Stand: 13.05.2007 01:44 Uhr  | Archiv

2007: Eurovision Song Contest in Helsinki

Marija Serifovic freut sich ihren Sieg für Serbien beim Grand Prix. © dpa - Report Foto: Lehtikuva Gustafsson
Strahlende Siegerin: Die Serbin Marija Serifovic holte die ESC-Krone für ihr Land.

Bei der Endrunde des 52. Eurovision Song Contest in Helsinki trat Serbien das erste Mal als unabhängiges Land an. Im schlichten schwarzen Hosenanzug präsentierte Marija Šerifovic die ebenso wuchtige wie schwermütige Ballade "Molitva" ("Gebet") und holte bei der Premiere gleich einen beeindruckenden Sieg für ihr Heimatland. Die 22-Jährige und ihre Background-Sängerinnen lieferten sich bei der Vergabe der Länderpunkte einen spannenden Zweikampf mit Verka Serduchka und ihrer Party-Hymne "Dancing Lasha Tumbai". Am Ende fehlten der schrillen ukrainischen Kandidatin, die eigentlich ein Mann ist, aber satte 33 Punkte auf die Siegerin Marija Šerifovic. Platz drei in Helsinki ging an das russische Mädchen-Trio Serebro mit ihrem lasziven Poptitel "Song #1".

"Das ist ein neues Kapitel für Serbien, nicht nur musikalisch. Wir werden nächstes Jahr Europa willkommen heißen in Belgrad. Ich bin so stolz, Serbin zu sein", sagte Šerifovic nach ihrem Erfolg und bedankte sich bei den Zuschauern, die für "gute Musik" gestimmt hätten.

 

Der Dank galt auch den Televotern in Deutschland: "Molitva" erhielt acht Zähler. Zwölf Punkte gingen fast schon traditionell an die Türkei, zehn an Griechenland. Die deutschen Länderpunkte verkündete Thomas Hermanns in Hommage an Roger Cicero stilecht im weißem Anzug und Hut - dessen gute Musik hatte die ESC-Fans in Europa leider kalt gelassen. Sein Titel "Frauen regier'n die Welt" swingte für Deutschland nur auf Platz 19.  

Enttäuschungen am Finalabend

Roger Cicero tritt in Helsinki auf und belegt den 19. Platz © dpa Foto: Seppo Sirkka epa
Nur auf Platz 19 landete Roger Cicero und war darüber enttäuscht.

Roger Cicero zeigte sich nach dem Finale in der Grand Prix Show im Ersten über sein Abschneiden in Helsinki enttäuscht: "Dass es doch so extrem ausgeht, damit hätte ich persönlich jetzt doch nicht ganz gerechnet", vertraute er sich Thomas Hermanns im Interview an. Zuvor hatte sich Heinz Rudolf Kunze, der ebenfalls beim Vorentscheid angetreten war, empört über das Abschneiden Ciceros geäußert: "Das hat er nicht verdient. Es gab keinen Beitrag, der musikalisch an Roger herangereicht hätte. Wenn man auf handgemachte, authentische Musik steht, hat Roger alle weit abgehängt. Schade, dass die anderen Länder das nicht verstanden haben".

Ebenso geschockt dürfte das Schweizer Lager nach dem Aus von DJ Bobo im Halbfinale gewesen sein. Mit "Vampires Are Alive" als einer der Favoriten in Helsinki angetreten, reichte es in Helsinki für den Wunschkandidaten der Eidgenossen nur für Rang 20 und ein vorzeitiges Rückflugticket.

Wissenswertes zum 52. ESC

  • Der internationale Popstar DJ Bobo war im Vorfeld der Top-Favorit bei den Buchmachern. Der Schweizer ging mit seinem Song "Vampires Are Alive" ins Rennen - und musste bereits im Halbfinale seine Sachen packen. Eine faustdicke Überraschung.

  • Die maximale Teilnehmerzahl, ursprünglich auf 40 festgelegt, wurde auf 43 erweitert. Durch die Absage von Monaco nahmen in diesem Jahr 42 Länder teil.

Neben Serbien gaben außerdem die Tschechische Republik, Montenegro und Georgien in Helsinki ihr Grand Prix Debüt. Während die Georgierin Sopho Khalvashi mit der folkloristischen Dance-Pop-Nummer "Visionary Dream" ohne Probleme das Halbfinale überstand und das Finale mit dem einem guten zwölften Platz abschloss, konnte es für die tschechische Gruppe Kabát nicht schlimmer kommen. Ihr Rocksong über eine "kleine Lady" (auf Tschechisch "Malá dáma"), fiel als Letzter der Qualifikation bei den Televotern komplett durch. Nicht viel besser schnitt Stevan Faddy für Montenegro ab. Sein Lied "Ajde kroci", eine Mischung aus Blues, Rock und Pop, schied abgeschlagen auf Rang 23 ebenfalls im Halbfinale aus.

Bildergalerien
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Marija Serifovic vertritt Serbien beim ESC 2007 © NDR Foto: Klatt

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Mit dem Titel "Molitva" gewinnt Marija Šerifovic den ESC in Helsinki und holt damit den Musikwettstreit in ihr Land. Bildergalerie

DQ, Ola Salo von The Ark und Guri Schanke auf dem Eurovisions-Empfang des Bürgermeisters von Helsinki. © NDR Foto: Rolf Klatt

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Roger Cicero steht vor der deutschen Botschaft in Helsinki © NDR Foto: Rolf Klatt

Empfang in der deutschen Botschaft

Bei strahlendem Sonnenschein swingte ein gut gelaunter Roger Cicero in der deutschen Vertretung. Bildergalerie

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Eurovision Song Contest | 12.05.2007 | 21:00 Uhr

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