Stand: 14.05.12 13:59 Uhr

Antje feiert in Ankara

Von Deutschland nach Baku mit Antje und Felix. © fotolia Foto: beermedia , by-studio

"Doğum günün kutlu olsun" - das ist Türkisch und heißt herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag. Antje ist in Ankara 23 Jahre alt geworden und wurde von Felix mit einer Party überrascht. Am nächsten Tag musste sie aber schon wieder arbeiten und uns ihren Bericht aus der türkischen Hauptstadt schicken.

Meinen Geburtstag in Ankara feiern - wie das wohl ist? Das habe ich mich im Vorfeld der Reise oft gefragt und dachte, dass es mir sicherlich schwer fallen würde, weit weg von Familie und Freunden Geburtstag zu haben. Aber da hatte ich die Rechnung ohne Felix und unseren tollen Gastgeber Ufuk gemacht.

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Als wir in Ankara angekommen waren, ging es erst einmal zur Universität von Ufuk, wo das sogenannte Frühlingsfestival der Technischen Universität des Nahen Ostens gefeiert wurde - gerade rechtzeitig für den  Auftritt einer anscheinend sehr bekannten türkischen Band. Die meisten Lieder wurden von den Besuchern, die sich auch von einem Platzregen nicht einschüchtern ließen, begeistert mitgesungen. Mir wurde der Name der Combo zwar mehrmals gesagt, aber im ganzen Tumult habe ich ihn schon wieder vergessen - verdammt, ich werde wohl alt!

Danach ging es zusammen mit Ufuks Freunden, die allesamt an der Uni beim Institut für Fremdsprachen arbeiten und dementsprechend Englisch sprachen, in eine Bar, in der auch schon ein Tisch reserviert war - dass dies und von Felix schon lange vorher organisiert worden war, erfuhr ich allerdings erst, als wir in einen Minibus stiegen.

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Am Ziel angekommen wartete noch eine Überraschung: Bevor wir die Bar betreten konnten, mussten wir uns durch eine Masse von Fußballfans kämpfen, die spontan den Gewinn der Meisterschaft von Galatasaray Istanbul gegen den Erzrivalen Fenerbahce feierten. Mit etwas Verzögerung konnte dann meine Überraschungsparty beginnen: Bei Tanz und netter Gesellschaft waren die dunklen Gedanken an einen Geburtstag in der Ferne schnell vergessen und es wurde ein toller Abend. Um Mitternacht stimmte die Live-Band in der Kneipe "Happy Birthday" an und ein superschokoladiger Kuchen mit Wunderkerze wurde serviert. Der Kuchen sah nicht nur lecker aus, sondern schmeckte genauso himmlisch. So wird man gerne 23 Jahre alt.

Quasi als zweites Geschenk, bot sich unser Gastgeber Ufuk am nächsten Tag als Fremdenführer für seine Heimatstadt an. Erst ging es in die Kocatepe-Moschee, die uns weit mehr beeindruckte als die Blaue Moschee. Außerdem war es schön, jemanden dabei zu haben, den man zu allem fragen konnte, was man am Islam noch nicht so genau verstanden hat und der uns gerne Rede und Antwort stand.

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Der nächste Stopp war das Mausoleum Atatürks, wo ein Personenkult betrieben wird, wie ich ihn noch nie gesehen habe. Nachdem man ein paar Autos gesehen hat, in denen der Landesvater irgendwann mal gefahren ist, geht man durch eine Ausstellung seiner persönlichen Gegenstände. An Haarbüste, Geldbörse und Gehstöcken vorbei kann man dann per Live-Übertragung auf einem Bildschirm das "echte" Mausoleum sehen, das aus Sicherheitsgründen ein paar Meter unterhalb der Besucherhalle liegt. Der Sarkophag in der Besucherhalle war dadurch als Attrappe geoutet und dessen  Anblick somit nicht mehr sonderlich beeindruckend - jedenfalls für mich.

Danach ging es dann noch zur Zitadelle der Altstadt, wo mal wieder einige Stufen bergauf zurückgelegt werden mussten. Wir wurden jedoch mit einem wunderschönen Ausblick und von Ufuk mit ein paar auf dem Markt gekauften getrockneten Früchten verwöhnt -  damit war alle Anstrengung vergessen. Wir streiften noch ein bisschen durch das Viertel, das zwischen den Mauern der alten Burg liegt und traten dann den Heimweg an. Zu Hause angekommen, ließen wir den Abend bei Tee, Süßigkeiten und "Wer wird Millionär?" auf Türkisch ausklingen. Am Morgen hieß es dann Abschied nehmen von Ufuk. Uns  fiel dabei  nicht nur das Aufstehen um 7.00 Uhr schwer. Wir hatten eine so tolle Zeit in Ankara und hoffen, dass unsere nächste Etappe den Abschiedsschmerz schnell vergessen lässt.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Eurovision Song Contest | 26.05.2012 | 21:00 Uhr

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