Sie liebt den unmittelbaren Kontakt zum Publikum: die Baslerin Anna Rossinelli.
Mit zwei Siegen (1956: Lys Assia und 1988: Céline Dion) kann die Schweiz keine schlechte Bilanz beim Eurovision Song Contest vorweisen. Die letzten sieben Jahre haben die Eidgenossen jedoch kein Glück gehabt - sie schafften es nicht einmal ins Finale. Michael von der Heide scheiterte beim Halbfinale in Oslo 2010 gar mit nur zwei Punkten. Lange Jahre wurde der eidgenössische Kandidat intern bestimmt - das änderte sich den Wettbewerb 2011: Beim Vorentscheid entschieden sich Televoter wie Expertenjury für die Sängerin Anna Rossinelli. Mit ihr und dem Titel "In Love For A While" schickte die Schweiz zwar eine Unbekannte nach Düsseldorf zum Eurovision Song Contest - aber eine mit viel Liveerfahrung.
Anna Rossinelli ist als Frontsängerin der Pop-Soul-Formation Anne Claire eine geübte Straßenmusikerin. Auf den Plätzen Europas gibt sie mit kräftig-souliger Stimme Coverversionen von Macy Gray oder Joy Denalane zum Besten und liebt den unmittelbaren Kontakt zum Publikum: "Im öffentlichen Raum bekommst du die direkteste Resonanz", sagte die 23-jährige Sängerin im Interview mit einer Basler Zeitung.
N-JOY Musikexperte Jan Kuhlmann bewertet den Song der Schweiz.
Die Schweizer ESC-Kandidatin reiste mit ihren Marie-Claire-Musikern Georg Dillier (Bass) und Manuel Meisel (Gitarre) nach Düsseldorf, die sie vom Studium an der Jazzschule Basel kennt. Ihr Song "In Love For A While", dessen Reggae-Rhythmen zum Mitklatschen animieren, stammt aus der Feder des Basler Musikers David Klein. Kombiniert mit einer entwaffnenden Natürlichkeit, offener Mähne, einem kleinen Schwarzen und einem unprätentiösen Auftritt hatte Rossinelli elf Kandidaten übertrumpft.
Manche sahen in ihr eine Antwort auf Lena Meyer-Landrut. Auf deutsche Sympathiepunkte konnte die Schweizer Kandidatin im ersten Halbfinale jedoch nicht zählen: Keines der größeren Nachbarländer Deutschland, Frankreich oder Italien war an diesem Tag stimmberechtigt. Trotzdem konnte Rossinelli den siebenjährigen Fluch der Halbfinal-Hürde überwinden. Eine Riesenfreude für die gelernte Fachfrau für Behindertenbetreuung. Im Finale trug das Trio den Titel "In Love For A While" auf Startplatz 13 vor. Zwar beendete die Schweiz den ESC auf dem letzten Platz - aber immerhin schaffte sie es wieder einmal ins Finale.

Anna Rossinelli und ihre Hommage an die Liebe.

So werden die Namen und Songs der ESC-Teilnehmer ausgesprochen.

Die Schweiz ist nicht nur Gründungsmitglied des ESC - sie stellte auch die erste Siegerin Lys Assia.

Porträt der ersten Siegerin des Grand Prix von 1956: Lys Assia
Mit nur einem Punkt Vorsprung gewann Céline Dion den ESC in Dublin.