Stand: 24.04.12 14:42 Uhr

5.000 Kilometer bis Baku

Von Deutschland nach Baku mit Antje und Felix. © fotolia Foto: beermedia , by-studio

Antje und Felix fahren mit dem Auto nach Aserbaidschan zur Endrunde des Eurovision Song Contest. Am Sonntag fällt für die beiden ESC-Fans endlich der Startschuss für ihren 5.000-Kilometer-Roadtrip. Voller Vorfreude erzählt Antje, wie die Strecke zwischen Düsseldorf und Baku zu Stande gekommen ist.

Planen, recherchieren, verzweifeln – zu jedem Roadtrip gehört ein organisatorischer Horrortrip, aber Felix und ich haben uns immer wieder selber davon abgelenkt und darüber geredet, welche Städte uns auf unserer Tour erwarten und worauf wir uns besonders freuen. Um nach Baku zu kommen, haben wir uns für eine Strecke entschieden, die uns von Österreich über Ungarn, Serbien und Bulgarien in die Türkei und von dort über Georgien nach Aserbaidschan führt. Der kürzeste Weg wäre zwar durch Armenien, allerdings ist die Einreise für Ausländer, die aus unserer Richtung kommen, nur über den Iran oder eben Georgien möglich.

Karte: Alle Stationen von Düsseldorf bis Baku

Unsere Wahl fiel dann auf Georgien, damit uns der Weg entlang der Schwarzmeerküste der Türkei führt, die landschaftlich wunderschön sein soll und noch kaum touristisch erschlossen ist. Und Georgien ist auch ein gutes Beispiel dafür, dass wir am Anfang unserer Planung bei den meisten Ländern gar nicht wussten, was uns erwarten würde. Im Fall Georgiens habe ich zum Start das Regal für Kaukasus-Reiseführer in der Stadtbibliothek geplündert und war sehr erstaunt. Es mag für die meisten zwar nicht spektakulär klingen, aber für mich als Kind aus Ostfriesland war es eine große Überraschung, davon zu lesen, dass uns in Georgien der Anblick von Teefeldern erwartet. Man darf gespannt sein, ob der georgische Tee mithalten kann mit dem, was ich von zu Hause gewohnt bin. Dann wäre da noch die Tatsache, dass wir mit Tbilissi (Tiflis) die Geburtsstadt Stalins besuchen, die sich durch ein beeindruckendes Stadtbild auszeichnen soll.

Gemütliche 300-Kilometer-Häppchen

Felix vertieft sich für den Roadtrip ins Kartenmaterial.

Felix hat sich bei der Routenplanung nicht auf elektronische Hilfsmittel verlassen.

Unsere Reise wird uns aber sicherlich nicht nur in der Türkei oder in Georgien durch wunderschöne Gegenden führen und uns ganz neue kulinarische Eindrücke bescheren. Jedes Land bietet andere Highlights, auf die wir uns freuen: Der Prater in Wien, das Nachtleben in Belgrad, die Banja-Baschi-Moschee in Sofia oder das Burgviertel in Budapest. Dazu kommen all die verschiedenen Eindrücke, die uns auf dem Weg begegnen werden. Denn wir fahren natürlich nicht nur die Hauptstädte der Länder an. Damit wir zwischen den großen Metropolen nicht zu lange Strecken zurücklegen müssen, steuern wir zwischendurch auch kleinere, unbekannte Städte an, wo wir nur eine Nacht bleiben. Wie oben in der Karte zu sehen, kommen wir so mit Start und Ziel auf 17 Stationen, die jeweils durchschnittlich 300 Kilometer voneinander entfernt liegen.

Eintauchen in fremde Kulturen

Das Beeindruckendste an diesem Reiseplan ist bis jetzt, dass Felix ihn auswendig kennt, während ich mir nicht einmal merken kann, durch welche Länder wir fahren. Doch dabei wird es sicher nicht bleiben. Ich bin jetzt schon gespannt, woran ich denken werde, wenn ich diesen Reiseplan nach unserer Rückkehr noch einmal in die Hand nehmen werde. Das werden wahrscheinlich nicht nur Sehenswürdigkeiten und Landschaften sein, sondern vor allem Begegnungen mit anderen Menschen und ihrer Kultur: Wie sind die Ess- und Trinkgewohnheiten in Georgien? Wie feiern Leute in unserem Alter in Istanbul? Werden wir uns darauf einstellen können, dass in Bulgarien ein Kopfschütteln "ja" und ein Kopfnicken "nein" bedeutet?

Unser Ziel, möglichst viel mit Einheimischen zu reden wird sicherlich durch die sprachliche Barriere eine Herausforderung. Wir haben zwar für jedes Land einen Sprachführer in der Tasche, aber das alleine garantiert keine gute Unterhaltung.  Zum Glück betonen die verschiedensten Reiseberichte immer wieder, wie gastfreundlich die Menschen in dieser Gegend Osteuropas sind. So wird es kein Problem, an jedem Ort nette Menschen kennen zu lernen und ich bin mir sicher, dass wir mehr als einmal bedauern werden, dass wir keine Woche in der Stadt bleiben können, sondern am nächsten Tag weiterreisen müssen. Ein Trost dabei wird sein, dass uns an der neuen Station garantiert tolle neue Eindrücke erwarten. Langweilig wird es auf jeden Fall nie werden.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Eurovision Song Contest | 26.05.2012 | 21:00 Uhr

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