. Ein gelungener Spagat zwischen Alt und Jung, Rock und Folklore, Exzentrik und Tradition.
2005 stand die Band mit einer trommelnden Oma auf der Bühne.
Zdob și Zdub spielen seit 1994 zusammen. Seither hat die Band einige Besetzungswechsel erlebt, die Gründungsmitglieder, Frontmann Roman Iagupov und Bassist Mihai Gincu, sind aber noch immer dabei. Gedanken darüber, was ihr Bandname wohl zu bedeuten hat, braucht man sich nicht zu machen. Kompliziert ist er aber trotzdem. Zdob și Zdub ist eine Onomatopoesie: die lautmalerische Nachahmung eines Trommelschlags.

Eine Textzeile lautet "Aber ich kann nicht gewinnen". Ob das ein schlechtes Omen für Zdob și Zdub ist?

So werden die Namen und Songs der ESC-Teilnehmer ausgesprochen.

Seit 2005 dabei und bereits zwei Mal in den Top Ten - das ist die Bilanz von Moldau beim ESC.

Alle 42 Kandidaten des ESC 2012 in Porträts, Videos und Bildern.