Stand: 07.02.17 10:13 Uhr

Kiew: Eine Stadt mit vielen Farben und Gesichtern

Zur schönsten Zeit des Jahres - dem ESC-Monat Mai - treffen sich die Fans des Eurovision Song Contest in diesem Jahr in der Ukraine. Genauer gesagt in der Hauptstadt des Landes, in Kiew. Und sie tun es nicht zum ersten Mal, denn 2005 war der Grand Prix hier schon einmal zu Gast, nachdem Ruslana im Vorjahr in Istanbul den Sieg eingefahren oder vielmehr eingesungen hatte und den ESC damit in ihr Heimatland holte. Beim Eurovision Song Contest 2017 wird also Kiew erneut zur Musik-Hochburg - ein guter Grund, die osteuropäische Metropole einmal genauer unter die Lupe zu nehmen.

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Das bildhübsche Kiew

Eine grüne Stadt

Mit etwa 2,7 Millionen Einwohnern ist Kiew die größte Stadt der Ukraine und liegt direkt am Dnjepr, dem drittgrößten Fluss Europas, der die Stadt in zwei Hälften teilt. Kiew ist außerdem eine recht farbenfrohe Stadt - und das ist ja fast schon eine Grundvoraussetzung für die Austragung eines so bunten Events wie dem ESC. Zunächst einmal wäre da die Farbe Grün, die fällt schon auf, wenn man die Stadt einmal von oben betrachtet. Auf zwei über eine Brücke verbundene Inseln des Dnjepr liegt praktisch mitten in der Stadt der Hidropark. Er ist ein mit rund 365 Hektar beachtlich großes Naherholungsgebiet, mit Stränden, Bootsverleihern und Restaurants. Aber auch darüber hinaus gibt es sehr viele Grünanlagen in Kiew oder auch den Holosiivskyi National Park, wo sich Läufer, Radfahrer und andere Outdoor-Anhänger lange aufhalten und auspowern können.

Eine Frau liest in einem Park in der ukrainischen Hauptstadt Kiew © dpa

In Kiew gibt es viele grüne Oasen, in denen man dem Alltag ganz entspannt entfliehen kann.

Apropos Outdoor: Sich in Kiew draußen aufzuhalten, ist in der Regel ohnehin keine allzu große Strafe, denn das Klima ist recht gemäßigt. In den Monaten von Juni bis August schwankt die Temperatur meist zwischen 19 und 26 Grad und auch im Winter wird es mit durchschnittlichen Temperaturen zwischen Minus vier Grad und dem Gefrierpunkt nicht übermäßig kalt.

Goldene Kuppeln im Jerusalem des Ostens

Eine weitere Farbe, die man in Kiew oft und viel sieht, ist Gold. Grund sind etwa die zahlreichen, mit goldenen Kuppeln und Zwiebeltürmchen versehenen Klöster und Kirchen. Wegen ihnen und einer großen Bedeutung für das orthodoxe Christentum wird Kiew vielfach das Jerusalem des Ostens genannt. Die zu Beginn des 11. Jahrhunderts erbaute, mehrfach zerstörte und wieder aufgebaute Sophienkathedrale ist sicher eines der bedeutendsten Bauwerke der europäisch-christlichen Welt. Seit 1990 gehört sie - wie auch das Höhlenkloster - zum Unesco-Weltkulturerbe. Ebenfalls prächtig und golden glänzt das Michaelskloster. Der Marienpalast ist zwar nicht mit Gold verziert, aber immerhin auch ein sehr prunkvoller, barocker Palast, das heute als offizielle Residenz des Präsidenten der Ukraine dient.

Maidan: Orangene Revolution und blutrote Proteste

Die berühmteste Straße in Kiew ist wohl der Chreschtschatyk-Boulevard, mit seinen vielen Häusern im sogenannten Zuckerbäckerstil. Berühmt berüchtigt hingegen ist vor allem ein Ort in Kiew, der in den letzten Jahren immer wieder in den Schlagzeilen war: der Maidan. Den Hauptplatz der Stadt mit dem Unabhängigkeitsdenkmal und dem Hotel Ukrajina kennt man vor allem in Orange - er war einer der Hauptaustragungsorte der Orangenen Revolution. Hier haben aber auch die blutigsten Proteste gegen den damaligen ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch stattgefunden.

Farbenfrohe Feste

Artisten beim Feuerfest in der ukrainischen Hauptstadt Kiew © dpa

Nicht nur bei der ESC-Show geht es spektakulär zu, auch beim Feuerfest Ende Mai sprühen die Funken.

Doch in der Kiew kommen die Menschen nicht nur zu politischen Demonstrationen zusammen, die dann viel zu oft ein negatives Ende nehmen. Es wird auch fröhlich - und dazu auch sehr bunt - gefeiert. Nicht nur das aus dem Hinduismus stammende und inzwischen in vielen Ländern beliebte "Holi Festival of Colours", bei dem ausgelassen gefeiert und gefärbtes Puder in die Luft geschossen wird, findet in Kiew statt. Ende Mai ist die Stadt auch Austragungsort für das Internationale Festival des Feuers, auf dem Hunderte Künstler und Akrobaten eine Welt aus Farben, Licht und Feuerwerk erschaffen.

Mit dem ESC kommt nun also zum zweiten Mal ein weiteres Feuerwerk nach Kiew - ein Feuerwerk der mehr als guten Laune. Und es ist nicht unwahrscheinlich, dass der ein oder andere Kandidat bei seiner Show ebenfalls ein kleines, prächtiges und buntes Festival des Feuers auf der Bühne präsentieren wird.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Eurovision Song Contest | 13.05.2017 | 21:00 Uhr