Alle Infos zum ESC 2017 in Kiew

Vom 9. bis 13. Mai 2017 nehmen 42 Länder am Eurovision Song Contest in der ukrainischen Hauptstadt Kiew teil - das ist nach den Jahren 2008 und 2011 ein Teilnehmerrekord. Die Moderatoren der drei Shows sind Timur Miroshnychenko, Volodymyr Ostapchuk und Oleksandr Skichko. Nach 2005 richtet die Hauptstadt der Ukraine zum zweiten Mal den Wettbewerb aus. Trotz einer Stunde Zeitverschiebung ändert sich die gewohnte Sendezeit nicht. Das Erste sendet das Finale am 13. Mai ab 21 Uhr, die Livestreams zum Finale und den beiden Halbfinalen gibt es auf eurovision.de.

Wer nimmt am ESC 2017 teil und wer nicht?

Politisch ist die Situation zwischen Russland und der Ukraine stark angespannt. Daher war lange die Teilnahme von Russland unsicher, kurz wurde sogar der Rückzug von der Krim als Bedingung diskutiert und über ein Einreiseverbot für russische Künstler spekuliert. Schließlich folgte die Zusage von Russland. Doch damit waren die ESC-Zerwürfnisse beider Länder nicht beigelegt. Die am 12. März intern nominierte russische Sängerin Julia Samoylova erhielt am 22. März vom ukrainischen Geheimdienst ein Einreiseverbot. Die 27-Jährige ist 2015 bei einem Konzert auf der von Russland annektierten Krim aufgetreten und habe somit gegen ukrainisches Recht verstoßen, heißt es aus Kiew. Mitte April gab das russische Staatsfernen bekannt, sich vom Wettbewerb zurückzuziehen und den ESC auch nicht zu übertragen.

Rumänien und Portugal kehren nach einem Jahr Pause zum Wettbewerb zurück, nicht vertreten sind Bosnien-Herzegowina, die Slowakei und die Türkei. Einen sicheren Platz im Finale haben neben der Ukraine die sogenannten Big-Five-Länder Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien.

Welches Land ist in welchem Halbfinale?

Im Rathaus von Kiew hat die EBU (European Broadcasting Union) 37 Teilnehmerländer per Losverfahren auf das erste und zweite Halbfinale des 62. Eurovision Song Contest verteilt. Zudem wurde festgelegt, für welche Semifinale die Big-Five-Länder Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien sowie das Gastgeberland stimmberechtigt sind. Vor der Auslosung übergab Eva-Louise Erlandsson Slorach, Präsidentin des Stockholmer Stadtrats, die traditionellen ESC-Insignien an Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko.

Das Finale des 62. Eurovision Song Contest am Samstag, 13. Mai 2017

Das Finale findet am 13. Mai 2017 statt und wird im Fernsehen im Ersten und im ARD-Digitalkanal ONE sowie online bei eurovision.de übertragen. Neben den zwanzig Ländern, die sich in den beiden Halbfinalen qualifizieren müssen, sind die Big-Five-Länder Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien sowie das Gastgeberland direkt für das Finale gesetzt.

LandKandidat/Song
DeutschlandLevina - "Perfect Life"
FrankreichAlma - "Requiem"
Großbritannien (UK)Lucie Jones - "Never Give Up On You"
ItalienFrancesco Gabbani - "Occidentali’s Karma"
SpanienManel Navarro - "Do It For Your Lover"
UkraineO.Torvald - "Time"

Der deutsche Vorentscheid "Unser Song 2017"

Levina im Set beim Videodreh zu "Perfect Life". © weownyou Fotograf: ALEXANDER BASILE

Die 25-jährige Levina aus Berlin vertritt Deutschland beim ESC in Kiew.

Die 25-jährige Levina hat am 9. Februar 2017 den deutschen Vorentscheid "Unser Song 2017" gewonnen. Sie wird Deutschland mit dem Titel "Perfect Life" aus der Feder von Lindy Robbins in der Ukraine vertreten. In der Show stellten sich die fünf Kandidaten Axel Feige, Felicia Lu Kürbiß, Helene Nissen, Yosefin Buohler sowie Levina der Meinung der Jury und dem Votum der Zuschauer. Erstmals konnte sich mit der Aktion "Eurovision Vibes" auch die internationale Fan-Community an der Auswahl beteiligen. Die jungen Talente hatten sich gegen mehr als 2.000 Mitbewerber durchgesetzt. Zunächst waren sie unter die besten 33 gekommen und wurden nach einer Convention von einer Expertenjury ausgewählt.

"Celebrate Diversity" ist das Motto

Ende Januar wurde ausgelost, welches Land in welchem Halbfinale antreten muss. Auch das Motto des 62. ESC wurde bekannt gegeben: "Celebrate Diversity". Der Slogan wird ergänzt durch ein Logo, das auf der traditionellen ukrainischen Perlenkette namens Namysto basiert. Sie besteht aus vielen verschiedenen Perlen, jede mit eigenem Design als Ausdruck für Vielfalt und Individualität.

Zähes Ringen um den Austragungsort

Das internationale Messezentrum in Kiew © dpa Fotograf: Roman Pilipey

Der Austragungsort des ESC 2017 ist das internationale Messezentrum in Kiew.

Nach Jamalas Sieg in Stockholm 2016 gab es heftige Diskussionen darüber, ob der ESC 2017 aufgrund des andauernden bewaffneten Konflikts in der Ost-Ukraine und der Annexion der Krim durch Russland überhaupt in der Ukraine stattfinden könne. Stimmen wurden laut, die den ESC gerne in Russland gesehen hätten. Außerdem wurde in vielen Medien angezweifelt, ob die Ukraine finanziell in der Lage sei, die Austragung des Wettbewerbs zu stemmen. Nährboden für viele Gerüchte lieferte zudem die immer wieder verschobene Ankündigung über den Austragungsort. Insgesamt sechs ukrainische Städte waren im Rennen, mehrfach wurde die Entscheidung verschoben. In die engere Auswahl kamen Dnipro, Kiew und Odessa. Im September, nachdem die Ukraine in Zeitnot war, fiel das Votum des Auswahlgremiums dann auf das internationale Messezentrum in Kiew.

Budget und organisatorische Probleme

Die Zweifel am Aufbringen der Finanzen waren damit aber nicht aus dem Weg geräumt. Besonders brisant galt in diesem Zusammenhang der Rücktritt des Chefs des ukrainischen Staatsfernsehens NTU, Surab Alassanija, Ende Oktober. Seine Begründung: Nach Abzug der Kosten für den ESC würde zu wenig Geld für andere Projekte übrig bleiben. Zuvor hatte die Regierung 16 der 43 Millionen Euro des Senderbudgets für den ESC vorgesehen. Weitere 7,1 Millionen Euro für Infrastruktur sagte die Stadt Kiew zu.

Auf einer Versammlung der EBU Anfang Dezember in Genf war der Zeitverzug in Kiew wichtigstes Thema. Auf der Sitzung konnte der ausführende Sender NTU mit den Generalverantwortlichen Charebin und Romanova und mit Stuart Barlow überzeugen. Dieses Trio reichte aus, dem guten Fortgang der Arbeiten in Kiew Glauben zu schenken. Im Februar jedoch sind zentrale Mitglieder des leitenden Produktionsteams des ESC in Kiew zurückgetreten. Als Ersatz verstärkt nun der schwedische TV-Producer Christer Björkman das ESC-Team.

Tickets für die ESC-Shows in Kiew

Nach deutlichen Verzögerungen startete der Ticketverkauf am 16. Februar 2017. Binnen kurzer Zeit war das Finale ausverkauft. Tickets für weitere Shows (vier Kostümproben und zwei Halbfinale) im International Exhibition Centre (IEC) sowie für den Zugang zum EuroClub können online beim Ticketservice Concert.UA bestellt werden.

Sendungen im Fernsehen und Livestreams

Viele Millionen Zuschauer werden das ESC-Finale im Fernsehen verfolgen. Am Dienstag und Donnerstag derselben Woche müssen sich in den Halbfinalen jeweils zehn Länder für das große Finale qualifizieren. Neben den großen Shows gibt es noch viele weitere Sendungen und Livestreams zum 62. Eurovision Song Contest. Bürger Lars Dietrich begleitet die deutsche Teilnehmerin Levina auf ihrem Weg nach Kiew, Moderatorin Alina Stiegler meldet sich in verschiedenen Livesendungen vom Geschehen vor Ort. Fans bereiten sich mit den Songchecks auf die Finalwoche in Kiew vor. In vier Sendungen diskutieren die Experten Peter Urban, Jan Feddersen, Thomas Mohr und Irving Wolther mit Gästen und Usern über alle 42 Kandidaten und deren Songs.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Eurovision Song Contest | 13.05.2017 | 21:00 Uhr

Stand: 29.04.17 18:00 Uhr

ESC Logo
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Weitere Informationen

62. Eurovision Song Contest

Datum
09. Mai 2017 (21 Uhr, MEZ) | 1. Halbfinale
11. Mai 2017 (21 Uhr, MEZ) | 2. Halbfinale
13. Mai 2017 (21 Uhr, MEZ) | Finale

Austragungsort
International Exhibition Centre (IEC), Kiew, Ukraine
Fernsehsender
Nazionalna Telekompanija Ukrajiny (NTU)
Moderatoren
Timur Miroshnychenko, Volodymyr Ostapchuk, Oleksandr Skichko
Teilnehmende Länder
43
Gewinner Vorjahr
Jamala - "1944"