Italien: Raphael Gualazzi

von Patricia Batlle

Raphael Gualazzi für Italien in der Generalprobe zum Finale des Eurovision Song Contests © NDR Fotograf: Rolf Klatt Raphael Gualazzi bewies: Swing ist auch beim ESC salonfähig. Die Nachricht, dass Italien nach 13 langen Jahren Abwesenheit zum Eurovision Song Contest zurückkehrt, ließ die Herzen vieler Grand-Prix-Fans höher schlagen lassen. Der verantwortliche Sender RAI hatte im Dezember 2010 überraschend angekündigt, wieder teilzunehmen und einen Repräsentanten aus dem Festival von Sanremo auszusuchen. Die Wahl des italienischen Senders fiel auf Raphael Gualazzi.

Schüchtern wirkt der Jazzmusiker, fast unsicher, wenn er nicht gerade auf der Bühne steht. Wie so viele großartige Musiker blüht Raphael Gualazzi erst am Instrument auf. Gerne spielt er "Georgia On My Mind" in einer eigenwilligen Variante, einer Mischung aus Ray Charles und Billie Holiday.

In Sanremo sämtliche Preise abgeräumt

Seine Einflüsse reichen von Duke Ellington und dem Rag-Time des frühen 20. Jahrhunderts bis hin zu Norah Jones, Diana Krall, Jamiroquai und Ben Harper. Wenn er in "Madness Of Love" über die Verrücktheit der Liebe singt, erinnert seine teils klare, teils heisere Stimme, die mühelos ins Falsett emporschnellt, tatsächlich ein wenig an Harper. Mit seiner Swing-Eigenkomposition inklusive gedämpfter Trompete räumte er 2011 in der Nachwuchskategorie in Sanremo sämtliche Preise ab und stach mühelos alle Konkurrenten aus - und das sollte sich als gutes Omen für Düsseldorf erweisen.

Die Eurovision Song Checker

Raphael Gualazzi singt für Italien den selbst komponierten Titel "Follia d'amore" © Sugarmusic

Songcheck: Raphael Gualazzi - "Madness Of Love"

NDR Musikexperte Peter Urban über Italiens Song "Madness Of Love".

"Madness Of Love": italienische Tradition mit Jazz

Natürlich spielt er das Klavier bei dieser Nummer selbst, die "italienische Liedtradition mit Jazz vereint", so Gualazzi, und zwischendrin zum Steptanz animiert. Gualazzi ist ein versierter Livemusiker, der sich nicht so schnell beeindrucken lässt. Er ist weltweit auf einschlägigen Festivals, sogar im Pariser Louvre aufgetreten und kennt musikalische Wettbewerbe aus dem Effeff. Wie er im Interview mit der RAI sagt, glaubt er fest daran, dass "die Musik verbindet" statt die Konkurrenten gegeneinander auszuspielen.

Mit dem zweiten Studioalbum auf Tour

Der Jazz beeinflusste den am 11. November 1981 in Urbino, der Geburtsstadt des berühmten Malers Raffael, geborenen Musiker früh. Bereits mit neun Jahren nahm Gualazzi Klavierunterricht und kam mit 14 Jahren an das Konservatorium in Pesaro. Das Studium brach er jedoch nach fünf Jahren ab. Auch ohne Abschlussprüfung komponiert er seit seinem 20. Lebensjahr eigene Stücke, die er selbst arrangiert und betextet.

Interview

Raphael Gualazzi tritt beim ESC 2011 für Italien an © Sugarmusic

Raphael Gualazzi: De Niro als Songpate

Der italienische Barde im Interview über Konkurrenz und Robert De Niro.

Im Frühjahr 2011 ging der 29-Jährige mit seinem zweiten, im Februar erschienenen Studioalbum "Reality And Fantasy" auf Tour in Italien und Frankreich. Dort erzielte das Album gute Verkaufszahlen.

Da Italien als sogenanntes Big-Five-Land fürs Finale gesetzt war, konnten die Millionen TV-Zuschauer den Titel "Madness Of Love" nicht bereits in einem Halbfinale kennenlernen. Sie waren trotzdem begeistert: Raphael Gualazzi bewies beim Finale eindrucksvoll, dass Jazz-Titel durchaus gut bei europäischen Zuschauern ankommen - er holte den fantastischen zweiten Rang mit 189 Zählern. Damit dürfte Italien auch 2012 als eines der Big-five-Länder erneut teilnehmen.

TEILNEHMER 2011

Finale

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TEILNEHMER 2011

Halbfinale

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TEILNEHMER 2011

Dt. Vorentscheid

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Raphael Gualazzi

  • Song: "Madness Of Love"
  • Teilnahme: 2011 | Platz: 2
  • Land: Italien Italien
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Audio-Datenbank

Bildmontage: Ein Mikrofon mit Lautschriftzeichen. © Fotolia.com Fotograf: nikkytok

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Raphael Gualazzi singt für Italien den selbst komponierten Titel "Follia d'amore" © Sugarmusic

Wolthers Welt

Gigliola Cinquetti (Montage) © KP

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Italien  Fotograf:  Britta Pedersen