Stand: 14.05.17 01:16 Uhr

Alle Infos zum ESC 2017 in Kiew

Vor der Probe: Die Bühne im International Exhibition Centre (IEC) in Kiew. © eurovision.tv Fotograf: Thomas Hanses

Am 13. Mai fand in Kiew das Finale des 62. Eurovision Song Contest statt.

Vom 9. bis zum 13. Mai 2017 haben 42 Länder am Eurovision Song Contest in der ukrainischen Hauptstadt Kiew teilgenommen. Die Moderatoren der drei Shows waren Timur Miroshnychenko, Volodymyr Ostapchuk und Oleksandr Skichko. Nach 2005 richtete die Hauptstadt der Ukraine zum zweiten Mal den Wettbewerb aus.

Aufteilung der Halbfinal-Teilnehmer per Losverfahren

Ende Januar hatte die EBU im Rathaus von Kiew per Losverfahren die Teilnehmerländer auf das erste und zweite Halbfinale aufgeteilt. Zudem wurde festgelegt, für welche Semifinale die sogenannten Big-Five-Länder Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien sowie das Gastgeberland stimmberechtigt sind.

20 Kandidaten qualifizieren sich im ersten und zweiten Halbfinale

Das erste Halbfinale fand am 9. Mai 2017 statt. Neben den teilnehmenden Ländern waren für das erste Halbfinale Großbritannien, Italien und Spanien stimmberechtigt.

Das zweite Halbfinale fand am 11. Mai 2017 statt. Neben den teilnehmenden Ländern waren Deutschland, Frankreich und das Gastgeberland Ukraine stimmberechtigt. Pro Halbfinale konnten sich zehn Länder für das Finale am 13. Mai 2017 qualifizieren.

Das Finale des 62. ESC am Samstag, 13. Mai 2017

Das Finale fand am 13. Mai 2017 statt. Neben den 20 Ländern, die sich in den beiden Halbfinalen qualifiziert haben, waren die Big-Five-Länder Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien sowie das Gastgeberland direkt für das Finale gesetzt. Rund eine Woche vor dem großen Finale durften die Big Five ihren Startplatz per Losverfahren ziehen.

News

ESC-Finale 2017: Menschen, Tiere, Sensationen

Platzierungen im ESC-Finale 2017

1. Portugal: Salvador Sobral
2. Bulgarien: Kristian Kostov
3. Moldau: SunStroke Project
4. Belgien: Blanche
5. Schweden: Robin Bengtsson
6. Italien: Francesco Gabbani
7. Rumänien: Ilinca feat. Alex Florea
8. Ungarn: Joci Pápai
9. Australien: Isaiah
10. Norwegen: Jowst
11. Niederlande: O'G3NE
12. Frankreich: Alma
13. Kroatien: Jacques Houdek
14. Aserbaidschan: Dihaj
15. Großbritannien: Lucie Jones
16. Österreich: Nathan Trent
17. Weißrussland: Naviband
18. Armenien: Artsvik
19. Griechenland: Demy
20. Dänemark: Anja Nissen
21. Zypern: Hovig Demirjian
22. Polen: Kasia Moś
23. Israel: Imri Ziv
24. Ukraine: O.Torvald
25. Deutschland: Levina
26. Spanien: Manel Navarro

Wer gehört zur deutschen Jury?

ESC-Gewinnerin Nicole, Sängerin Joy Denalane, Musikproduzent Andreas Herbig, Sänger und Songwriter Adel Tawil sowie Sänger Wincent Weiss bildeten dieses Jahr die deutsche Jury. Wie auch die Zuschauerinnen und Zuschauer in Deutschland durften sie sowohl im ESC-Finale am Samstag, 13. Mai, als auch im zweiten Halbfinale am Donnerstag, 11. Mai, abstimmen. Das Publikums-Voting und das Jury-Voting haben in den Shows gleich viel Gewicht.

"Unser Song 2017": Levina vertritt Deutschland

Levina im Set beim Videodreh zu "Perfect Life". © weownyou Fotograf: ALEXANDER BASILE

Die 26-jährige Levina vertrat Deutschland beim ESC in Kiew.

Levina hat am 9. Februar 2017 den deutschen Vorentscheid "Unser Song 2017" gewonnen. Damit war klar, dass sie Deutschland mit dem Titel "Perfect Life" aus der Feder von Lindy Robbins in der Ukraine vertreten sollte. In der Show stellten sich die fünf Kandidaten Axel Feige, Felicia Lu Kürbiß, Helene Nissen, Yosefin Buohler sowie Levina der Meinung der Jury und dem Votum der Zuschauer. Erstmals konnte sich mit der Aktion "Eurovision Vibes" auch die internationale Fan-Community an der Auswahl beteiligen. Die jungen Talente hatten sich gegen mehr als 2.000 Mitbewerber durchgesetzt. Zunächst waren sie unter die besten 33 gekommen und wurden nach einer Convention von einer Expertenjury ausgewählt.

"Celebrate Diversity" ist das Motto

Ende Januar wurde das Motto des 62. ESC bekannt gegeben: "Celebrate Diversity". Der Slogan wird ergänzt durch ein Logo, das auf der traditionellen ukrainischen Perlenkette namens Namysto basiert. Sie besteht aus vielen verschiedenen Perlen, jede mit eigenem Design als Ausdruck für Vielfalt und Individualität.

ESC 2017: Wer nahm teil, wer kehrte zurück?

Die Situation zwischen Russland und der Ukraine ist politisch stark angespannt. Daher war lange die Teilnahme von Russland unsicher, kurz wurde sogar der Rückzug von der Krim als Bedingung diskutiert und über ein Einreiseverbot für russische Künstler spekuliert. Schließlich gab Russland bekannt, teilnehmen zu wollen. Doch damit waren die ESC-Zerwürfnisse beider Länder nicht beigelegt. Die am 12. März intern nominierte russische Sängerin Julia Samoylova erhielt zehn Tage später vom ukrainischen Geheimdienst ein Einreiseverbot. Die 27-Jährige ist 2015 bei einem Konzert auf der von Russland annektierten Krim aufgetreten. Damit habe sie gegen ukrainisches Recht verstoßen, hieß es aus Kiew. Mitte April gab das russische Staatsfernsehen bekannt, sich vom Wettbewerb zurückzuziehen und den ESC auch nicht zu übertragen.

Rumänien und Portugal kehren nach einem Jahr Pause zum Wettbewerb zurück, nicht vertreten sind Bosnien-Herzegowina, die Slowakei und die Türkei. Einen sicheren Platz im Finale haben neben der Ukraine die Big-Five-Länder Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien.

Zähes Ringen um den Austragungsort

Das internationale Messezentrum in Kiew © dpa Fotograf: Roman Pilipey

Der Austragungsort des ESC 2017 ist das internationale Messezentrum in Kiew.

Nach Jamalas Sieg in Stockholm 2016 gab es heftige Diskussionen darüber, ob der ESC 2017 aufgrund des andauernden bewaffneten Konflikts in der Ost-Ukraine und der Annexion der Krim durch Russland überhaupt in der Ukraine stattfinden könne. Stimmen wurden laut, die den ESC gerne in Russland gesehen hätten. Außerdem wurde in vielen Medien angezweifelt, ob die Ukraine finanziell in der Lage sei, die Austragung des Wettbewerbs zu stemmen. Nährboden für viele Gerüchte lieferte zudem die immer wieder verschobene Ankündigung über den Austragungsort. Insgesamt sechs ukrainische Städte waren im Rennen, mehrfach wurde die Entscheidung verschoben. In die engere Auswahl kamen Dnipro, Kiew und Odessa. Im September, nachdem die Ukraine in Zeitnot war, fiel das Votum des Auswahlgremiums dann auf das internationale Messezentrum in Kiew.

Budget und organisatorische Probleme

Die Zweifel daran, ob die Ukraine das Event überhaupt finanzieren kann, waren damit aber nicht aus dem Weg geräumt. Besonders brisant galt in diesem Zusammenhang der Rücktritt des Chefs des ukrainischen Staatsfernsehens NTU, Surab Alassanija, Ende Oktober. Seine Begründung: Nach Abzug der Kosten für den ESC würde zu wenig Geld für andere Projekte übrig bleiben. Zuvor hatte die Regierung 16 der 43 Millionen Euro des Senderbudgets für den ESC vorgesehen. Weitere 7,1 Millionen Euro für Infrastruktur sagte die Stadt Kiew zu.

Auf einer Versammlung der EBU Anfang Dezember in Genf war der Zeitverzug in Kiew wichtigstes Thema. Auf der Sitzung konnte der ausführende Sender NTU mit den Generalverantwortlichen Charebin und Romanova und mit Stuart Barlow überzeugen. Dieses Trio reichte aus, dem guten Fortgang der Arbeiten in Kiew Glauben zu schenken. Im Februar jedoch traten zentrale Mitglieder des leitenden Produktionsteams des ESC in Kiew zurück. Als Ersatz verstärkte der schwedische TV-Producer Christer Björkman das ESC-Team.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Eurovision Song Contest | 13.05.2017 | 21:00 Uhr

ESC Logo
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Weitere Informationen

62. Eurovision Song Contest

Datum
09. Mai 2017 (21 Uhr, MEZ) | 1. Halbfinale
11. Mai 2017 (21 Uhr, MEZ) | 2. Halbfinale
13. Mai 2017 (21 Uhr, MEZ) | Finale

Austragungsort
International Exhibition Centre (IEC), Kiew, Ukraine
Fernsehsender
Nazionalna Telekompanija Ukrajiny (NTU)
Moderatoren
Timur Miroshnychenko, Volodymyr Ostapchuk, Oleksandr Skichko
Teilnehmende Länder
42
Gewinner Vorjahr
Jamala - "1944"