Stand: 14.04.17 13:49 Uhr

Julia Samoylova: Kämpfen für den Traum

Sie ist ein großer und lang gehegter Traum von Julia Samoylova: die Teilnahme am Eurovision Song Contest. Bereits als kleines Mädchen, interessiert sich die Sängerin, Komponistin und Songschreiberin für die Show - und schmiedet schon mal Pläne. "I watched Eurovision with my parents and thought that someday I would be on this stage", sagt sie einmal in einem Interview. Im Mai 2017 in Kiew sollte dieser Traum in Erfüllung gehen. Doch die Ukraine hat im März gegen Samoylova ein Einreiseverbot ausgesprochen. Der Grund ist ein Auftritt der Sängerin auf der Krim 2015. Damals war sie über Russland auf die Krim gereist und hatte damit gegen ukrainisches Gesetz verstoßen. Trotz Einschreitens seitens der European Broadcasting Union (EBU) hielt die Ukraine am Verbot fest. Das führte dazu, dass sich Russland Mitte April entschlossen hat, dem Wettbewerb fernzubleiben und ihn auch nicht auszustrahlen.

Schon früh auf Gesangswettbewerben

Julia wächst in Ukhta auf, einer Kleinstadt im Nordwesten Russlands, mit rund 13.000 Einwohnern. Seit ihrer Kindheit sitzt sie im Rollstuhl: Im Alter von 13 Jahren wird bei ihr eine seltene Erkrankung des Rückenmarks diagnostiziert, die zunehmend zu Muskelschwäche führt. Damals fängt sie auch schon an zu singen - und damit abzuräumen: Als Kind tritt sie mit einer russischen Popsängerin auf einer Veranstaltung auf - und bekommt dafür am Ende eine große Puppe in die Hand gedrückt. Immer wieder nimmt sie an russischen Gesangs-Wettbewerben teil und singt auch auf Charity-Veranstaltungen. Im Alter von 12 bis 15 nimmt sie Gesangsunterricht.

Julia Samoylova

Geburtsdatum: 7. April 1989
Geburtsort: Ukhta, Russland
Sternzeichen: Widder
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Emotionaler Auftritt

2013 ist Julia Kandidatin von "Factor A", der russischen Variante von "The X Factor". Sie kommt ins Finale und wird am Ende Zweite. Im Jahr darauf darf sie bei der bombastischen Eröffnungsfeier der Paralympischen Winterspiele in Sotschi auftreten. Neben einer riesigen Eisfläche singt sie den Titel "Together" - und sieht dabei selbst aus wie eine Eisprinzessin, der am Ende Tränen der Rührung über die Wangen laufen.

Erfolgreicher ESC-Vorentscheid

Julia ist sich sicher, dass der russische Sender Channel 1 damals in Sotschi auf sie aufmerksam wird. Jedenfalls nimmt sie am Vorentscheid für den ESC teil - und hinterlässt dort den stärksten Eindruck. Zumindest sagt das der Head of Delegation Yuri Aksyuta hinterher. Eine Musikerkarriere gehe mit einem enormem emotionalen und körperlichen Druck einher, den nicht jeder schultern könne. "Ich bin begeistert, welche Fortschritte Julia auf ihrem Weg macht", so Aksyuta. Julia selbst ist hinterher überglücklich und sagt: "My God, you know, I've worked long enough for this moment."

Teilnehmer

Die Kämpferin Julia Samoylova

Ein Lied, eine Lebensweisheit

Der Song "Flame Is Burning", den Julia eigentlich in Kiew performen sollte, ist eine Popballade. Und Julia, die es hasst, wenn Leute sie bemitleiden, findet, das Lied passe perfekt zu ihr. Denn es geht um Träume, für die man kämpfen muss. Genau das ist es, was die Sängerin seit Jahren lebt: "You must always go to your dream, you need to burn." An dem Lied mitgearbeitet hat Leonid Gutkin und der ist fast ein Erfolgsgarant. Er war auch schon an "A Million Voices" beteiligt, gesungen 2015 von Polina Gagarina und "What If" 2013 von Dina Garipova. 2015 landet Russland auf dem zweiten Platz, nur ganz knapp hinter Måns Zelmerlöw, 2013 auf dem fünften.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Eurovision Song Contest | 13.05.2017 | 21:00 Uhr